AuszeichnungBachmann-Preis geht an Olga Martynova

Für den Text "Ich werde sagen: Hi!" hat die Autorin Olga Martynova den 36. Ingeborg-Bachmann-Preis bekommen. Es sei ein "leichtes, luftiges" Porträt, lobte die Jury.

Die russisch-stämmige Autorin Olga Martynova

Die russisch-stämmige Autorin Olga Martynova

Olga Martynova ist neue Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises. Martynova wurde für den Text Ich werde sagen: Hi! ausgezeichnet. Die Jury stimmte in einem zweiten Wahlgang mit Mehrheit für den Text, der als einer der wenigen Beiträge gewertet wurde, die über private Betrachtungen hinausreichten.

Die russisch-stämmige Autorin zeichnet mit kulturgeschichtlichen Bezügen das Porträt eines jungen Mannes, der sich gleichzeitig für das Erwachen erotischer Gefühle wie für die Dichtung interessiert. Die Jury lobte den Text als "leichtes, luftiges Porträt". Außerdem hob sie den "anarchischen Witz" Martynovas hervor und und ihren "Griff in die Menschheitsgeschichte".

Martynova wurde 1962 in Dudinka in Russland geboren und lebt heute in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte bislang Lyrik, diverse Essays und 2010 den Roman Sogar Papageien überleben.

Der Ingeborg-Bachmann-Preis ist der Hauptpreis der 36 Tage der deutschsprachigen Literatur. Er ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1977 in Erinnerung an die 1926 in Klagenfurt in Österreich geborene Schriftstellerin verliehen.

Seit Donnerstag hatten insgesamt 14 Autoren und Autorinnen ihre noch unveröffentlichten Texte vorgestellt. Die Teilnehmer, die sich selbst bei einem Jury-Mitglied bewerben, müssen bereits andere Texte veröffentlicht haben und zur Bewerbung auch die Empfehlung eines Verlages vorlegen. Der Bachmann-Preis ist eine der bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.
 

 
Leserkommentare
  1. sei noch auf die weiteren Preisträger hingewiesen -> http://bachmannpreis.eu/d... Nawrat (Zitat: "Also eigentlich mag ich gerne Bier.") ist sogar zusätzlich noch des Preises Automatische Literaturkritik -> http://riesenmaschine.de/... für würdig befunden worden.

    • Hagmar
    • 08.07.2012 um 14:00 Uhr

    Wie ich andernorts zum Bachmann-Preis bereits kommentierte, war für mich Frau Martynova's Deutsch sehr sehr schwierig zu verstehen. Ein Phänomen, diese Diskrepanz zwischen Schreiben und Aussprache. Seit ich dann den Text online fand, kann ich die Entscheidung der Jury nachvollziehen.
    Es gibt ja eine nahezu inflationäre Preisvergabe: und noch einer, und noch einer.. so war ich zufrieden, dass meine eigentliche Favoritin, Inger-Maria Mahlke, wenigstens auch noch 5000 Euro bekam. Literaturpreise treffen ja selten wohlhabende Leute...

  2. Keiner der dargebotenen Texte war eine wirkliche Geschichte, nur Selbstreflexionen. Die Jury verliebte sich mehr und mehr in sich selbst. Schoben sich gegenseitig intellektuelle Phrasen zu, die darüber hinwegtäuschen sollten, dass die Erzählungen oder einige der Auszüge sehr dröge waren. Soweit ich das überblicken kann, stammt ein Großteil der Autoren aus dem Bereich: "gut studiert". So hörte sich und las sich auch die Prosa, durchsturkturiert oder eben uninspiert mit den selben Themen spielend, wie Pornografie oder Störungen. Alles wirkte einfach nur Ich-bezogen. Die Charaktere waren entweder gestört oder begegneten Störungen mit denen sie zutun hatten. Die Texte, besonders an den ersten 2 Tagen waren reine Erinnerungsfetzen von Protagonisten die klischeehaft durch ihre geschriebene Welt wandern, an Tieren ereifern und etwas hineininterpretieren was dann auch ein Großteil an Reiz ausmachen sollte, da muss man nur abwinken. Wirkliche Geschichten wurden hier nicht erzählt, eher Phrasen. Ich muss immer an Reich-Ranickis Satz denken den er öfter mal brachte: Ein guter Schriftsteller muss leiden oder gelitten haben. Erst dann kann er auch gute Prosa schreiben. So merkwürdig sich das anhört, aber so etwas scheint diesen Autoren gänzlich abzugehen.

  3. Ein völlig belangloses Textchen, sehr gewollt aus der Feder geflossen mit einem Nichts an Inhalt. Typische russische Chick Fiction mit dem berühmt-berüchtigten russischen "Humor", wie sie auch die Ulitzkaja und die Torkajewa zu Papier bringen. Ob die Dame damit berühmt wird, wage ich zu bezweifeln. Aber hat sich dieser kuriose Wettbewerb nicht eh überlebt?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 4
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