Ein Journalist des US-amerikanischen Magazins The New Yorker hat zugegeben, Zitate von Bob Dylan erfunden zu haben. Jonah Lehrer habe in seinem Buch Imagine: How Creativity Works (deutsch: Stell dir vor: Wie Kreativität funktioniert ) einige Zitate des Musikers verfälscht oder frei erfunden, berichtet die BBC . "Es ist vorbei mit den Lügen", sagte Lehrer nach seinem Geständnis. Er erkenne den Ernst seiner Lage und wolle sich bei allen entschuldigen, die er enttäuscht habe, speziell seinen Verlegern und Lesern.

Der Betrug war aufgeflogen, nachdem das Online-Magazin Tablet ausführlich recherchiert und schließlich über den Fall berichtet hatte. Bei den Zitaten, die Lehrer fälschte, handelte es sich zwar teilweise nur um kurze Sätze. Nach seinen Liedern gefragt antwortete Dylan beispielsweise in der 1960 ausgestrahlten Fernsehdokumentation Don´t Look Back : "Ich schreibe sie einfach. Es gibt keine große Botschaft."

Lehrer ergänzte später einen weiteren Satz, der im Film nicht vorkommt: "Fragen Sie mich nicht weiter nach Erklärungen." Zudem fälschte der 31-Jährige Zitate im Zusammenhang mit Dylans Lied Like A Rolling Stone . Jedoch verwandte der Journalist die Zitate in seinem Buch wiederholt, um ganz bestimmte Argumentationen zu belegen, kritisiert das Tablet -Magazin. Außerdem sei auch bei vielen anderen Zitaten die Quellenangabe nicht klar.

Lehrer reagierte zunächst mit einer Ausrede

Mit dem Betrugsvorwurf konfrontiert, reagierte Lehrer zunächst offenbar mit einer Ausrede. "Ich habe Herrn Moynihan (der Tablet -Autor, d. Red.) gesagt, dass mir die Zitate von Vertretern von Bob Dylan aus Archivmaterial zur Verfügung gestellt wurden. Das war eine Lüge in einem Moment der Panik", sagte Lehrer. Den BBC-Angaben zufolge wurden die Sendungen des Buches nach Bekanntwerden des Betrugs gestoppt. Auch das E-Book sei aus dem Verkauf genommen worden, hieß es.

Houghton Mifflin, der Herausgeber des New Yorker , sagte, Lehrer habe einen "schwerwiegenden Fehler" gemacht. Lehrer habe zudem seinen Job beim New Yorker gekündigt, weil er auch zuvor schon negativ aufgefallen sei, indem er Textausschnitte aus seinem Buch für das Magazin weiterverwendet hatte, ohne sie zu kennzeichnen. Das Magazin ist bekannt dafür, seine Fakten gründlich zu prüfen.