Nach der heftigen Kritik an der bevorstehenden Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler hat die Stadt Frankfurt die Entscheidung noch einmal bekräftigt. Kulturdezernent Felix Semmelroth ( CDU ) sagte, er stehe voll hinter der Entscheidung des Kuratoriums.

Das Kuratorium hatte die US-amerikanische Philosophin Butler als "eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit" gewürdigt. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte gegen die Auszeichnung protestiert .

Es sei empörend, dass in Butler ausgerechnet jemand geehrt werde, der zum Boykott gegen Israel aufrufe und Organisationen wie Hamas und Hisbollah als legitime soziale Bewegungen bezeichne, hatte Zentralrat-Generalsekretär Stephan J. Kramer erklärt. Semmelroth sagte, die Kritik sei verständlich, aber ungerechtfertigt.

Auf ZEIT ONLINE hat Butler die Vorwürfe als verleumderisch und haltlos bezeichnet . Sie sei weder antisemitisch noch unterstütze sie Hamas und Hisbollah. "Es ist falsch, absurd und schmerzlich, wenn irgendjemand behauptet, dass diejenigen, die Kritik am israelischen Staat üben, antisemitisch oder, falls jüdisch, voller Selbsthass seien."

Die jüdische Philosophin, die an der University of California in Berkeley lehrt, unterstützt die Boykottbewegung, die gegen die Besetzung der palästinensischen Gebiete durch Israel protestiert. Butler sagte, sie lehne jede Form von Gewalt ab.

Der Theodor-W.-Adorno-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt vergeben.