Adorno-Preisträgerin Butler: "Diese Antisemitismus-Vorwürfe sind verleumderisch und haltlos"
Die jüdische Philosophin Judith Butler, Anwärterin auf den Adorno-Preis, wird bezichtigt, sie unterstütze Hamas und Hisbollah. Hier antwortet sie ihren Kritikern.
Vor einigen Tagen veröffentlichte die Jerusalem Post einen Artikel, dem zufolge sich einige Organisationen dagegen wehren, dass ich den diesjährigen Adorno-Preis erhalten soll – eine Auszeichnung, die alle drei Jahre an jemanden verliehen wird, der im weitesten Sinn in der Tradition der Kritischen Theorie arbeitet.
Mir wird vorgeworfen, dass ich Hamas und Hisbollah unterstütze (was nicht stimmt), dass ich die Kampagne "Boycott, Divestment and Sanctions", kurz BDS, unterstütze (was mit Einschränkungen stimmt) und dass ich antisemitisch bin (was völlig falsch ist). Vielleicht sollte man nicht so überrascht darüber sein, wie ich es bin, dass meine Gegner zu derart verleumderischen und haltlosen Vorwürfen greifen, um ihre Sache zu vertreten.
Ich bin eine Wissenschaftlerin, die durch das jüdische Denken zur Philosophie gekommen ist, und ich verstehe mich als jemand, der eine jüdische ethische Tradition verteidigt und diese im Sinne von beispielsweise Martin Buber und Hannah Arendt fortführt. Ich wurde in der Synagoge The Temple in Cleveland, Ohio, unter Anleitung von Rabbi Daniel Silver ins Judentum eingeführt und entwickelte dabei radikale ethische Positionen auf der Grundlage des jüdischen philosophischen Denkens. Ich lernte – und lernte zu akzeptieren –, dass wir von anderen, wie auch von uns selbst, angerufen und in Anspruch genommen werden, um auf Leid zu reagieren und zu seiner Linderung beizutragen. Um dies zu tun, müssen wir sensibel genug sein, den Ruf zu hören und die Mittel zu finden, um reagieren zu können.
- Judith Butler
Judith Butler, geboren 1956, lehrt an der Universität Berkeley, USA, Rhetorik und Vergleichende Literaturwissenschaft. 1990 wurde sie mit ihrem Werk Gender Trouble (Das Unbehagen der Geschlechter) weit über die Fachgrenzen hinaus bekannt. Am 12. September 2012 soll ihr in Frankfurt der Theodor-W.-Adorno-Preis verliehen werden. Am 15. September wird sie an einer Podiumsdiskussion im Jüdischen Museum in Berlin teilnehmen.
- Die Kritik
Judith Butler, so die Kritik, habe bei einem "Teach-In Against War" der Universität Berkeley im September 2006 auf eine Frage aus dem Publikum hin die palästinensische Hamas und auch die Hisbollah der "progressiven Linken" zugerechnet und als "soziale Bewegungen" bezeichnet. Ebenfalls kritisiert wird, dass sie die Kampagne "Boycott, Divestment and Sanctions" unterstützt – die von israelischer Seite oft als Versuch gewertet wird, den jüdischen Staat zu delegitimieren. Nach Bekanntgabe ihrer Nominierung für den Theodor-W.-Adorno-Preis wurden diese Vorwürfe wiederholt vorgebracht – unter anderem von der Jerusalem Post. Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, kommentierte daraufhin: "Eine bekennende Israel-Hasserin mit einem Preis auszuzeichnen, der nach dem großen, von den Nazis als 'Halbjude' in die Emigration gezwungenen Philosophen benannt wurde, kann nicht als bloßer Fehlgriff gelten". Der hier veröffentlichte Text ist eine Antwort Judith Butlers auf ebendiese Kritik. Er erschien zuerst auf der Website mondoweiss.net
- Die Auszeichnung
Der Theodor-W.-Adorno-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt vergeben. Geehrt werden hervorragende Leistungen in Philosophie, Musik, Theater und Film. Seit 1977 wird der Preis traditionell am 11. September, dem Geburtstag Adornos (1903-1969), in der Paulskirche übergeben. Zuletzt erhielt ihn der Filmemacher, Publizist und Philosoph Alexander Kluge.
Während meiner Einweisung ins Judentum habe ich auf Schritt und Tritt gelernt, dass es nicht hinnehmbar ist, im Angesicht von Ungerechtigkeiten zu schweigen. Das ist kein einfaches Gebot, weil es uns nicht genau vorgibt, wann und wie man sprechen soll. Es gibt uns nicht vor, wie man auf eine Weise sprechen soll, die nicht neue Ungerechtigkeiten verursacht. Und auch nicht, wie man sprechen soll, um auf die richtige Weise gehört und registriert zu werden. Meine tatsächliche Position wird von meinen Verleumdern nicht gehört, und vielleicht sollte mich das nicht überraschen, insofern ihre Taktik darin besteht, die Bedingungen der Hörbarkeit selbst zu zerstören.
Wer Kritik äußert, wird dämonisiert
Ich habe Philosophie an der Universität Yale studiert und dabei immer wieder über Fragen jüdischer Ethik nachgedacht. Ich bin immer noch dankbar für die Ausbildung, die ich genossen habe und die mich nach wie vor motiviert. Es ist falsch, absurd und schmerzlich, wenn irgendjemand behauptet, dass diejenigen, die Kritik am israelischen Staat üben, antisemitisch oder, falls jüdisch, voller Selbsthass seien. Man versucht, diejenigen, die eine kritische Auffassung vorbringen, zu dämonisieren und so ihre Sichtweise zu diskreditieren. Es handelt sich um eine Taktik, die darauf abzielt, Menschen zum Schweigen zu bringen: Was immer man sagt, es ist von vornherein abzulehnen oder so zu verdrehen, dass die Triftigkeit des Sprechakts geleugnet wird.
Mit dieser Art von Vorwurf weigert man sich, die kritische Sichtweise zu erörtern, ihre Gültigkeit zu diskutieren, ihre Belege zu prüfen und zu einer vernünftig begründeten Schlussfolgerung zu kommen. Der Vorwurf ist nicht nur ein Angriff auf Menschen mit Ansichten, die manche verwerflich finden, sondern auch ein Angriff auf den vernünftigen Austausch an sich. Wenn eine Gruppe Juden eine andere Gruppe Juden als "antisemitisch" bezeichnet, dann versucht sie, das Recht, im Namen der Juden zu sprechen, zu monopolisieren. Der Vorwurf des Antisemitismus ist also in Wirklichkeit oftmals ein Deckmantel für einen innerjüdischen Streit.
Es hat mich alarmiert, wie viele Juden in den Vereinigten Staaten versuchen, ihr Judentum zu leugnen, weil sie über die israelische Politik bestürzt sind, zu der etwa die Besetzung, die Praxis der Haft auf unbestimmte Zeit und die Bombardierung ziviler Ziele im Gazastreifen gehören. Diese Juden glauben irrtümlicherweise, dass der Staat Israel das Judentum unserer Zeit repräsentiert und dass man, wenn man sich als Jude begreift, Israel und seine Vorgehensweise zu unterstützen hat. Dabei hat es immer auch jüdische Traditionen gegeben, die sich staatlicher Gewalt widersetzten, ein multikulturelles Zusammenleben bejahten und die Grundsätze der Gleichheit verteidigten. Dieser zentrale ethische Traditionsstrang wird vergessen oder beiseitegeschoben, sobald Israel als Grundlage jüdischer Identität oder jüdischer Werte akzeptiert wird.
Auf der einen Seite also glauben Juden, die Israel kritisieren, womöglich, dass sie keine Juden mehr sein können, wenn Israel für das Judentum steht. Auf der anderen Seite setzen auch jene, die jeden Israelkritiker niederzuringen versuchen, Judentum und Israel gleich, was zu dem Schluss führt, dass der Kritiker antisemitisch oder, falls jüdisch, voller Selbsthass sein muss. Mein wissenschaftliches und öffentliches Bestreben ist es immer gewesen, diese Fessel abzustreifen.
Meiner Ansicht nach gibt es starke jüdische Traditionen, sogar frühe zionistische Traditionen, in denen Wege eröffnet werden, um sich allen Formen von Gewalt, einschließlich der staatlichen, zu widersetzen. Es ist von größter Bedeutung, dass diese Traditionen für unsere Zeit gewürdigt und wiederbelebt werden – sie stehen für die Werte der Diaspora, die Kämpfe um soziale Gerechtigkeit und den immer bedeutsameren jüdischen Wert, "die Welt zu reparieren" (Tikkun).
Mir ist klar, dass die Wogen der Erregung, die in diesen Fragen so leicht hochschlagen, es sehr schwer machen, miteinander zu reden und einander zuzuhören. Ein paar Worte werden aus dem Zusammenhang gerissen, ihre Bedeutung wird verdreht, und dann etikettiert man ein Individuum oder brandmarkt es sogar. Das geht vielen so, die Israel kritisieren – man brandmarkt sie als Antisemiten oder gar als Helfershelfer der Nazis; eine Form der Anschuldigung, die dazu dienen soll, die beständigsten und giftigsten Formen von Stigmatisierung und Dämonisierung zu zementieren. Man nimmt den Kritiker ins Visier, indem man seine Worte aus dem Zusammenhang reißt und ihre Bedeutung auf den Kopf stellt. Man erklärt seine Auffassungen ohne Rücksicht auf deren Inhalt für nichtig.
Für all jene unter uns, deren Vorfahren europäische, im Nazivölkermord umgekommene Juden waren (die Familie meiner Großmutter wurde in einem kleinen Dorf südlich von Budapest ausgelöscht), ist es die schmerzlichste Beleidigung und Verletzung, der Komplizenschaft mit dem Judenhass oder des jüdischen Selbsthasses bezichtigt zu werden. Und es ist nur umso schwerer, den Schmerz einer solchen Anschuldigung auszuhalten, wenn man zu bekräftigen versucht, was am Judentum von höchstem Wert für das Nachdenken über die zeitgenössische Ethik ist – einschließlich des ethischen Verhältnisses zu jenen, denen Grund und Boden und das Recht auf Selbstbestimmung vorenthalten werden, zu jenen, die versuchen, die Erinnerung an ihre Unterdrückung lebendig zu erhalten, zu jenen, die ein Leben zu leben versuchen, das es wert ist und sein muss, betrauert zu werden.
Ich behaupte, dass sich all diese Werte von bedeutenden jüdischen Quellen ableiten, was nicht heißen soll, dass sie sich nur von diesen Quellen ableiten. Angesichts meines geschichtlichen Hintergrunds ist es mir als Jüdin wichtig, mich gegen Ungerechtigkeiten auszusprechen und alle Formen von Rassismus zu bekämpfen. Das macht mich nicht zu einer jüdischen Selbsthasserin. Es macht mich zu jemandem, der ein Judentum bejahen möchte, das sich nicht mit staatlicher Gewalt, sondern mit dem Kampf um soziale Gerechtigkeit auf breiter Basis identifiziert.
Ich akzeptiere nicht alle Gruppierungen der globalen Linken
Meine Bemerkungen zu Hamas und Hisbollah wurden aus dem Zusammenhang gerissen, um meine bekannten und weiterhin bestehenden Auffassungen aufs Übelste zu verzerren. Ich war immer für gewaltfreies politisches Handeln, ein Grundsatz, der meine Ansichten durchgängig charakterisiert. Vor einigen Jahren wurde ich während eines akademischen Vortrags aus dem Publikum heraus gefragt, ob Hamas und Hisbollah meiner Ansicht nach Teil der "globalen Linken" seien, worauf ich mit zwei Anmerkungen antwortete. Mein erster Punkt war rein deskriptiv: Die genannten politischen Organisationen verstünden sich als antiimperialistisch, und Antiimperialismus sei ein Merkmal der globalen Linken, sodass man sie vor diesem Hintergrund als Teil der globalen Linken beschreiben könnte. Mein zweiter Punkt war kritischer Natur: Wie bei jeder linken Gruppierung müsse man sich entscheiden, ob man für oder gegen diese Gruppe sei, und man müsse ihre Positionen kritisch überprüfen. Ich akzeptiere oder befürworte nicht alle Gruppierungen der globalen Linken. Tatsächlich folgten diese Bemerkungen einem Vortrag, in dem ich die Bedeutung des öffentlichen Trauerns und der politischen Praktiken des gewaltfreien Handelns hervorgehoben hatte, ein Prinzip, das ich in drei meiner jüngsten Bücher verteidige: Gefährdetes Leben, Raster des Krieges sowie Parting Ways. Zu meinen Ansichten über Gewaltfreiheit wurde ich von Guernica und anderen Onlinemagazinen interviewt, und die entsprechenden Ausführungen sind leicht zu finden, wenn man wissen will, wie ich in diesen Fragen denke.
Tatsächlich mokieren sich gelegentlich Vertreter der Linken über mich, die Formen des gewaltsamen Widerstands befürworten und der Meinung sind, ich verstünde diese Praktiken schlicht nicht. Es stimmt: Ich billige die Praxis des gewaltsamen Widerstands genauso wenig, wie ich staatliche Gewalt billige, billigen kann oder je gebilligt habe. Diese Position macht mich vielleicht eher naiv als gefährlich, aber es ist meine Position. Folglich ist es mir immer absurd erschienen, dass meine Bemerkungen so aufgefasst wurden, als wollte ich Hamas oder Hisbollah unterstützen oder billigen! Ich habe zu keiner der beiden Organisationen je Stellung bezogen, so wie ich auch nie eine beliebige Organisation unterstützt habe, nur weil man sie der globalen Linken zurechnen kann – ich bin keine Anhängerin aller Gruppierungen, die gegenwärtig die globale Linke ausmachen. Festzustellen, dass jene Organisationen Teil der Linken sind, heißt nicht, zu sagen, dass sie ein Teil der Linken sein sollten oder dass ich sie in irgendeiner Weise befürworte oder unterstütze.
Zwei weitere Punkte: Ich unterstütze die Kampagne "Boycott, Divestment and Sanctions" in einer sehr bestimmten Weise. Manche ihrer Erscheinungsformen lehne ich ab, andere befürworte ich. Ich bin gegen Investitionen in Unternehmen, die militärisches Gerät ausschließlich zu dem Zweck herstellen, Häuser zu zerstören. Ebenso lehne ich Vorträge an israelischen Institutionen ab, die sich nicht eindeutig gegen die Besetzung aussprechen. Hingegen akzeptiere ich nicht die Zielsetzung, einzelne Personen aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit zu diskriminieren, und ich werde auch weiterhin enge und kooperative Beziehungen zu zahlreichen israelischen Wissenschaftlern unterhalten. Ein Grund, warum ich BDS befürworte, Hamas und Hisbollah aber nicht befürworten kann, besteht darin, dass BDS die größte gewaltfreie zivile politische Bewegung ist, die sich für die Gleichheit und die Selbstbestimmungsrechte der Palästinenser einsetzt.
Meine Auffassung ist, dass Juden und Palästinenser einen Weg finden müssen, unter gleichen Bedingungen zusammenzuleben. Wie so viele andere sehne auch ich mich nach einem wirklich demokratischen Gemeinwesen in jenem Flecken Erde, und ich befürworte die Grundsätze der Selbstbestimmung und des Zusammenlebens für beide Völker, ja für alle Völker. Und ich wünsche mir, zusammen mit einer wachsenden Zahl von Juden und Nichtjuden, dass die Besetzung ein Ende findet, dass Gewalttätigkeiten jeder Art eingestellt werden und dass die wesentlichen politischen Rechte aller Völker in der Region durch eine neue politische Struktur garantiert werden.
Zwei letzte Bemerkungen: Die Gruppe, die den Aufruf gegen mich sponsert, nennt sich Scholars for Peace in the Middle East, was man bestenfalls als einen irreführenden Namen bezeichnen kann. Auf ihrer Website behauptet die Gruppe, der "Islam" sei eine "von Natur aus antisemetische [sic!] Religion". Es handelt sich nicht, wie die Jerusalem Post schrieb, um einen bedeutenden Zusammenschluss jüdischer Gelehrter in Deutschland, sondern um eine internationale Organisation mit Sitz in Australien und Kalifornien – eine rechte Gruppierung, die somit Teil einer innerjüdischen Auseinandersetzung ist. Ihr früheres Vorstandsmitglied Gerald Steinberg ist bekannt dafür, Menschenrechtsorganisationen in Israel ebenso zu attackieren wie Amnesty International und Human Rights Watch. Deren Bereitschaft, auch israelische Menschenrechtsverletzungen zu thematisieren, qualifiziert sie offensichtlich ebenfalls für das Etikett "antisemitisch".
Zu guter Letzt: Ich bin kein Werkzeug irgendeiner NGO. Ich sitze im Beirat der Jewish Voice for Peace, gehöre der Kehillah-Synagoge im kalifornischen Oakland an und bin Vorstandsmitglied der Faculty for Israeli-Palestinian Peace in the US sowie des Dschenin-Theaters in Palästina. Meine politischen Ansichten sind nicht auf den Nahen Osten oder den Staat Israel beschränkt, sondern gelten einer beträchtlichen Reihe von Themen. So habe ich über Gewalt und Ungerechtigkeit in anderen Teilen der Welt geschrieben und mich dabei vor allem auf Kriege konzentriert, die die Vereinigten Staaten führen. Auch habe ich über die Gewalt geschrieben, die transsexuellen Menschen in der Türkei zugefügt wird, über psychiatrische Gewalt, Folter in Guantánamo sowie über Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten in den USA, um nur einige Themen zu nennen. Und ich habe gegen den Antisemitismus in Deutschland sowie gegen die Rassendiskriminierung in den Vereinigten Staaten angeschrieben.
Aus dem Englischen von Michael Adrian







leider gab Frau Butler keinen Kommentar zum Thema Pinkwashing ab. Wäre interessant gewesen: http://jungle-world.com/a...
Der Hinweis das Israel keine Homosexuellen verfolgt sollte nicht als Universalrechtfertigung für alles dienen.
Genau so gut könnte man darauf hinweisen, Idi Amin zumindest keine Schwarzen gehasst hat.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Vergleiche. Danke, die Redaktion/au.
Der Hinweis das Israel keine Homosexuellen verfolgt sollte nicht als Universalrechtfertigung für alles dienen.
Genau so gut könnte man darauf hinweisen, Idi Amin zumindest keine Schwarzen gehasst hat.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Vergleiche. Danke, die Redaktion/au.
Meiner Meinung nach hat Frau Butler die Sachlage korrekt analysiert - es ist nicht zu leugnen, dass diese Kritiker ihre selbst gefundenen Gegner dämonisieren und denunzieren.
Dies ist jedoch kein neues Phänomen, sondern doch eigentlich eine altbekannte Strategie von Menschenhassern, die Menschenrechte und -würde ausschließlich für sich selbst beanspruchen.
Das sieht man bspw. auch an den "PI"-Neonazis, die liebend gerne und immer wieder auf Christenverfolgungen in muslimischen Ländern deuten, aber exakt die gleiche Hetze, Deportationsforderungen und den teilweise Mordaufrufe betreiben.
Insofern überrascht mich die Naivität einer 56jährigen Wissenschaftlerin, die sich mit diesen Themen eigentlich hätte auch im realen Leben auseinandersetzen und erkennen müssen.
Nichts an den widerlichen Angriffen ihrer Gegner ist wirklich überraschend.
Wer gleich mit einer Schere im Kopf an die (wissenschaftliche) Arbeit geht, wird wahrscheinlich viel weniger leisten als jemand, der sich ab und an auch angreifbar macht. Für mich als Laien gilt bei Nahostdebatten mittlerweile die Regel: je ruhiger der Vortrag, desto wahrscheinlicher lohnt sich das Zuhören (oder Lesen).
Vermehrt ist Israel heute wieder Rueckzugsort fuer Juden aus Europa, die vor dem aufkeimenden islamischen Antisemitismus in Europa nach Israel fliehen.
Wer gegen Israels massnahmen gegen den Terror und die fundamentalistische Gewalt von Hamas und Hisbollah agitiert, der spricht letztendlich Israel sein Recht auf Selbstverteidigung ab und macht sich zum Sprachrohr derer, die Israel auf moralische Weise delegitimieren wollen.
[...]
Bitte verzichten Sie auf unsachliche Mutmaßungen. Danke, die Redaktion/mo.
"Vermehrt ist Israel heute wieder Rueckzugsort fuer Juden aus Europa, die vor dem aufkeimenden islamischen Antisemitismus in Europa nach Israel fliehen."
Legendenbildung. Israel wird eher zum Auswanderungsland:
"Viele Juden aus Israel wandern in die USA aus, weil die Ultrareligiösen immer größeren Einfluss gewinnen. Israel versucht mit Werbekampagnen gegenzusteuern."
http://www.zeit.de/gesell...
Ansonsten ist Ihr erwartbar aggressiver, niederträchtiger und hasserfüllter Beitrag ein guter Beleg für die Richtigkeit der Äusserungen Butlers:
"Wer gegen Israels massnahmen gegen den Terror und die fundamentalistische Gewalt von Hamas und Hisbollah agitiert, der spricht letztendlich Israel sein Recht auf Selbstverteidigung ab und macht sich zum Sprachrohr derer, die Israel auf moralische Weise delegitimieren wollen."
q.e.d.
Ihr Kommentar ist eine erschreckende Bestätigung für die Ausführungen von Judith Butler. Ich wünsche Frau Butler weiterhin Mut und Stärke für ihren Einsatz für eine friedlichere Welt.
Ich habe da einen Verdacht: ist "franzhaupt" vielleicht das Pseudonym von Josef Joffe?
Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sh
„Vermehrt ist Israel heute wieder Rueckzugsort fuer Juden aus Europa, die vor dem aufkeimenden islamischen Antisemitismus in Europa nach Israel fliehen.“
Sie haben das Problem, wahrscheinlich ungewollt, auf den Punkt gebracht: Warum sollten die autochthonen nicht-jüdischen Bewohner Palästinas (als geographischer Begriff) eigentlich die Leidtragenden für historischen und aktuellen Antisemitismus in Europa sein? Hat sich ein arabischer Palästinenser in den besetzten Gebieten oder in Israel gefälligst damit abzufinden, unter israelischer Besatzung bzw. als Bürger zweiter Klasse zu leben, weil es anderswo Antisemitismus gab/gibt?
Entfernt, kein sachlicher Debattenbeitrag (siehe Netiquette). Die Redaktion/sh
Israel wird eher wieder verlassen als das man dorthin "fliehen" will.
Vor einigen Monaten gab es doch vermehrt Medienberichte, dass viel "Überlebene" doch mal wieder ihre Pässe besorgen um zurück nach Deutschland zu kommen.
"Vermehrt ist Israel heute wieder Rueckzugsort fuer Juden aus Europa, die vor dem aufkeimenden islamischen Antisemitismus in Europa nach Israel fliehen."
Legendenbildung. Israel wird eher zum Auswanderungsland:
"Viele Juden aus Israel wandern in die USA aus, weil die Ultrareligiösen immer größeren Einfluss gewinnen. Israel versucht mit Werbekampagnen gegenzusteuern."
http://www.zeit.de/gesell...
Ansonsten ist Ihr erwartbar aggressiver, niederträchtiger und hasserfüllter Beitrag ein guter Beleg für die Richtigkeit der Äusserungen Butlers:
"Wer gegen Israels massnahmen gegen den Terror und die fundamentalistische Gewalt von Hamas und Hisbollah agitiert, der spricht letztendlich Israel sein Recht auf Selbstverteidigung ab und macht sich zum Sprachrohr derer, die Israel auf moralische Weise delegitimieren wollen."
q.e.d.
Ihr Kommentar ist eine erschreckende Bestätigung für die Ausführungen von Judith Butler. Ich wünsche Frau Butler weiterhin Mut und Stärke für ihren Einsatz für eine friedlichere Welt.
Ich habe da einen Verdacht: ist "franzhaupt" vielleicht das Pseudonym von Josef Joffe?
Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sh
„Vermehrt ist Israel heute wieder Rueckzugsort fuer Juden aus Europa, die vor dem aufkeimenden islamischen Antisemitismus in Europa nach Israel fliehen.“
Sie haben das Problem, wahrscheinlich ungewollt, auf den Punkt gebracht: Warum sollten die autochthonen nicht-jüdischen Bewohner Palästinas (als geographischer Begriff) eigentlich die Leidtragenden für historischen und aktuellen Antisemitismus in Europa sein? Hat sich ein arabischer Palästinenser in den besetzten Gebieten oder in Israel gefälligst damit abzufinden, unter israelischer Besatzung bzw. als Bürger zweiter Klasse zu leben, weil es anderswo Antisemitismus gab/gibt?
Entfernt, kein sachlicher Debattenbeitrag (siehe Netiquette). Die Redaktion/sh
Israel wird eher wieder verlassen als das man dorthin "fliehen" will.
Vor einigen Monaten gab es doch vermehrt Medienberichte, dass viel "Überlebene" doch mal wieder ihre Pässe besorgen um zurück nach Deutschland zu kommen.
der deutlich macht, in welch schwieriger persönlicher
Lage sich viele Juden weltweit befinden.
Aufgeklärt und universellen Menschenrechten verpflichtet auf der einen Seite......
andererseits in einem Loyalitätskonflikt in bezug auf Israel......den es SO eigentlich nicht geben dürfte.
Es ist ja nicht die Frage "Israel...Ja oder Nein"
Es ist die Frage "Welches Israel..basierend auf
Welchen Werten?"
Und nein....naiv ist folgendes nicht.
Es ist die einzig akzeptable Haltung:
"Ich billige die Praxis des gewaltsamen Widerstands genauso wenig, wie ich staatliche Gewalt billige, billigen kann oder je gebilligt habe. Diese Position macht mich vielleicht eher naiv als gefährlich, aber es ist meine Position."
Schön, dass man hier Frau Butler die Möglichkeit
gegeben hat, ihre Position (die ähnlich vieler anderer
Juden ist) zu erklären.
Naivität wird gerne denen unterstellt, die Denken. Die in der Lage sind, einen Gedanken weiter- oder zuende zu denken. Die es nicht ertragen wollen, nur die eine Sichtweise, die herrschende, hinzunehmen.
Dem Kommentar von noprincess schließe ich mich voll an.
#4 franzhaupt irrt. Der einzige Schutz aller Menschen, nicht nur von Juden aber auch wesentlich von Juden, vor Entwürdigung, Verfolgung, Diskriminierung, Ermordung, vor Antisemitismus, Antiziganismus, Anti....(beliebige Ethnie einsetzbar) sind auf Dauer nicht waffenstarrende Armeen (obwohl im konkreten Fall mitunter notwendig), nicht effiziente Geheimdienste (obwohl wahrscheinlich nicht so schnell abschaffbar), sondern zunächst die staatliche Annerkennung und Durchsetzung der Menschenrechte (z.B. Art. 1 GG) für alle Menschen, es ist Aufgabe der Polizei, der Schulen, der Eltern.
Im Übrigen wird Israel zwar mehrheitlich von Juden bewohnt, ist aber eben nicht ein 'Judenstaat'. In einer Broschüre des israelischen Außenministeriums wird ausdrücklich auf die kulturelle und religiöse Vielfalt (ca. 21% Moslems, 2% Drusen, usw.), auf die rechtliche Gleichstellung aller Israelis hingewiesen. Jeder Staat muß Minderheiten schützen, z.B. vor 'national befreiten Zonen', egal ob es sich dabei um Vietnamesen in Rostock, einen jüdischen Rabbiner in Berlin Kreuzberg, arabische Jugendliche in Jerusalem oder Romas in einer ungarischen Kleinstadt handelt. 'National befreite Zonen' sind ein schwerer Zivilisationsbruch, eine Negation der Offenen Gesellschaft.
Wer das "Nie wieder" nach Auschwitz, den Schwur von Buchenwald zum "Nie wieder wir" verengt, denkt und (was schlimmer ist) handelt zu kurz.
Daher nochmals, danke Frau Butler und shalom.
Naivität wird gerne denen unterstellt, die Denken. Die in der Lage sind, einen Gedanken weiter- oder zuende zu denken. Die es nicht ertragen wollen, nur die eine Sichtweise, die herrschende, hinzunehmen.
Dem Kommentar von noprincess schließe ich mich voll an.
#4 franzhaupt irrt. Der einzige Schutz aller Menschen, nicht nur von Juden aber auch wesentlich von Juden, vor Entwürdigung, Verfolgung, Diskriminierung, Ermordung, vor Antisemitismus, Antiziganismus, Anti....(beliebige Ethnie einsetzbar) sind auf Dauer nicht waffenstarrende Armeen (obwohl im konkreten Fall mitunter notwendig), nicht effiziente Geheimdienste (obwohl wahrscheinlich nicht so schnell abschaffbar), sondern zunächst die staatliche Annerkennung und Durchsetzung der Menschenrechte (z.B. Art. 1 GG) für alle Menschen, es ist Aufgabe der Polizei, der Schulen, der Eltern.
Im Übrigen wird Israel zwar mehrheitlich von Juden bewohnt, ist aber eben nicht ein 'Judenstaat'. In einer Broschüre des israelischen Außenministeriums wird ausdrücklich auf die kulturelle und religiöse Vielfalt (ca. 21% Moslems, 2% Drusen, usw.), auf die rechtliche Gleichstellung aller Israelis hingewiesen. Jeder Staat muß Minderheiten schützen, z.B. vor 'national befreiten Zonen', egal ob es sich dabei um Vietnamesen in Rostock, einen jüdischen Rabbiner in Berlin Kreuzberg, arabische Jugendliche in Jerusalem oder Romas in einer ungarischen Kleinstadt handelt. 'National befreite Zonen' sind ein schwerer Zivilisationsbruch, eine Negation der Offenen Gesellschaft.
Wer das "Nie wieder" nach Auschwitz, den Schwur von Buchenwald zum "Nie wieder wir" verengt, denkt und (was schlimmer ist) handelt zu kurz.
Daher nochmals, danke Frau Butler und shalom.
1. Was nicht buchstabengetreu der reinen Lehre entspricht ist nicht für uns.
2. Wer sich nicht auf Zuruf von seinen "Fehlern" distanziert ist nicht für uns.
3. Wer nicht für uns ist ist gegen uns und gehört bekämpft.
Das ganze wird dann mit medialer Brachialgewalt inszeniert und fertig ist "der Rechte", "die Antisemitin". Die wenigsten Ziele derartiger Kampagnen sind dann noch in der Lage oder bekommen auch nur eine Plattform eine vernünftige Darstellung ihrer Sicht zu verbreiten.
man müsse "das Klima reparieren", dass damit die alte jüdische Tradition des Tikkun verwirklicht werde und dass alle "Klimaskeptiker" Antisemiten sind - hoffentlich spricht sich möglichst bald einmal herum, dass Tikkun eigentlich ein ethisches Konzept ist (und dass nicht einmal das Wetter "repariert" werden kann)
Naivität wird gerne denen unterstellt, die Denken. Die in der Lage sind, einen Gedanken weiter- oder zuende zu denken. Die es nicht ertragen wollen, nur die eine Sichtweise, die herrschende, hinzunehmen.