Die Schriftstellerin Ursula Krechel hat den Deutschen Buchpreis 2012 gewonnen. Sie erhielt die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren Roman Landgericht .

Im Buch der 64-jährigen Autorin geht es um die Gründungsjahre der Bundesrepublik. Ein jüdischer Richter, der in der Nazi-Zeit fliehen musste, kehrt in seine Heimat zurück. Doch in einem Land, das so schnell wie möglich in die Normalität zurückfinden will, ist er nicht erwünscht.

"Bald poetisch, bald lakonisch, zeichnet Krechel präzise ihr Bild der frühen Bundesrepublik – von der Architektur über die Lebensformen bis hinein in die Widersprüche der Familienpsychologie", heißt es in der Begründung der Jury. Landgericht sei "ein bewegender, politisch akuter, in seiner Anmutung bewundernswert kühler und moderner Roman".

Die in Berlin lebende Autorin hat sich mit 13 Gedichtbänden vor allem als Lyrikerin einen Namen gemacht. Landgericht ist ihr dritter Roman, Krechel ist gelernte Journalistin.

Erster Roman im Jahr 1981

Ihre erste literarische Arbeit war 1974 das Theaterstück Erika , ein Buch, das auch in der Frauenbewegung umstritten war. Mit dem Feminismus setzte sie sich außerdem in dem Buch Selbsterfahrung und Fremdbestimmung. Bericht aus der Neuen Frauenbewegung (1975) auseinander.

Krechels erster Roman Zweite Natur. Szenen eines Romans erschien 1981. In den folgenden Jahren veröffentlichte sie Gedichte, Hörspiele, Dramen und Prosawerke, parallel arbeitete sie als Dozentin an zahlreichen Universitäten im In- und Ausland.

Der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Buchpreis wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehen. Vergeben wird er vom Deutschen Buchhandel.