Nils Koppruch lebte und arbeitete in Hamburg. © Dennis Williamson

Wie das Hamburger Abendblatt meldet, ist der Musiker und Maler Nils Koppruch ist in der Nacht zu Mittwoch gestorben. Seine Plattenfirma Trocadero erklärte, er sei friedlich eingeschlafen.

Koppruch war von 1996 bis 2006 Sänger der Hamburger Band Fink. Ein Jahr später veröffentlichte er sein erstes Soloalbum Den Teufel tun . 2010 folgte Caruso . Seine Songs waren stark von amerikanischer Folkkultur geprägt, dazu sang er deutschsprachige, poetische Texte voll Hinterwitz. "In Ermangelung akzeptabler Popmusiktraditionen [in Deutschland] erfinde ich meine eigene Volksmusik", sagte er im Gespräch .


Erst im August dieses Jahres hatte er mit dem Songwriter Gisbert zu Knyphausen unter dem Projektnamen Kid Kopphausen ein gemeinsames Album herausgebracht. Im September war die Band damit auf Tour.

Unter dem Pseudonym SAM malte er Bilder, deren Ästhetik sich an der Punkbewegung orientierte. "Koppruch, Fan der Art Brut oder Outsider Art, pflegt einen stets erkennbaren, schwungvoll-rauen, dabei sicheren Strich, er schätzt kräftige Farben und schwarze Umrandungen wie im Comic", schrieb Helmut Ziegler 2008 im ZEITmagazin . Koppruch war Mitbetreiber verschiedener Ausstellungsräume. Mit rund 100 Werkschauen in Deutschland, Schweiz und Österreich zählte er zu den erfolgreichsten Malern der so genannten Off-Kunstszene.


Nils Koppruch wurde 47 Jahre alt, er hinterlässt seine Frau und einen Sohn.