Machtkampf bei Suhrkamp"Eine wühlende Horde schwerbezahlter Mit-Unholde"

Suhrkamp-Autor Peter Handke hat sich in den Machtkampf im Verlag eingemischt. Der Mitgesellschafter Barlach sei ein Unhold, der schon immer böse Absichten gehegt habe.

Autor Peter Handke

Autor Peter Handke  |  © Dominic Ebenbichler/Reuters

Suhrkamp-Autor Peter Handke hat Minderheitsgesellschafter Hans Barlach in einem Gastbeitrag für die ZEIT angegriffen. "Aber da, da ist, nein handelt ein von Grund auf Böser, ein Abgrundböser. Ein Unhold. Und der steht auf dem Boden des Rechts? Er wühlt darin, läßt darin wühlen die Horde der schwerbezahlten Mit-Unholde. Nicht recht so", schreibt Handke.

Handke ist seit 1966 Autor im Suhrkamp Verlag, der von Ulla Unseld-Berkéwicz geleitet wird. Barlach hatte sich zuletzt vor Gericht gegen Unseld-Berkéwicz durchgesetzt. 2011 hatte er gegen die damalige Geschäftsführung geklagt. Barlachs Vorwurf: Die Geschäftsführung habe ihre Kompetenzen überschritten und Gelder veruntreut. Weitere Prozesse, in denen es um die Machtbalance im Verlag geht, sind noch nicht entschieden.

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Handke wirft Barlach vor, im Verlag nach der alleinigen Macht zu streben. Barlach habe "als Neueinsteiger in unseren Verlag, in unser Haus, von Anfang an keinen guten Willen gezeigt, und nicht nur war er bar jeden guten Willens, oder meinetwegen jeder bona fide, vielmehr voll, prall, aufgeblasen prall des bösen Willens, oder der mala fide, und das ist, Moment für Moment, bis zum heutigen Tag so geblieben, womöglich noch verstärkt."

Böse Märchen und ein Friedensangebot

In Zusammenhang mit dem Gerichtsprozess kritisiert Handke auch die Berichterstattung über seine Verlegerin. Es werde ein "böses Märchen" über Unseld-Berkéwicz konstruiert. Die Öffentlichkeit müsse denken: "reiner Horror, diese Frau!"

Handke macht Barlach letztlich aber auch ein Friedensangebot: Er würde das Drama Der blaue Boll von Barlachs Großvater, dem Bildhauer Ernst Barlach, in andere Sprachen übersetzen, damit der Enkel sich um das literarische Werk des Großvaters, bislang beim Piper Verlag, in einem "neuen Verlag" verdient machen könne.

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Leserkommentare
  1. Nun, ich teile Handkes Meinung nicht, insbesondere sie als Polemik daherkommt. Jedoch weitaus interessanter ist es, wie einige Kommentatoren ihm die Meinung zu Serbien so übelnehmen, daß dies auf seine jetzige Meinung abstrahlt. Insbesondere, weil er Kritik an der politischen Strategie der westlichen Staaten geübt hat und trotzdem sich weigert, auszuziehen. Das allerdings ist eine undemokratische Denkweise, denn man muß nicht die Haltung einer Regierung mittragen, nur weil man über deren Autobahnen fährt.
    p.s. Vielleicht mindert sich ja das Unverständnis angesichts Serbiens, wenn man sich mal die Rolle des Bayerischen Rundfunks in diesen Konflikten zu Gemüte führt.

    3 Leserempfehlungen
  2. Hans Barlach ist aber im Recht und er hat auch Recht bekommen. Nicht er ist der Unhold, sondern all jene, die ihm sein Recht vorenthalten wollen. Das Bild oben ist übrigens hervorragend. Besser kann man die Charaktereigenschaften eines Unholdes nicht sichtbar werden lassen.

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    • Panic
    • 18. Dezember 2012 14:14 Uhr

    ist also ein Gerichtsurteil? Nun, das kann man zum jetzigen Zeitpunkt als nicht wirklich nennenswert erklären. Ansonsten empfehle ich Ihnen mal diesen Artikel, dann erfahren Sie ein wenig mehr und hören auch mal die andere Seite:

    http://www.morgenpost.de/...

    cheers

  3. Dass Leute sich in finsteren Weltengegenden mit rasender Begeisterung für ihre religiösen Vorstellungen die Schädel einschlagen sollte man mit einer gewissen Nachsicht betrachten.

    Denn wenn in einer angeblich weit zivilisierteren, vermeintlich aufgeklärten Gegend bereits derart apokalyptischer Zinnober veranstaltet wird, nur um die Frage zu klären, wer denn in einem defizitären Verlag das Sagen hat, zeigt dies nur das tiefe Bedürfnis des Homo Sapiens, sich und seinen Artgenossen das Leben möglichst schwer zu machen.

    Der salbungsvollen Bemäntelung zum Trotz handelt es sich bei dem Suhrkamp-Zwist letztlich nur um einen im Grunde recht billigen Erbschleicherkrieg, bei dem jeder der Kombattanten nach Kräften seine Bataillone verheizt. Dass sich Autoren so bereitwillig als Kanonenfutter hergeben, hat ja auch eine gewisse Tradition.

    Wäre der Verlag nicht so perfekt in die Medienlandschaft eingebettet, würde das Gekeife kaum zur Kenntnis genommen. So aber wächst sich der Sturm im Wasserglas zur Generalprobe für den Weltuntergang aus. Sollte letzterer nicht ohnehin diesen Freitag stattfinden? Passt dann ja.....

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    • Panic
    • 18. Dezember 2012 14:14 Uhr

    ist also ein Gerichtsurteil? Nun, das kann man zum jetzigen Zeitpunkt als nicht wirklich nennenswert erklären. Ansonsten empfehle ich Ihnen mal diesen Artikel, dann erfahren Sie ein wenig mehr und hören auch mal die andere Seite:

    http://www.morgenpost.de/...

    cheers

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    • TDU
    • 18. Dezember 2012 14:36 Uhr

    Immer überrascht ist man, wenn man sieht, wie "Hommes des Lettres", die Bewunderer des Wahren, Guten und Schönen so miteinander umgehen. Wie darf man es nennen, um eine Begriff aus er Ästehtik zu gebrauchen? "Widerlich".

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  4. Langsam ist es gut! Herr Handke halten Sie den Mund! Sie reden wirres Zeug. Schade, dass die Kulturseiten der deutschen Presse zunehmend beleidigend und bösartig versuchen die Leser zu unterhalten. Man muss nur einen Trottel finden, den man zitieren kann. Es ist abstoßend! Deutsche Zeitungen werden inhaltlich immer ärmer. Kein Wunder dass es immer mehr Menschen gibt, die dieses Zeug nicht mehr lesen wollen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Peter Handke | Ernst Barlach | Suhrkamp | Recht | Berichterstattung | Drama
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