Political Correctness: Warum wir uns bevormundet fühlen
Ist das alltägliche Leben eine große Kinderbuchreform? In der Klage über Tugendterror zeigt sich auch das liberale, weiße Individuum, das um seine Kompetenzen fürchtet.
Vom gottesfürchtigen, folgsamen Knaben der viktorianischen Zeit bis zum rebellischen Mädchen der 68er-Pädagogik, das in einer feministischen Umschreibung des Froschkönigs auch ohne schönen Prinzen auskam: Stets folgen die Lektoren und Verleger den Bedürfnissen der Eltern, die für ihre Kleinen nur das Beste wollen. Und die sich nicht vor anderen Eltern am Spielplatz schämen wollen, wenn ihr Kleiner das bei der "Negerprinzessin" Pippi Langstrumpf aufgeschnappte Wort nachplappert: Ja, woher hat er das denn wohl?
Es existiert nicht nur ein moralischer, sondern auch ein ökonomischer Markt für diese Wunschvorstellung von einer wenn nicht schmutzigen Gedanken insgesamt, so doch zumindest sündigen Worten entsagenden Nachkommenschaft. Der kommerziell verwertbare Konsumentenwunsch nach neuen Kinderbuchversionen ist eine Folge der gut gemeinten, aber naiven Vorstellung, man könne Kindern fromme Gedanken pädagogisch wirksam einflößen wie Bachblütentropfen und damit den Krankheiten der Gesellschaft vorbeugen.
Die Realität auf den Schulhöfen dürfte eine andere sein. Kaum sind die Kinder unter ihresgleichen, wird das mit Kreischen bedachte Tabu und das lustvoll artikulierte Verbotene unüberhörbar. Mühsam aus dem alphabetisierten Kinderzimmer verbannte Massenmedien melden sich mit unzensierten Botschaften zurück, die mit Bedacht zum Glimmen gebrachten, bildungsbürgerlich edierten Märchenfantasien verlieren an Reiz. Krasse Smartphonevideos und derbe Witze aus dem Unterschichtenfernsehen machen stattdessen die Runde. Das gesellschaftlich verdrängte Verletzende kehrt im kindlichen Sadismus wieder: "Du Opfer!" ist der Schlachtruf zur Distinktion der groben Unterschiede in der Hackordnung der Kleinen, "schwul" und "Schwuchtel" ist – Homosexuellenehe hin oder her – die Markierung für schwächliches Außenseitertum schlechthin.
Matthias Dusini, geboren 1967 in Meran, ist Kunstkritiker bei der Zeitschrift Falter in Wien. Thomas Edlinger, geboren 1967 in Wien, wirkt dort als Radiomacher (unter anderem moderiert er das Kulturmagazin Im Sumpf auf FM4), freier Kulturjournalist und Kurator. Im Jahr 2012 erschien ihr Buch In Anführungszeichen: Glanz und Elend der Political Correctness in der edition suhrkamp.
Zu Hause gibt es dann eventuell Erklärungsbedarf und elterliche Schamesröte. Einerseits soll das Kind vor allen materiellen wie immateriellen Schadstoffen geschützt werden. Andererseits ist es die Projektionsfläche des erwachsenen Autonomieideals. Nichts soll das Kind, trotz aller (über-)vorsichtigen Sorge um die Gefahren da draußen, an seiner Entwicklung zu einem freien, selbstbewussten Menschen hindern.
In diesem rousseauistischen Humus kann der kindliche Narzissmus prächtig gedeihen. Stampfend und trommelnd markiert er seinen Herrschaftsanspruch, während willfährige Eltern mit Bestechungsschokolade vor dem Tyrannen knien, der das Überziehen des Winteranoraks für den Rodelausflug verweigert. Wenn die Kleinen sich dann endlich gegenseitig mit Schneebällen bewerfen, wäre die Zeit gekommen, um über mögliche eigene narzisstische Kränkungen nachzudenken. Warum fühlen sich so viele Erwachsene von neu edierten Kinderbüchern bevormundet? Was empört sie, wenn einzelne Worte ausgetauscht werden?
Stolze Individualisten fühlen sich geknechtet
Offensichtlich hegen viele der selbsternannten Tugendterroropfer den Verdacht, political correctness sei nichts anderes als eine groß angelegte Kinderbuchreform. Ständig sagen einem Lehrer und andere Besserwisser, wie man sich zu verhalten und wie man schönzusprechen hat. Nie mehr Schule!, heißt ein Falco-Hit für Erwachsene, und den Refrain findet jeder gut, der sich schon lange nichts mehr sagen lassen will – weder von Gott, dem Gesangsverein oder dem Tugendstaat.
Unter der angeblich erbarmungslosen Knute fühlen sich stolze Individualisten geknechtet: Man darf nicht mehr Zigeunerschnitzel sagen, man muss (in Frankreich) eine Cola-Steuer auf zuckrige Getränke zahlen; sogar den Triumph, eines Tages aus eigener Willen mit dem Rauchen aufzuhören, versagt einem die sukzessive Entwöhnung durch immer strengere Antirauchergesetze. Ja, was darf man denn noch? Zum Beispiel Schnitzel essen, die eben nicht mehr Zigeunerschnitzel heißen, aber so schmecken; zum Beispiel dank der Erfindungen des Getränkemarkts soviel picksüße Limonade trinken wie noch nie; zum Beispiel – wie früher im Schulhof – draußen rauchen und sich damit zum Widerstandskämpfer stilisieren.






Ich muss sagen, ich kann dem Artikel wenig Essenz entnehmen, vieles klingt recht verschnörkelt. Man könnte fast annehmen, dass die Autoren sich selbst gerne lesen oder reden hören ;-)
Bei solchen Sätzen wie: "Diese Lesart des moralischen Reformismus lässt am Horizont der Geschichte gar einen Kommunismus der Selbstachtung aufleuchten"
Zum Thema: Die Menschen sind eben unterschiedlich. Und die Gesellschaft verändert sich ständig. Wer nur unter Weißen vor hundert Jahren aufgewachsen ist, hatte keinen Bezug zu Schwarzen und musste kein schlechtes Gewissen beim Wort Neger haben. Nur wenn wir heute tatsächlich ständig auf schwarze Menschen treffen, dann ist diese Bezeichnung keine weitentfernte exotische Sache, die mit dem Alltag nichts zu tun hat, sondern wir begegnen uns selbst - Menschen die auch nicht gerne abfällig bezeichnet werden wollen.
Und bei dem Thema sollten gerade die am wenigsten Diskriminierten - deutsche, weiße, heterosexuelle, christliche Männer - mal ein wenig zurückhaltender sein. Als Betroffener fühlt sich das dann plötzlich nicht mehr so lustig an, wenn andere lockere Witze und Sprüche reißen. Von gesetzlich verordneter Sprachkultur halte ich auch nichts, aber Worte können eben auch verletzen.
"Als Betroffener fühlt sich das dann plötzlich nicht mehr so lustig an, wenn andere lockere Witze und Sprüche reißen"
Über Krauts und Nazis? Das ficht mich nicht wirklich an. Auch nicht die Vorurteile, die gegeüber den von Ihnen Benannten vorherrschen.
Einen Schnitt muss man da machen, wo es diskriminierend wird. Aber man muss auch einem Begriff gegenüber nicht überempflindlich werden.
Und wenn sich hier jemand dafür stark macht, dass ein bestimmter Begriff doch wohl gern in Kinderbüchern stehen bleiben möge, so heisst das ja nicht, dass das ein Plädoyer für die Verwendung des Wortes in der Alltagssprache ist.
Hier wird geradezu so getan, als würde die Rassentrennung wieder eingeführt, nur, weil so ein Wort in einem Buch steht.
"Als Betroffener fühlt sich das dann plötzlich nicht mehr so lustig an, wenn andere lockere Witze und Sprüche reißen"
Über Krauts und Nazis? Das ficht mich nicht wirklich an. Auch nicht die Vorurteile, die gegeüber den von Ihnen Benannten vorherrschen.
Einen Schnitt muss man da machen, wo es diskriminierend wird. Aber man muss auch einem Begriff gegenüber nicht überempflindlich werden.
Und wenn sich hier jemand dafür stark macht, dass ein bestimmter Begriff doch wohl gern in Kinderbüchern stehen bleiben möge, so heisst das ja nicht, dass das ein Plädoyer für die Verwendung des Wortes in der Alltagssprache ist.
Hier wird geradezu so getan, als würde die Rassentrennung wieder eingeführt, nur, weil so ein Wort in einem Buch steht.
Das sehe ich ebenso. "political correctness" ist ebenso ein reiner Kampfbegriff wie "Gutmensch" wobei bei Letzterem noch der "spannende, wohlige weil verbotene" Moment hinzukommt, weil dieser Begriff zwar nicht unbedingt seinen Ursprung, aber seine besondere Färbung durch Joseph Goebbels erfahren hat.
"Man wird doch noch sagen dürfen" oder "auf Deutsch gesagt" - alles Beispiele für diese immer häufiger genutzten Kampfbegriffe.
Man wird doch wohl noch sagen dürfen, dass man etwas wohl noch sagen dürfen können sollte!
Ernsthaft: Auch wenn einem der Begriff Political Correctness nicht gefällt, weil er inzwischen von deren Antagonisten gepachtet ist, ändert es nichts daran, dass es die Sache, die er bezeichnet, als politisches Programm durchaus gibt.
Was die Kinderbücher angeht, reden die Parteien m.E. aneinander vorbei. Es geht um zweierlei: a) um die Kinder, die in Büchern auf unerwünschte Wörter stoßen und b) um die Menschen, die von den entsprechenden Wörtern unerwünschterweise bezeichnet werden. das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe und es bringt deswegen auch nichts, sie dauernd gegeneinander auszuspielen.
Ich denke, man kann guten Gewissens davon ausgehen, dass Kinder das Problem hinter einem Begriff wie "Neger" verstehen, dass sie zweitens in einzelnen Fällen zwischen historischer und aktueller Sprache unterscheiden können und dass der Begriff auf ihre politische Sozialisation keinen nennenswerten Einfluss hat, jedenfalls nicht unabhängig von dem Milieu, in dem sie sowieso sozialisiert werden.
Selbst wenn man diesen Einwand gegen Punkt a) zugesteht, kann Einwand b) immer noch Grund genug sein, die Sprache in Kinderbüchern zu verändern. Hier würden mich aber eher die Meinungen der Betroffenen interessieren und weniger die der Tugendkritiker und der Tugendkritikerkritiker(Innen).
Man wird doch wohl noch sagen dürfen, dass man etwas wohl noch sagen dürfen können sollte!
Ernsthaft: Auch wenn einem der Begriff Political Correctness nicht gefällt, weil er inzwischen von deren Antagonisten gepachtet ist, ändert es nichts daran, dass es die Sache, die er bezeichnet, als politisches Programm durchaus gibt.
Was die Kinderbücher angeht, reden die Parteien m.E. aneinander vorbei. Es geht um zweierlei: a) um die Kinder, die in Büchern auf unerwünschte Wörter stoßen und b) um die Menschen, die von den entsprechenden Wörtern unerwünschterweise bezeichnet werden. das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe und es bringt deswegen auch nichts, sie dauernd gegeneinander auszuspielen.
Ich denke, man kann guten Gewissens davon ausgehen, dass Kinder das Problem hinter einem Begriff wie "Neger" verstehen, dass sie zweitens in einzelnen Fällen zwischen historischer und aktueller Sprache unterscheiden können und dass der Begriff auf ihre politische Sozialisation keinen nennenswerten Einfluss hat, jedenfalls nicht unabhängig von dem Milieu, in dem sie sowieso sozialisiert werden.
Selbst wenn man diesen Einwand gegen Punkt a) zugesteht, kann Einwand b) immer noch Grund genug sein, die Sprache in Kinderbüchern zu verändern. Hier würden mich aber eher die Meinungen der Betroffenen interessieren und weniger die der Tugendkritiker und der Tugendkritikerkritiker(Innen).
Wie wäre es mit der ebenso simplen wie zielführenden Lösung, dem einzelnen die Entscheidung zu überlassen?
Warum kann ein Verlag nicht selbst entscheiden, ob er den Originaltext von Pippi Langstrumpf oder eine von den umstrittenen Wörter befreite Edition (wenn der Autor bzw. dessen Erben mitspielen) herausgibt? Warum kann ein Wirt nicht selbst entscheiden, ob in seiner Kneipe geraucht wird oder nicht? Dann hätten auch die jeweiligen Konsumenten die freie Wahl und niemand muss sich bevormundet fühlen.
hmm, mir fehlt in der Diskussion, dass es hier um Kinderbücher geht, die seit jeher sprachlich und in Textlänge angepasst werden. Die ersten textliche Redaktion zur Anpassung an die Rezipienten bei den Grimm'schen Märchen hat sogar noch einer von denen selbst vorgenommen. Sprache ändert sich. Ich sehe nichts verwerfliches daran, den Text der Sprache anzupassen, wenn der Urheber bzw. dessen Rechtsnachfolger zustimmt. Nach Ablauf der Fristen? Verwerflich ist auch dass nicht, solange überarbeitet Exemplare als solche erkennbar sind. Die Fabeln von la Fontaine kennt ja jedes Kind. Aber sicher nicht in der Originalfassung.
"Als Betroffener fühlt sich das dann plötzlich nicht mehr so lustig an, wenn andere lockere Witze und Sprüche reißen"
Über Krauts und Nazis? Das ficht mich nicht wirklich an. Auch nicht die Vorurteile, die gegeüber den von Ihnen Benannten vorherrschen.
Einen Schnitt muss man da machen, wo es diskriminierend wird. Aber man muss auch einem Begriff gegenüber nicht überempflindlich werden.
Und wenn sich hier jemand dafür stark macht, dass ein bestimmter Begriff doch wohl gern in Kinderbüchern stehen bleiben möge, so heisst das ja nicht, dass das ein Plädoyer für die Verwendung des Wortes in der Alltagssprache ist.
Hier wird geradezu so getan, als würde die Rassentrennung wieder eingeführt, nur, weil so ein Wort in einem Buch steht.
Zitat:
"Über Krauts und Nazis? Das ficht mich nicht wirklich an. Auch nicht die Vorurteile, die gegeüber den von Ihnen Benannten vorherrschen."
Schön dass Sie da drüber stehen würden. Das ist nicht so schwer, solange man nicht ganz allein ist. Wäre das immer noch so, wenn Ihr Umfeld nichtdeutsch wäre und sie im Ausland arbeiten? Beispielsweise in einer Londoner Bank arbeiten und von den Kollegen auch vor Kunden nur als Nazi bezeichnet werden?
Zitat:
"Einen Schnitt muss man da machen, wo es diskriminierend wird. Aber man muss auch einem Begriff gegenüber nicht überempflindlich werden. Und wenn sich hier jemand dafür stark macht, dass ein bestimmter Begriff doch wohl gern in Kinderbüchern stehen bleiben möge, so heisst das ja nicht, dass das ein Plädoyer für die Verwendung des Wortes in der Alltagssprache ist."
Man muss nicht überempfindlich sein. Aber man darf sich gerne mal gedanklich in den Kopf eines jungen Schulanfängers reinversetzen, der in Kinderbüchern vom Negerlein liest und plötzlich feststellt, dass so Leute wie er selbst gemeint sind. Und danach plötzlich mit Bezug auf das Buch von zwanzig seiner nichtschwarzen Schulkameraden gehänselt wird.
Bei Erwachsenen kann man eine gewisse Reife und eigenverantwortliche Beurteilung historischer Wörter eher voraussetzen. Aber Kindern muss man nicht noch zusätzliche Instrumente in die Hand geben, wie sie sich gegenseitig fertig machen können, das kriegen die früh genug von alleine hin.
Zitat:
"Über Krauts und Nazis? Das ficht mich nicht wirklich an. Auch nicht die Vorurteile, die gegeüber den von Ihnen Benannten vorherrschen."
Schön dass Sie da drüber stehen würden. Das ist nicht so schwer, solange man nicht ganz allein ist. Wäre das immer noch so, wenn Ihr Umfeld nichtdeutsch wäre und sie im Ausland arbeiten? Beispielsweise in einer Londoner Bank arbeiten und von den Kollegen auch vor Kunden nur als Nazi bezeichnet werden?
Zitat:
"Einen Schnitt muss man da machen, wo es diskriminierend wird. Aber man muss auch einem Begriff gegenüber nicht überempflindlich werden. Und wenn sich hier jemand dafür stark macht, dass ein bestimmter Begriff doch wohl gern in Kinderbüchern stehen bleiben möge, so heisst das ja nicht, dass das ein Plädoyer für die Verwendung des Wortes in der Alltagssprache ist."
Man muss nicht überempfindlich sein. Aber man darf sich gerne mal gedanklich in den Kopf eines jungen Schulanfängers reinversetzen, der in Kinderbüchern vom Negerlein liest und plötzlich feststellt, dass so Leute wie er selbst gemeint sind. Und danach plötzlich mit Bezug auf das Buch von zwanzig seiner nichtschwarzen Schulkameraden gehänselt wird.
Bei Erwachsenen kann man eine gewisse Reife und eigenverantwortliche Beurteilung historischer Wörter eher voraussetzen. Aber Kindern muss man nicht noch zusätzliche Instrumente in die Hand geben, wie sie sich gegenseitig fertig machen können, das kriegen die früh genug von alleine hin.
Es ist ein Unterschied, ob wir in Pippi Langstrumpf das N-Wort (zurecht) streichen oder ob wir in Mark Twain's Texten rumpfuschen. Alleine schon vom Lesealter sind diese beiden Bücher nicht zu vergleichen. Auch zeitlich gesehen.
Mark twain war einer der bissigsten literarischen Dokumenteure des Rassismus und der Sklaverei der Staaten. Wenn er in seinen Büchern die Rassisten das N-Wort sagen lässt ist das absichtlich, um die Rassisten zu entlarven. Er ist aber damit kein Rassist. Was passiert mit dem neuen Begriff anstatt des N-Wortes: er erfährt ebenfalls eine negative Bedeutung, weil er eben von einem Rassisten gesagt wird. Und dann können wir alle Jubeljahre neue Wörter verwenden udn verfälschen ein geschichtliches Zeugnis, von einem Autor mit großem Gerechtigkeitsgefühl.
DAS sollten ZEIT-Journalisten wissen. Auf die sinnlose Streichung von "Hexe, Räuber und Schuhe wichsen" gehe ich erst gar nicht ein.
ABER noch eine Frage: bevor man hier einen Text einstellt, der Leuten unterstellt sie wollen nur ihre weißen Privilegien nicht verlieren, sollte man zumindest so tolerant sein und überprüfen, ob die Verfechter der politischen Korrektheit nicht jenes Eifertum an den Tag legen, wie es jene taten, die angeblich bekäpmft werden sollen, also die Intoleranten. Wäre das nicht marginal, oder will der Autor sein Privileg als poltisch korrekter Journalist nicht einbüßen, auf andere zu spötteln?
So ist das eben, werfe der den ersten Stein, der frei von Sünde ist.
Zitat:
"Über Krauts und Nazis? Das ficht mich nicht wirklich an. Auch nicht die Vorurteile, die gegeüber den von Ihnen Benannten vorherrschen."
Schön dass Sie da drüber stehen würden. Das ist nicht so schwer, solange man nicht ganz allein ist. Wäre das immer noch so, wenn Ihr Umfeld nichtdeutsch wäre und sie im Ausland arbeiten? Beispielsweise in einer Londoner Bank arbeiten und von den Kollegen auch vor Kunden nur als Nazi bezeichnet werden?
Zitat:
"Einen Schnitt muss man da machen, wo es diskriminierend wird. Aber man muss auch einem Begriff gegenüber nicht überempflindlich werden. Und wenn sich hier jemand dafür stark macht, dass ein bestimmter Begriff doch wohl gern in Kinderbüchern stehen bleiben möge, so heisst das ja nicht, dass das ein Plädoyer für die Verwendung des Wortes in der Alltagssprache ist."
Man muss nicht überempfindlich sein. Aber man darf sich gerne mal gedanklich in den Kopf eines jungen Schulanfängers reinversetzen, der in Kinderbüchern vom Negerlein liest und plötzlich feststellt, dass so Leute wie er selbst gemeint sind. Und danach plötzlich mit Bezug auf das Buch von zwanzig seiner nichtschwarzen Schulkameraden gehänselt wird.
Bei Erwachsenen kann man eine gewisse Reife und eigenverantwortliche Beurteilung historischer Wörter eher voraussetzen. Aber Kindern muss man nicht noch zusätzliche Instrumente in die Hand geben, wie sie sich gegenseitig fertig machen können, das kriegen die früh genug von alleine hin.
Das ist ein ausgesprochen kurzsichtiger Versuch die Symptome und nicht die Ursachen zu bekämpfen. Als würden Sie Kindern eine unfassbar mächtige Waffe in die Hand geben um andere zu verunglimpfen! Ein Kinderbuch mit dem Wort „Negerlein“, nicht mal unbedingt negativ konnotiert.
Ich habe den Eindruck sie wissen nicht genau wovon sie sprechen. Kinder benutzen ALLES um andere fertig zu machen. Ich mache Jugendarbeit und erlebe wie selbst harmlose Gesten eines Kindes von anderen überinterpretiert werden. So „Heil Hitler“-mäßig zum Beispiel, und in der Folge dann auf den betreffenden verbal eingeprügelt wird. Wollen sie nun unsere Aufklärungsarbeit über das dritte Reich abschaffen?
Die Ursachen liegen in dem Verhalten der Kinder. Sie müssen lernen richtig mit anderen umzugehen. Ihnen Instrumente geben oder wegnehmen können Sie nicht. Dieses Problem ist uralt und Sie haben es immer noch nicht verstanden: Sie können nicht einfach etwas zensieren und dann erwarten dass Menschen sich auf einmal besser verhalten.
Und was ich am verwerflichsten finde ist, dass Sie Rassismus eine besondere Bedeutung beizumessen scheinen. Als sei dieser schlimmer als alles andere. Ich verabscheue vor allem Handlungen. Wieso sollte es schlimmer sein jemandem wegen seiner dunkler Hautfarbe zu verprügeln als wegen seiner Kleidung oder um ihn um sein Pausengeld zu bringen?
Die sogenannten „dunklen Triebe“, Sexismus, Gewalt, etc. gehören zur menschlichen Natur. Man muss lernen damit umzugehen.
Das ist ein ausgesprochen kurzsichtiger Versuch die Symptome und nicht die Ursachen zu bekämpfen. Als würden Sie Kindern eine unfassbar mächtige Waffe in die Hand geben um andere zu verunglimpfen! Ein Kinderbuch mit dem Wort „Negerlein“, nicht mal unbedingt negativ konnotiert.
Ich habe den Eindruck sie wissen nicht genau wovon sie sprechen. Kinder benutzen ALLES um andere fertig zu machen. Ich mache Jugendarbeit und erlebe wie selbst harmlose Gesten eines Kindes von anderen überinterpretiert werden. So „Heil Hitler“-mäßig zum Beispiel, und in der Folge dann auf den betreffenden verbal eingeprügelt wird. Wollen sie nun unsere Aufklärungsarbeit über das dritte Reich abschaffen?
Die Ursachen liegen in dem Verhalten der Kinder. Sie müssen lernen richtig mit anderen umzugehen. Ihnen Instrumente geben oder wegnehmen können Sie nicht. Dieses Problem ist uralt und Sie haben es immer noch nicht verstanden: Sie können nicht einfach etwas zensieren und dann erwarten dass Menschen sich auf einmal besser verhalten.
Und was ich am verwerflichsten finde ist, dass Sie Rassismus eine besondere Bedeutung beizumessen scheinen. Als sei dieser schlimmer als alles andere. Ich verabscheue vor allem Handlungen. Wieso sollte es schlimmer sein jemandem wegen seiner dunkler Hautfarbe zu verprügeln als wegen seiner Kleidung oder um ihn um sein Pausengeld zu bringen?
Die sogenannten „dunklen Triebe“, Sexismus, Gewalt, etc. gehören zur menschlichen Natur. Man muss lernen damit umzugehen.
allem als ein Mittel zur Verdeutlichung der eigenen moralischen Überlegenheit verwendet wird. Benutze ich Wörter wie "Leser/in" oder "Anwender/in", signalisiere ich damit ostentativ, daß ich Geschlechtergleichheit befürworte. Sage ich statt "Ausländer" "Mensch mit Migrationshintergrund", hänge ich heraus, daß ich kein Fremdenfeind bin. Sage ich statt "Neger" "Mensch mit dunkler Hautfarbe", so weiß alle Welt, daß ich kein Rassist bin. Es geht also mitnichten darum, Diskriminierte zu beschützen, sondern nur darum, den eigenen Status aufzuwerten. Das ändert nur leider nicht das geringste an bestehenden Vorurteilen. Griechenland geht es schlecht, weil Griechen zuviel Urlaub machen (Merkel), Arbeitslose werden als "Kunden" bezeichnet (Neusprechduktus des ehemaligen Arbeitslosenamtes und heutigen "Jobcenters") und trotzdem wie Dreck behandelt, aus Krieg sind "friedensschaffende Missionen" geworden usw. Und all dies ist in den "besten" Kreisen salonfähig. Aber wehe, man ist unter sich und wähnt sich ungestört....dann wird der Dunkehäutige ganz schnell wieder zum Neger.
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