Kinderbücher Von Zensur kann keine Rede sein
Die Überarbeitungen von Kinderbüchern sind kein Vergehen, sondern eine Lappalie. Viel schlimmer, dass ein Wort geschützt wird, das längst überkommen ist.
© Wolfram Schwieder/dpa

Straßenschild bei Vimmerby mit den Kinderbuchfiguren Thomas, Annika und Pippi Langstrumpf.
Wenn man "Neger" ins iPhone eingibt, korrigiert das Sprachprogramm es zum englischen never, zu "niemals". Man kann das für einen lustigen Zufall halten. Man kann jedoch auch zwei Dinge daraus ableiten: dass der Neger aus unserem Sprachgebrauch weitgehend (und glücklicherweise) verschwunden ist. Oder dass dort, wenn nicht gleich eine Zensur, so zumindest eine Ermahnung stattfindet, das Wort niemals zu benutzen. Beide Deutungen spiegeln ganz gut die Gemütslagen, die derzeit in der Diskussion um mehrere Kinderbücher auftauchen: In Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf und Otfried Preußlers Die kleine Hexe wurden unter anderem Variationen des Worts Neger durch ein anderes, zeitgemäßeres, ersetzt.
Eigentlich eine literaturhistorische Fußnote, eine editorische Lappalie, über die man gar nicht lange reden müsste. Wäre sie nicht seit einigen Tagen unter medialer Hitzezufuhr zum Skandal aufgeschäumt worden und firmierte sie inzwischen nicht auf manchen Nachrichtenseiten unter dem kuriosen Schlagwort "Neger-Debatte". Die hat jedenfalls eine ordentliche Schlagseite bekommen: Es ist eine Debatte, die mit Literatur nicht mehr viel zu tun hat. Es geht schon längst um etwas ganz anderes. Um das, was man nicht mehr sagen und lesen darf, aber gerne will und dass irgendwann auch mal Schluss sei. Mit der Political Correctness, mit dem notorisch angeführten Tugendterror und dem Gouvernantenstaat, der uns erst das Rauchen und Rasen vermiesen möchte und nun auch noch ein Wort.
Der Stammtisch wird mit dem Katheder vereinigt
Erstaunlich dabei ist nicht bloß die Vehemenz der anschwellenden Verteidigungsreden. Erstaunlich ist auch, wie sich hierbei ungewollt der Stammtisch mit dem Katheder vereinigt. Von den (man muss sagen: minimalen) Eingriffen in die Bücher fühlt man sich bevormundet oder intellektuell gekränkt: Die einen sehen eine linksliberale Hausordnung walten und eine "Euphemismus-Tretmühle" am Werk (zu der die Titanic alles Nötige gesagt hat). Die anderen geben sich vornehm und schmeißen mit geheiligten Vokabeln um sich wie "Werktreue" und "Originalcharakter" – als gäbe es keine Editionsgeschichten und keine modernisierten Übersetzungen und Übertragungen. Als läsen die Leute noch die Lutherbibel in ihrer Urfassung, was ja bekanntlich keiner tut außer ein paar arme Theologen.
Schon erscheinen in Zeitungen schlimme Worte wie Zensur und Sätze in der Tonlage von: "Alle Schwarzen, die ich kenne, finden das Wort nicht schlimm." Als sei damit irgendwas bewiesen.
Wollen Sie zwischendurch das Wort noch mal lesen: N-e-g-e-r. Nicht schön, oder?
Wenn man die Diskussion zum Ausgangspunkt zurückholen möchte, wäre die Frage, ob die Sprache der Literatur nicht auch etwas mit unserer unmittelbaren Gegenwart zu tun hat. Oder ob sie vielleicht enthoben von Raum und Zeit existiert, ganz gleich, ob sie noch dem moralischen Reflexionsniveau einer Gesellschaft standhält. Die Antwort macht es erst einmal nicht einfacher: Für Literatur gilt beides. Sie besitzt obendrein die Freiheit, dass in ihr Moral nicht existieren muss, dass sie das Abgründige beschreiben und ausfantasieren darf, und sich dabei der Wertung enthalten kann. Diese Freiheit ist schützenswert, in ihr unterscheidet sie sich zum realen Leben.
Es können in ihr die größten Verbrecher auftauchen und die schlimmsten Rassisten die abscheulichsten Taten begehen. Ödön von Horvath etwa darf selbstverständlich seine teutschen Würstchen so entsetzlich brutal reden lassen, wie sie reden. Jonathan Littell darf mehr als tausend Seiten mit der Innenansicht eines SS-Obersturmbannführers füllen und dafür Preise bekommen, ob man das nun mag oder nicht.
Entspringt das Wort, das uns irritiert, einer literarischen Intention?
Da können auch Wörter fallen, die man heute verdammt: In den USA wird seit Jahrzehnten gestritten, ob das Wort "Nigger" aus den Werken Mark Twains entfernt werden soll. Zu Twains Zeiten wurde das Wort andauernd verwendet, es gehörte zum Alltag, den er porträtierte. Eine Anpassung nach heutigen Maßstäben verfälschte damit den Charakter der Gesellschaft, den der Schriftsteller damit explizit zeigen wollte. Kurzum: Bei Twain hat dieses Wort also einen literarischen Zweck. Der Eingriff veränderte also ein Motiv des Textes und wäre ebenso töricht wie Apples automatische Tilgung des Begriffs Sperm Whale in Melvilles Moby Dick.
Aber da muss man schon genau bleiben: Es kann nämlich durchaus gefragt werden, ob das Wort, das uns politisch oder moralisch irritiert, tatsächlich einer erkennbaren literarischen Intention entspringt (Rollenprosa, Figurenrede, Protokoll etc.). Oder ob es bloß dem Autor unterlaufen ist und einer veralteten Sprachmode gehorcht, deren Blüten heute als verletzend oder rassistisch wahrgenommen werden.
Auch aus so einem Fall entsteht noch lange keine Regel, kein Imperativ, dass alle Bücher umgeschrieben werden müssen, um einem gesellschaftlichen Sprachkonsens zu entsprechen. Die aktuellen Kinderbücher sind in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Sie waren Fallentscheidungen, die keine äußere Instanz erzwungen hat. Von einer Zensur kann also keine Rede sein. Die Verlage haben sich in Übereinkunft mit dem Autor oder dessen Nachkommen zu einer Überarbeitung entschlossen.
- Datum 22.01.2013 - 21:36 Uhr
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Die Gefahr besteht ja nicht darin, dass Kinder dieses Wort kennen. Es wird jedoch in den Kinderbüchern als ganz normales Wort benutzt. Das ist es aber nicht. Es ist verletzend und obsolet. Kinder sollten nicht dazu verleitet werden, es als normales Wort zu kennen. Natürlich kann man sich mit den Kindern hinsetzen und ihnen erklären, dass man das Wort nicht sagt. Aber wenn das Kind es doch tut? Und sei es in z. B. einer vollen U-Bahn, um die Eltern zu provozieren, weil es seinen Willen nicht kriegt.
Die Leidtragenden sind nicht die Menschen, die gegen den Ersatz sind. Ich zitiere Frau Sybille (SPON): die Befürworter dieses Wortes sind wohl eher schwach pigmentiert.
Da dürfte ein nicht unerheblicher Anteil der Diskutanten sich seinen "Neger!" als rassistisch geerdetes "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen"-Wort nicht nehmen lassen wollen.
Ansonten: Danke für den differenzierenden Artikel!
Man kann jedes Wort mit einer beliebigen Bedeutung besetzen. Muß man aber nicht. Deswegen alle möglichen Wörter streichen zu wollen, scheint wohl eher ein beliebtes Hobby der literarisch und sprachlich weniger begünstigten Diskutanten zu sein.
"Es wird jedoch in den Kinderbüchern als ganz normales Wort benutzt. Das ist es aber nicht. Es ist verletzend und obsolet."
Das stimmt so doch gar nicht. Lindgren und Preußler verwenden das Wort weder in verletzender Absicht noch in verletztender Bedeutung. Wörter sind oft vieldeutig und daher erschließt sich ihre Bedeutung erst im Zusammenhang.
Der "Negerkönig" ist nicht peiorativ verwendet, sondern der König wird mit dem Attribut Neger zu einer exotischen, geheimnisvollen Person aus einer ferneren Welt. Sie mögen vielleicht einwenden, in unserer "Einen" Welt wird die Vermittlung von Exotik und Geheimnis über eine Hautfarbe oder Ethnie grundsätzlich abwertend, da es dafür ja im biologischen und humanen Sinn überhaupt keinen Grund gibt und angesichts der Internationalisierung, dem an sich selbstverständlichen Zusammenleben aller Menschen, egal welcher äußeren Merkmale auch nicht mehr.
Da würde ich Ihnen in gewisser Weise recht geben. Andererseits knistert es aus meiner Sicht im positiven Sinn gerade zwischen Menschen unterschiedlicher Merkmale (wovon die Hautfarbe nur eines von vielen ist) besonders. Auf mich hat ein anders (anders als ich) getönter oder sprechender Mensch einen besonderen Reiz.
Ich bin mit dem Begriff Neger aufgewachsen, ohne dass er je negativ noch überhöht positiv besetzt war.
Von daher ist die diesbezügliche Sprachregelung für mich schon immer eine Verarmung+Gängelung, spätstens seit Abschaffung des Negerkusses, obwohl ich die Gründe nachvollziehen kann.
Es ist doch so, als würde jemand ein altes Gemälde im "zeitgemäßen" Sinne - was auch immer das heißen mag - bearbeiten, weil er ganz persönlich irgendetwas interpretiert, das vielleicht, oder auch nicht, ganz anders gemeint war. Das Original ist dann keins mehr.
Aber es kommt doch gerade darauf an, wie es zum Zeitpunkt des Entstehens vom Urheber wohl gemeint war.
Im übrigen arbeite ich mit einem Schwarzafrikaner zusammen. Der steht über solchen lächerlichen Bezeichnungen und Debatten. Wir machen uns vielmehr beide täglich über all die gegenseitigen Klischees lustig. Alles andere zeugt von einer völlig unsouveränen und verbissenen Haltung. Woher die wohl kommt?
Um es mal deutlicher zu sagen:
Wäre es nicht das Gleiche, wenn ich einfach Ihren Kommentar in meinem Sinne umschriebe, weil ich ihn z.B. für gefährlich oder verlogen hielte, und Sie trotzdem als Verfasser ausgäbe? Wie fänden Sie das?
Im übrigen bezweifle ich, daß die Verfälschung einzelner Wörter etwas am Zusammenhang ändert, in dem das Wort in einem Text gebraucht wird. Ich könnte z.B. jemanden mit höflichsten Wörtern als Vollpfosten beschreiben. Die Aussage wäre dieselbe.
...unter dunkelhäutigen Literaturwissenschaftlern. Wäre sicher interessant zu hören, was die davon halten, klassische Werke umzuschreiben.
Das Kind verbindet mit dem Wort keine Feindseligkeit, keinen Rassismus, keine negative Konnotation. Dies kann erst entstehen, wenn Eltern solche Assoziationen haben und es den Kindern nahelegen.
Da dürfte ein nicht unerheblicher Anteil der Diskutanten sich seinen "Neger!" als rassistisch geerdetes "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen"-Wort nicht nehmen lassen wollen.
Ansonten: Danke für den differenzierenden Artikel!
Man kann jedes Wort mit einer beliebigen Bedeutung besetzen. Muß man aber nicht. Deswegen alle möglichen Wörter streichen zu wollen, scheint wohl eher ein beliebtes Hobby der literarisch und sprachlich weniger begünstigten Diskutanten zu sein.
"Es wird jedoch in den Kinderbüchern als ganz normales Wort benutzt. Das ist es aber nicht. Es ist verletzend und obsolet."
Das stimmt so doch gar nicht. Lindgren und Preußler verwenden das Wort weder in verletzender Absicht noch in verletztender Bedeutung. Wörter sind oft vieldeutig und daher erschließt sich ihre Bedeutung erst im Zusammenhang.
Der "Negerkönig" ist nicht peiorativ verwendet, sondern der König wird mit dem Attribut Neger zu einer exotischen, geheimnisvollen Person aus einer ferneren Welt. Sie mögen vielleicht einwenden, in unserer "Einen" Welt wird die Vermittlung von Exotik und Geheimnis über eine Hautfarbe oder Ethnie grundsätzlich abwertend, da es dafür ja im biologischen und humanen Sinn überhaupt keinen Grund gibt und angesichts der Internationalisierung, dem an sich selbstverständlichen Zusammenleben aller Menschen, egal welcher äußeren Merkmale auch nicht mehr.
Da würde ich Ihnen in gewisser Weise recht geben. Andererseits knistert es aus meiner Sicht im positiven Sinn gerade zwischen Menschen unterschiedlicher Merkmale (wovon die Hautfarbe nur eines von vielen ist) besonders. Auf mich hat ein anders (anders als ich) getönter oder sprechender Mensch einen besonderen Reiz.
Ich bin mit dem Begriff Neger aufgewachsen, ohne dass er je negativ noch überhöht positiv besetzt war.
Von daher ist die diesbezügliche Sprachregelung für mich schon immer eine Verarmung+Gängelung, spätstens seit Abschaffung des Negerkusses, obwohl ich die Gründe nachvollziehen kann.
Es ist doch so, als würde jemand ein altes Gemälde im "zeitgemäßen" Sinne - was auch immer das heißen mag - bearbeiten, weil er ganz persönlich irgendetwas interpretiert, das vielleicht, oder auch nicht, ganz anders gemeint war. Das Original ist dann keins mehr.
Aber es kommt doch gerade darauf an, wie es zum Zeitpunkt des Entstehens vom Urheber wohl gemeint war.
Im übrigen arbeite ich mit einem Schwarzafrikaner zusammen. Der steht über solchen lächerlichen Bezeichnungen und Debatten. Wir machen uns vielmehr beide täglich über all die gegenseitigen Klischees lustig. Alles andere zeugt von einer völlig unsouveränen und verbissenen Haltung. Woher die wohl kommt?
Um es mal deutlicher zu sagen:
Wäre es nicht das Gleiche, wenn ich einfach Ihren Kommentar in meinem Sinne umschriebe, weil ich ihn z.B. für gefährlich oder verlogen hielte, und Sie trotzdem als Verfasser ausgäbe? Wie fänden Sie das?
Im übrigen bezweifle ich, daß die Verfälschung einzelner Wörter etwas am Zusammenhang ändert, in dem das Wort in einem Text gebraucht wird. Ich könnte z.B. jemanden mit höflichsten Wörtern als Vollpfosten beschreiben. Die Aussage wäre dieselbe.
...unter dunkelhäutigen Literaturwissenschaftlern. Wäre sicher interessant zu hören, was die davon halten, klassische Werke umzuschreiben.
Das Kind verbindet mit dem Wort keine Feindseligkeit, keinen Rassismus, keine negative Konnotation. Dies kann erst entstehen, wenn Eltern solche Assoziationen haben und es den Kindern nahelegen.
Danke, Danke!!!
zum Thema "Zensur": m.M.n. wäre es doch erst dann Zensur, wenn alle bisherigen Auflagen verboten und konfisziert würden. Werden sie aber nicht, sondern sie sind weiterhin in den einschlägigen Bibliotheken und Büchereien verfügbar. Und auch im Buchhandel wird es wohl noch einige davon geben, mindestens als gebrauchte Exemplare. Wer also unbedingt das "Original" lesen möchte, weil er die Worte so toll findet, kann dies auch weiterhin tun.
zum Thema "Zensur": m.M.n. wäre es doch erst dann Zensur, wenn alle bisherigen Auflagen verboten und konfisziert würden. Werden sie aber nicht, sondern sie sind weiterhin in den einschlägigen Bibliotheken und Büchereien verfügbar. Und auch im Buchhandel wird es wohl noch einige davon geben, mindestens als gebrauchte Exemplare. Wer also unbedingt das "Original" lesen möchte, weil er die Worte so toll findet, kann dies auch weiterhin tun.
gehts nicht. Danke für den Artikel, er sagt alles, was zum Thema gesagt sein muß. Und damit sollten wir nun Pippis "Negerkönig" in Frieden und für immer in die literarischen Jagdgründe segeln lassen. Schiff ahoi!
So ist es. Ein hervorragender Artikel, der unaufgeregt, wenig polemisch und differenziert zusammenträgt. Dafür lese ich Zeitung und das ist Qualität!
Vielen Dank!
So ist es. Ein hervorragender Artikel, der unaufgeregt, wenig polemisch und differenziert zusammenträgt. Dafür lese ich Zeitung und das ist Qualität!
Vielen Dank!
Heute habe ich gelesen, dass Hans-Jürgen Massaquoi, der Autor von "N*ger, N*ger, Schornsteinfeger" (ich zensiere das vorsichtshalber mal) verstorben ist. Wie ist es jetzt eigentlich mit seinem Buch? Wird das jetzt umbenannt? Und umgeschrieben? Das Buch ist durchaus für (größere) Kinder interessant.
RIP H,-J.Massaquoi,
dort muss es natürlich auf alle Fälle bleiben.
Das ist deutsche Geschichte, Schwarze Deutsche Geschichte, die braucht dieses Land unverfälscht und wir sie wirklich war
Genau das wird im Text doch mit Verweis auf Twain erklärt. In Massaquois Buch wird ja die Verwendung des Begriffs "Neger" sowie die dahinterstehende Ideologie des Dritten Reichs beschrieben. Der Titel des Buchs ist ein Zitat dessen, was sich der Autor hatte anhören müssen.
Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen? Vor allem die Stelle über Mark Twain?
Das ist kein Kinderbuch für kleine Kinder. Und der Titel bezieht schnauf die traumatischen Erlebnisse des Autors, wo er eben dieses Wort immer wieder zu hören bekam. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe hieß übrigens "destined to witness". Der deutsche Titel war die Idee des Verlags.
Auf jeden Fall sollte jeder, der dieses Buch gelesen hat, nachvollziehen können, warum bestimmte Begriffe für uns Scnwarze inakzeptabel in Kinderbuchklassikern, wie der kleinen Hexe sind.
RIP H,-J.Massaquoi,
dort muss es natürlich auf alle Fälle bleiben.
Das ist deutsche Geschichte, Schwarze Deutsche Geschichte, die braucht dieses Land unverfälscht und wir sie wirklich war
Genau das wird im Text doch mit Verweis auf Twain erklärt. In Massaquois Buch wird ja die Verwendung des Begriffs "Neger" sowie die dahinterstehende Ideologie des Dritten Reichs beschrieben. Der Titel des Buchs ist ein Zitat dessen, was sich der Autor hatte anhören müssen.
Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen? Vor allem die Stelle über Mark Twain?
Das ist kein Kinderbuch für kleine Kinder. Und der Titel bezieht schnauf die traumatischen Erlebnisse des Autors, wo er eben dieses Wort immer wieder zu hören bekam. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe hieß übrigens "destined to witness". Der deutsche Titel war die Idee des Verlags.
Auf jeden Fall sollte jeder, der dieses Buch gelesen hat, nachvollziehen können, warum bestimmte Begriffe für uns Scnwarze inakzeptabel in Kinderbuchklassikern, wie der kleinen Hexe sind.
Entfernt. Bitte differenzieren Sie. Danke, die Redaktion/ds
Entfernt. Vermeiden Sie Unterstellungen und üben Sie Sachlichkeit. Danke, die Redaktion/ds
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf grobe Polemik. Danke, die Redaktion/ds
Das ist die Taktik in den meisten Verbotsdiskussion. "Aber so wichtig ist dass doch nicht?" In Deutschland war schon immer alles verboten, bis der pädagogische Wert einer Erlaubnis explizit nachgeweisen wurde.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke. Die Redaktion/kvk
"Wir" spinnen nicht, "wir" sind nur wieder typisch Deutsch gründlich. Und bevor ich jetzt ausführe, wohin diese Gründlichkeit "uns" einmal hingeführt hat, höre ich auf.
Entfernt. Vermeiden Sie Unterstellungen und üben Sie Sachlichkeit. Danke, die Redaktion/ds
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf grobe Polemik. Danke, die Redaktion/ds
Das ist die Taktik in den meisten Verbotsdiskussion. "Aber so wichtig ist dass doch nicht?" In Deutschland war schon immer alles verboten, bis der pädagogische Wert einer Erlaubnis explizit nachgeweisen wurde.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke. Die Redaktion/kvk
"Wir" spinnen nicht, "wir" sind nur wieder typisch Deutsch gründlich. Und bevor ich jetzt ausführe, wohin diese Gründlichkeit "uns" einmal hingeführt hat, höre ich auf.
> Das kann ja sein, ist jedoch eine unnütze Schlaumeierei,
> die so tut, als sei es wichtiger, wo ein Wort herkommt und
> nicht, wo es hingeht.
Wo geht das Wort denn hin? Diese Antwort bleibt uns der Autor schuldig. Zudem sollte die Herkunft schützenswert sein, als es aufgrund von (ideologischen) Veränderungen (dem "Zeitgeist") zu verbieten.
[...]
Gekürzt. Bitte verfassen Sie differenzierte Kommentare. Danke, die Redaktion/ds
Ich denke es gilt abzuwägen zwischen einer gefühlten "literarischen Verletzung" und einer (eventuell vorhandenen) Beleidigung. Die Höflichkeit gebietet dann das Ersetzen bestimmter herabwürdigender Wörter.
Im ZEIT Artikel wurde ja viel über Kinder in Deutschland gesprochen. Um die geht es ja in der Diskussion eigentlich weniger, sondern um Mitmenschen mit schwarzer Hautfarbe die sich verletzt fühlen könnten.
"Im ZEIT Artikel wurde ja viel über Kinder in Deutschland gesprochen. Um die geht es ja in der Diskussion eigentlich weniger, sondern um Mitmenschen mit schwarzer Hautfarbe die sich verletzt fühlen könnten."
Ah. Schwarze Kinder in Deutschland gibt es ja nicht. Oder so...
Dazu der Leserbrief der neunjährigen Ishema: http://www.kraftfuttermis...
bei Schiller auch den "Mohr" ersetzen, Shakespeares Othello hatte Bezeichnungen, die auch weg müssen, sowohl in Original als auch Übersetzung. Und danach den halben Nietzsche streichen und ein viertel Schopenhauer.
Letztlich reden wir von literarischen Werken, jene sollte man nicht ohne Einverständnis der Autoren ändern. Und wenn die Autoren schon verstorben sind, so hat man eben Pech gehabt - dafür bekommt man aber einen Einblick in Sprache und Kultur der Zeit, in der das Werk geschrieben wurde.
Abgesehen davon: die Werke von Astrid Lindgren und das darin vermittelte Weltbild und die entsprechenden Werte sind ein besseres Mittel gegen Rassismus und verwandte Ideologien, als es ein Austausch von Wörtern jemals sein kann.
Na ja, Ansichtssache, würde ich mal sagen.
Ganz schön viele Worte jedenfalls für eine "Lappalie"...
Negerkönig oder Südseekönig - irgendwie klingen die Begründungen des Herrn Autor in meinen Ohren genauso verschwurbelt und krampfhaft wie die der "Neger"-befürworter.
Das Wort - wo kommt es her? Wo geht es hin...???
Irgendwie kann ich mich des Verdachtes nicht erwehren, daß es hier eher um das Verstecken des Rassismus als um dessen Bekämpfung geht. Oder glaubt irgend jemand, daß es in Deutschland jetzt weniger Rassismus gibt, weil Pippi's Papa jetzt Südseekönig ist?
Wirklich schwarz? - Schwarzer ist doch auch schon wieder ein Schimpfwort oder wird als solches benutzt. - Es gibt nun einmal Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben: weiß, gelb, rot, braun, jeweils in unterschiedlichen Schattierungen. Jede dieser Hautfarben wird auch als Schimpfwort benutzt: Weißer, Gelber, Roter, Brauner/Schwarzer; jede dieser Hautfarben kann aber auch nur ein Faktum beschreiben und überhaupt kein Schimpfwort sein. - Kinder sehen eher das Faktum; Schimpfwort wird es erst später, und dann finden die Interessierten alle einmal ausradierten Wörter garantiert wieder. -
"Im ZEIT Artikel wurde ja viel über Kinder in Deutschland gesprochen. Um die geht es ja in der Diskussion eigentlich weniger, sondern um Mitmenschen mit schwarzer Hautfarbe die sich verletzt fühlen könnten."
Ah. Schwarze Kinder in Deutschland gibt es ja nicht. Oder so...
Dazu der Leserbrief der neunjährigen Ishema: http://www.kraftfuttermis...
bei Schiller auch den "Mohr" ersetzen, Shakespeares Othello hatte Bezeichnungen, die auch weg müssen, sowohl in Original als auch Übersetzung. Und danach den halben Nietzsche streichen und ein viertel Schopenhauer.
Letztlich reden wir von literarischen Werken, jene sollte man nicht ohne Einverständnis der Autoren ändern. Und wenn die Autoren schon verstorben sind, so hat man eben Pech gehabt - dafür bekommt man aber einen Einblick in Sprache und Kultur der Zeit, in der das Werk geschrieben wurde.
Abgesehen davon: die Werke von Astrid Lindgren und das darin vermittelte Weltbild und die entsprechenden Werte sind ein besseres Mittel gegen Rassismus und verwandte Ideologien, als es ein Austausch von Wörtern jemals sein kann.
Na ja, Ansichtssache, würde ich mal sagen.
Ganz schön viele Worte jedenfalls für eine "Lappalie"...
Negerkönig oder Südseekönig - irgendwie klingen die Begründungen des Herrn Autor in meinen Ohren genauso verschwurbelt und krampfhaft wie die der "Neger"-befürworter.
Das Wort - wo kommt es her? Wo geht es hin...???
Irgendwie kann ich mich des Verdachtes nicht erwehren, daß es hier eher um das Verstecken des Rassismus als um dessen Bekämpfung geht. Oder glaubt irgend jemand, daß es in Deutschland jetzt weniger Rassismus gibt, weil Pippi's Papa jetzt Südseekönig ist?
Wirklich schwarz? - Schwarzer ist doch auch schon wieder ein Schimpfwort oder wird als solches benutzt. - Es gibt nun einmal Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben: weiß, gelb, rot, braun, jeweils in unterschiedlichen Schattierungen. Jede dieser Hautfarben wird auch als Schimpfwort benutzt: Weißer, Gelber, Roter, Brauner/Schwarzer; jede dieser Hautfarben kann aber auch nur ein Faktum beschreiben und überhaupt kein Schimpfwort sein. - Kinder sehen eher das Faktum; Schimpfwort wird es erst später, und dann finden die Interessierten alle einmal ausradierten Wörter garantiert wieder. -
zum Thema "Zensur": m.M.n. wäre es doch erst dann Zensur, wenn alle bisherigen Auflagen verboten und konfisziert würden. Werden sie aber nicht, sondern sie sind weiterhin in den einschlägigen Bibliotheken und Büchereien verfügbar. Und auch im Buchhandel wird es wohl noch einige davon geben, mindestens als gebrauchte Exemplare. Wer also unbedingt das "Original" lesen möchte, weil er die Worte so toll findet, kann dies auch weiterhin tun.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke. Die Redaktion/kvk
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke. Die Redaktion/kvk