In der Frage, ob diskriminierende Wörter wie "Neger" und "Zigeuner" aus Kinderbuchklassikern entfernt werden sollen, sind sich die Deutschen uneins. Während 50 Prozent dafür sind, sprechen sich 48 Prozent dagegen aus, wie eine Umfrage der Bild am Sonntag zeigt. Im Auftrag der Zeitung hatte das Emnid-Institut 500 Personen ab 14 Jahren interviewt.

Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: Während 52 Prozent der Westdeutschen für eine Tilgung der diskriminierenden Wörter sind, sind es nur 37 Prozent der Ostdeutschen.

Je höher der Bildungsabschluss der Interviewten, desto größer ist der Anteil derer, die gegen eine Reform der Kinderbücher sind. So plädieren 85 Prozent der befragten Volksschüler ohne Lehre für eine Anpassung der Texte, doch nur 37 Prozent der Deutschen mit Hochschulreife.

Die Diskussion über eine Änderung von Kinderbuchklassikern wie Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren und Die kleine Hexe von Otfried Preußler war nach einem Interview mit Kristina Schröder in der ZEIT aufgekommen. Die Familienministerin hatte gesagt, dass sie Wörter wie "Neger" ersetze, wenn sie ihren Kindern aus solchen Büchern vorliest.

In den Neuauflagen besteht dieses Problem nicht: Seit 2009 ist in den Pippi-Langstrumpf-Romanen etwa das Wort "Negerkönig" ersetzt durch "Südseekönig". Inzwischen kündigte auch der Thienemann Verlag an, das Wort "Negerlein" aus dem Klassiker Die kleine Hexe zu streichen. Nach langer Zeit des Widerstands habe sich der heute 89-jährige Autor Preußler von der Änderung seines 1958 veröffentlichten Bestsellers überzeugen lassen, berichtete die taz.