Verlagswesen: Suhrkamp steht vor dem Abgrund
Der Machtkampf bei Suhrkamp hat sich erneut zugespitzt. Nach dem Triumph des Minderheitengesellschafters Hans Barlach vor Gericht ist die Existenz des Verlags gefährdet.
Der Machtkampf beim Suhrkamp Verlag hat nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern er ist auch an Absurdität kaum zu überbieten. Knapp 2,2 Millionen Euro muss der Verlag nach einem am Dienstag gesprochenen Urteil des Frankfurter Landgerichts an eine der beiden Gesellschafterinnen des Verlags zahlen, nämlich Hans Barlachs Medienholding AG, die als Minderheitengesellschafterin 39 Prozent hält. Die Summe ergibt sich aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2010, aus dem Verkauf des Verlagsarchivs und des Frankfurter Verlagsgebäudes.
Eigentlich liegt der Gedanke nahe, dass das Geld trotzdem gewissermaßen im Verlag verbleibt. Dem dürfte aber kaum so sein. Gut vorstellbar ist, dass Hans Barlach das Geld dafür verwendet, um die bisherigen und kommenden Prozesse zu finanzieren, die er und seine Medienholding gegen die Mehrheitsgesellschafterin des Verlages, die Siegfried und Ulla Familienstiftung, führen. Nun muss der Suhrkamp Verlag, also seine durch ein anderes Gerichtsurteil formal schon abgesetzte, bis zu dem in diesem Fall anstehenden Berufungsprozess aber noch amtierende Geschäftsführung sowie die Familienstiftung 2,2 Millionen Euro von irgendwoher aufbringen, um nicht zuletzt weiterhin vor Gericht bekämpft werden zu können. Kurzum: Die eine, die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz, versucht den Verlag mit, wie es scheint, juristisch nicht korrekten Mitteln zu erhalten. Manchmal fragt man sich, wie gut sie eigentlich juristisch beraten ist. Und der andere, Hans Barlach, pocht auf sein Recht und auf Gewinnausschüttungsbeteiligungen als Minderheitengesellschafter, bekommt dieses und schädigt gleichzeitig den Verlag. Wenn das nicht absurd ist!
Zumal Barlach nach diesem neuerlichen Triumph vor Gericht (wenngleich die Familienstiftung in Berufung geht und das Urteil noch nicht rechtskräftig ist) sogleich angekündigt hat, für den Fortlauf der Mediationsgespräche nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Und auch den Autoren, die ihn wie Peter Handke und Rainald Goetz durchaus böse beschimpft haben, hat er den Kampf angesagt. Sie gehörten "aus dem Verlag geschmissen", zitieren ihn die FAZ und die SZ unisono.
Das alles lässt nichts Gutes für den Verlag erwarten, sind doch die streitenden Parteien in einem anderen, gleichfalls in Frankfurt laufenden Prozess aufgefordert worden, sich außergerichtlich zu einigen. In diesem Prozess, der Ende September fortgesetzt, womöglich mit einem Urteil beendet wird, geht es um die jeweiligen Ausschlussklagen der Gesellschafter sowie um den Antrag Barlachs, den Verlag aufzulösen. Das Ende des Suhrkamp Verlags, wie wir ihn kennen, rückt näher.







...dass Barlach das personifizierte Böse ist, wie er großteils von den meisten Medien dargestellt wird, aber man schafft es nicht. Und als Literaturliebhaber und damit auch Suhrkampliebhaber tut es einem weh, wie eine Institution von einem Mann in den Abgrund gedrängt wird. Gleich, ob er das will oder nicht, er tut es.
Ließe sich der Artikel jetzt noch flüssig, wäre er trotz der nicht sehr tiefgründigen Berichterstattung und der undifferenzierten Darstellung wenigstens unterhaltsam.
"Gut vorstellbar ist, dass Hans Barlach das Geld dafür verwendet, um die bisherigen und kommenden Prozesse zu finanzieren, die er und seine Medienholding gegen die Mehrheitsgesellschafterin des Verlages, die Siegfried und Ulla Familienstiftung, führen."
Wer stellt sich das denn vor? Sie, Herr Bartels?
"Die eine, die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz, versucht den Verlag mit, wie es scheint, juristisch nicht korrekten Mitteln zu erhalten"
Bitte detailliertere Informationen.
"Manchmal fragt man sich, wie gut sie eigentlich juristisch beraten ist. Und der andere, Hans Barlach, pocht auf sein Recht und auf Gewinnausschüttungsbeteiligungen als Minderheitengesellschafter, bekommt dieses und schädigt gleichzeitig den Verlag. Wenn das nicht absurd ist!"
Wer fragt sich das denn? Und warum ist es absurd seine Rechte als Minderheitsgesellschafter einzuklagen?
... gründet Frau Berkéwicz den Berkéwicz Verlag und macht den Suhrkamp Verlag dicht.
Gibt es irgendeinen Grund, warum der Umzug des Verlags von Frankfurt nach Berlin so wichtig war, damit man dafür Barlach so viele Zugeständnisse machen musste? Vielleicht ist Frau Berkéwicz nicht juristisch schlecht beraten, sondern hat schlechte Entscheidungen getroffen?
die Frau B.-U. in Berlin bewohnt, eine sehr luxorioese riesige Villa, ist im Besitz einer Erbengemeinschaft (Frau B.-U. und ihr Bruder). Die Unterhaltskosten fuer dieses Objekt sind natuerlich sehr erheblich und konnten bislag nur dadurch gedeckt werden, dass Frau B.-U. einen Teil dieses Objekt an den Verlag, dessen Mehrheitsgesellschafterin ist, zu einem laecherlich ueberhoehten Preis vermietete, ohne satzungsgemaess den Minderheitsgesellschafter zu informieren.
Im Klartext: um ihren grossspurigen Lebensstil zu finanzieren, hat Frau B.-U. rechtswidrig Gelder aus der Firmenkasse abgezweigt, und das ueber Jahre.
Dies war nur nach dem Umzug des Verlags nach Berlin moeglich, da man in diesem Zusammenhang kraeftig "Kasse gemacht hat" (Verkauf der Frankfurter Immobilie des Verlags, Verscherbelung des Firmenarchivs mit der unschaetbar wertvollen Autorenkorrespondenz von Jahrzehnten, und Einsammelung von Berliner Foerdergeldern fuer die Abwerbung des Verlags von seinem angestammten Sitz - Berlin hat's ja!)
die Frau B.-U. in Berlin bewohnt, eine sehr luxorioese riesige Villa, ist im Besitz einer Erbengemeinschaft (Frau B.-U. und ihr Bruder). Die Unterhaltskosten fuer dieses Objekt sind natuerlich sehr erheblich und konnten bislag nur dadurch gedeckt werden, dass Frau B.-U. einen Teil dieses Objekt an den Verlag, dessen Mehrheitsgesellschafterin ist, zu einem laecherlich ueberhoehten Preis vermietete, ohne satzungsgemaess den Minderheitsgesellschafter zu informieren.
Im Klartext: um ihren grossspurigen Lebensstil zu finanzieren, hat Frau B.-U. rechtswidrig Gelder aus der Firmenkasse abgezweigt, und das ueber Jahre.
Dies war nur nach dem Umzug des Verlags nach Berlin moeglich, da man in diesem Zusammenhang kraeftig "Kasse gemacht hat" (Verkauf der Frankfurter Immobilie des Verlags, Verscherbelung des Firmenarchivs mit der unschaetbar wertvollen Autorenkorrespondenz von Jahrzehnten, und Einsammelung von Berliner Foerdergeldern fuer die Abwerbung des Verlags von seinem angestammten Sitz - Berlin hat's ja!)
ich nehme an in Absatz 3 sollte es "Mediationsgespräche" heißen, nicht "Meditationsgespräche", auch wenn ein bißchen Beruhigung sicherlich beiden Seiten zugute kommen würde...
Liebe/r frannyhester, wenigstens war es ein lustiger Vertipper. Wir haben ihn aber verbessert. Danke!
Liebe/r frannyhester, wenigstens war es ein lustiger Vertipper. Wir haben ihn aber verbessert. Danke!
Liebe/r frannyhester, wenigstens war es ein lustiger Vertipper. Wir haben ihn aber verbessert. Danke!
wohl bei ZEIT online nicht vorhanden. Die saloppe Formulierung "lustiger Vertipper " scheint mir deutlich aufzuzeigen, von welcher Qualität bei diesem Artikel nicht nur in der Handhabung der deutschen Sprache ausgegangen werden darf.
wohl bei ZEIT online nicht vorhanden. Die saloppe Formulierung "lustiger Vertipper " scheint mir deutlich aufzuzeigen, von welcher Qualität bei diesem Artikel nicht nur in der Handhabung der deutschen Sprache ausgegangen werden darf.
So wie - den Presseberichten zufolge - Suhrkamp im Moment geführt wird, weiß ich nicht, ob der Verlag überleben würde, auch wenn es keinen Minderheitsgesellschafter gäbe. Möglicherweise macht Herr Barlach hier nur etwas deutlich, das auch ohne ihn vorhanden wäre (nämlich mangelnde Rentabilität), aber erst ein paar Jahre später zum Vorschein käme und dann ebenfalls, nur eben etwas später, zum Ende führen würde. Oder ist der Verlag, gäbe es nur den Herrn Barlach nicht, wirtschaftlich gesund?
Ich stoere mich erheblich an der Formulierung nach der Herr Barlach "auf sein Recht als Minderheitsgesellschafter pocht" und so "den Verlag schaedigt".
Seit wann stellt es eine Schaedigung dar, wenn jemand auf die Unterlassung diverser Rechtsbrueche (Unterschlagung, Nichteinahltung satzungsgemaess und gesetzlich zugesicherter Gesellschafterrechte, widerrechtliche Gewinneinbehaltung, usw.) klagt und wie zu erwarten war, Recht bekommt?
Der schaedigende Teil in der Tragikomoedie um den Suhrkamp-Verlag ist doch ausschliesslich Frau B.-U., die durch ihren fortgesetzten Rechtsbruch diese Lage und die daraus entstehenden Millionenkosten allein an Anwaltsgebuehren fuer diverse Prozesse, die sie allesamt verloren hat, heraufbeschworen hat. Wenn der Suhrkamp-Verlag vor die Hunde geht - und es sieht ganz danach aus - ist das allein ihre Schuld.
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