JournalistZEIT-Literaturkritiker Rolf Michaelis ist tot

Dreizehn Jahre lang prägte er die Literaturseiten der ZEIT, nun ist er 79-jährig in Hamburg gestorben. Seine journalistische Neugier und sein Witz bleiben unvergessen.

Rolf Michaelis

Rolf Michaelis  |  © Klaus Kallabis

Der Literatur- und Theaterkritiker Rolf Michaelis ist tot. Er starb am 3. April im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf, wenige Monate vor seinem 80. Geburtstag.

Michaelis war 1973 nach Hamburg zur ZEIT gekommen, zuständig für die Literaturseiten, die er zum führenden Literaturteil der deutschen Presse machte. 1985 gab er die Leitung ab und arbeitete bis zu seiner Pensionierung im Herbst 1998 als Kritiker und Kulturreporter im Feuilleton.

Geboren wurde Rolf Michaelis 1933 in Schwäbisch Hall. Nach seiner Promotion über Hölderlin (bei Friedrich Beißner in Tübingen), hatte er zunächst für die Stuttgarter Zeitung geschrieben; 1964 wurde er Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Neben seinen großen Literaturkritiken und Autoren-Porträts, seinen Theaterkritiken und Ausstellungsberichten verfasste er zahlreiche Bücher, so über Gerhart Hauptmann, Kleist und Federico García Lorca.

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Für große Aufmerksamkeit sorgte zuletzt seine 2008 erschienene Anthologie mit Liebesgedichten aus allen Weltgegenden und Zeiten: Ein Tag der Liebe.

Seine journalistische Neugier, sein Witz, seine immensen Kenntnisse, seine Begeisterungsfähigkeit und Herzlichkeit bleiben unvergessen.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, be, raw
    • Schlagworte Gerhart Hauptmann | Anthologie | Buch | Herbst | Liebe | Presse
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