SchriftstellerUS-Krimiautor Elmore Leonard ist tot

Mit 87 Jahren schrieb Leonard an seinem 46. Buch, als er einen Schlaganfall erlitt. Viele seiner Bücher wurden verfilmt, darunter "Jackie Brown" von Regisseur Tarantino.

Der US-amerikanische Krimiautor Elmore Leonard ist tot. Er verstarb laut einer Nachricht auf seiner Website am Dienstagmorgen im Kreise seiner Familie in Detroit. Leonard wurde 87 Jahre alt. Er hatte vor drei Wochen einen Schlaganfall erlitten und lag seitdem im Krankenhaus.

Leonard schrieb gerade an seinem 46. Buch. Im vergangenen Jahr war Raylan erschienen, zuvor Dschibuti und Road Dogs. Seine Werke waren vor allem Kriminalromane, im Mittelpunkt stand aber weniger das Verbrechen oder Aufklärung und Suche nach dem Täter: Prägend war vielmehr die Beschreibung spezieller Milieus. 

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Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren kehrte Leonard dabei nicht immer wieder in bestimmte, ihm vertraute soziale Nischen zurück, sondern schilderte stets neue Bereiche der Gesellschaft. Viele seiner Bücher wurden verfilmt, darunter auch Get Shorty mit John Travolta als Ganove Chili Palmer oder Jackie Brown von Regisseur Quentin Tarantino.

Erste Versuche zunächst im Westerngenre

Leonard wurde 1925 in New Orleans geboren und verfasste als Schüler seine ersten Kurzgeschichten. An der University of Detroit studierte er später Englisch und Philosophie. Im Jahr 1951 veröffentlichte er mit Trail of the Apache eine Geschichte aus dem Westerngenre in einem Magazin und startet damit seine Autorenlaufbahn, die neben wenigen Tiefen vor allem viele Höhenpunkte brachte.

Nachdem das Westernthema allgemein an Bedeutung verlor, wechselte Leonard 1969 in das Kriminalgenre. Im Laufe der 1970er Jahre präzisierte er mehr und mehr seinen bis heute gerühmten Stil. Trotzdem gelang ihm erst 1985 mit Glitz sein erster Bestseller. Kurz zuvor hatte die New York Times über ihn geschrieben: "Nach 23 Romanen wurde ein Autor entdeckt."

Viele Kritiker sahen Leonard daraufhin nicht mehr nur als einen von vielen Krimiautoren, sondern als hochklassigen Schriftsteller. Man verglich ihn mit Dashiell Hammett oder Raymond Chandler, in den USA gar mit Balzac. Der Gepriesene selbst bekannte: "Ich wurde wesentlich mehr durch Hemingway, Steinbeck, John O'Hara und James Cain beeinflusst."

Befragt nach seinem Geheimnis, sagte Leonard einmal: "Ich versuche einfach, mich selbst zu unterhalten. Ich habe den Eindruck, dass es auch genügend anderen Lesern gefällt, wenn es mir gelingt, mich selbst bei Laune zu halten." Auf die Frage, was für ein technisches Schreibsystem er für seine Romane verwendet, antwortete er: "Einen Stift."

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Leserkommentare
  1. Und zwar seit frühester Jugend, zusammen mit dem (leider ebenfalls bereits verstorbenen Donald E. Westlake).

    Bei ihm ging es um Menschen, nicht um Kriminalfälle - und das hat mich immer schon wesentlich mehr interessiert, als die "Wer's-gewesen-ist"-Frage.

    Seine 10 Rules of Writing:

    1) Never open a book with weather.

    2) Avoid prologues.

    3) Never use a verb other than “said” to carry dialogue.

    4) Never use an adverb to modify the verb “said” … he admonished gravely.

    5) Keep your exclamation points under control. You are allowed no more than two or three per 100,000 words of prose.

    6) Never use the words “suddenly” or “all hell broke loose.”

    7) Use regional dialect, patois, sparingly.

    8) Avoid detailed descriptions of characters.

    9) Don’t go into great detail describing places and things.

    10) Try to leave out the part that readers tend to skip.

    http://www.nytimes.com/20...

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AP, dpa, zz
  • Schlagworte Quentin Tarantino | Bestseller | Detroit | John Travolta | Kriminalroman | Kurzgeschichte
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