BuchmesseMeyer und Jirgl für Buchpreis nominiert

Reinhard Jirgl, Monika Zeiner und Clemens Meyer sind auf der Shortlist für den besten deutschsprachigen Roman. Andere bekannte Autoren wie Kehlmann und Timm fielen raus.

Im Wettbewerb um den Deutschen Buchpreis sind sechs Autoren für das Finale nominiert worden. Die Jury entschied sich aus den 20 Titeln der Longlist für Mirko Bonné (Nie mehr Nacht), Reinhard Jirgl (Nichts von euch auf Erden), Clemens Meyer (Im Stein), Terézia Mora (Das Ungeheuer), Marion Poschmann (Die Sonnenposition) und Monika Zeiner (Die Ordnung der Sterne über Como). Dies teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit.

Der Sieger wird am 7. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben. Der Preisträger erhält für den besten deutschsprachigen Roman ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Nicht auf die Shortlist haben es prominente Autoren wie Daniel Kehlmann (F) und Uwe Timm (Vogelweide) geschafft.

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"Auf der Shortlist stehen extrem unterschiedliche Schreibweisen nebeneinander und zeigen so die Vielfalt der gegenwärtigen literarischen Möglichkeiten: lyrische Bilderwelten, große Weltentwürfe, psychologisch genau ausdifferenzierte Figurenkonstellationen", sagte der Kritiker Helmut Böttiger, Sprecher der Jury aus sieben Mitgliedern. Der deutschsprachige Gegenwartsroman zeige sich spannungsreicher denn je.

Die Jury hatte insgesamt 201 neue Romane in den vergangenen fünf Monaten gesichtet. Neben Böttiger gehören ihr Katrin Lange (Literaturhaus München), Ursula März (DIE ZEIT), Jörg Plath (freier Kritiker), Andreas Platthaus (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Klaus Seufer-Wasserthal (Rupertus Buchhandlung, Salzburg, Österreich) und Claudia Voigt (Der Spiegel). 

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Leserkommentare
  1. Okay, Meyer auf jeden Fall zurecht, wie ich finde! Uwe Timm fehlt bestimmt, aber auch mit Kehlmann hatte ich gerechnet. Und für Thomas Glavinic hätte es mich persönlich gefreut.

    Die Jury hat sich für sechs sehr unterschiedliche Arten, an einen Roman heranzugehen, entschieden. Das mag auch ausgewogen sein. Und es sind drei Damen und drei Herren vertreten.

    Wie auch immer. Der Preis mag ein tolles Marketinginstrument für die Verlage sein und das Preisgeld für den Autoren stimmt auch, ein Gradmesser für sehr gute Literatur ist er aber nicht. Dafür gibt es im Moment zu viele Bücher, die einfach zu gut sind. Und es gibt ja derzeit auch noch internationale Literatur in tollen Übersetzungen.

    Eine Leserempfehlung
  2. Ich mutmaße mal ganz kühn und wild ins Blaue:
    In den letzten Jahren war häufig zu lesen, der Preis sei nicht zuletzt ein Werbeinstrument des Buchhandels zur Erzeugung von Bestsellern: Deshalb kam mir beim Lesen der Shortlist gleich der Gedanke, dass der Preis eher nicht an Reinhard Jirgl gehen wird, dem Hubert Winkels hier im Blatt eine "verzwirbelte Sprache" unterstellt. Das klingt nach einem als Bestseller völlig ungeeigneten Roman (sagt aber natürlich rein gar nichts aus über die Qualität des Textes). - Außerdem kuckt die breite Masse zwar gern Superman und Star Wars, Science Fiction l e s e n will sie aber sicher nicht.

  3. It's the economy stupid, hat mal ein zeitweiliger Bewohner des Weißen Hauses gesagt und das haben die Buchhändler natürlich auch begriffen und wollten der notleidenden Branche mit dem Buchpreis etwas auf die Beine helfen. Kehlmann und Timm verkaufen sich auch ohne Preis prima, stehen gar schon auf den Besellerlisten, da kann es doch nicht schaden, wenn noch ein weiteres Buch zum Gespräch und Kassenfüller wird. Lieber eine Dreierwette, als nur auf Platz setzen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tis
  • Schlagworte Daniel Kehlmann | Reinhard Jirgl | Buchmesse | Autor | Buchpreis | Frankfurter Buchmesse
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