Der chilenische Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda ist eines natürlichen Todes gestorben. Ein Forensiker-Team hat ausgeschlossen, dass Neruda vergiftet worden ist, sagte Patricio Bustos, Direktor des Gerichtsmedizinischen Instituts Chile (SML) in Santiago de Chile.

Die Experten aus den USA, Spanien und Chile stellten fest, dass der Dichter 1973 an den Folgen seiner Prostatakrebs-Erkrankung starb. In den Gewebeproben seien "keinerlei chemische Substanzen aufgefunden worden", die nicht der Krebsbehandlung zuzuschreiben seien, sagte Bustos.

Die Leiche Nerudas war am 8. April exhumiert worden. Der Schriftsteller war vierzig Jahre zuvor, am 23. September 1973, in der chilenischen Hauptstadt gestorben. Wenige Tage zuvor war der mit Neruda befreundete chilenische Präsident Salvador Allende von General Augusto Pinochet aus dem Amt geputscht worden. Vertraute des Schriftstellers hatten vermutet, dass Unterstützer des Militärmachthabers Neruda vergiftet hatten.