Mein Verlag und ich werden jetzt möglicherweise einen neuen Titel suchen müssen. Da wir noch immer im Thema stecken, möchte ich die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, einige weitere Referenztitel anzugeben, die ich noch in Petto habe:

"Die Wanderhure – Sex to go"

"Nageln im Freien – die Wanderhure unterwegs mit Zimmerleuten"

"Die Wunderhaare der Wanderhure"

Selbstverständlich ist die Wanderhure nur ein Teil des großen Œuvres des Autorenkollektivs.

Einen anderen wichtigen wirtschaftlichen Bereich des Mittelalters decken sie mit der Wanderapothekerin ab. Man möchte meinen, dass es eigentlich gar keine Persiflage mehr braucht. Sei es drum, auch hier habe ich noch einige Vorschläge, die ich gerne zur Verfügung stelle, sollte es einmal an Inspiration mangeln:

"Der Mörser der Wanderapothekerin"

"Das Wadentattoo der Wanderapothekerin"

"Jeder Braut ihr Kraut – Abtreiben mit der Wanderapothekerin"

Und für den Fall, dass die Wanderapothekerin irgendwann ihre letzte Salbe gemischt hat, noch einige weitere Wanderberufe:

"Der Wanderbürgermeister"

"Die Wanderpäpstin" Oder ein wenig abstrakter:

"Der Wandervulkan"

"Das Wandermeer"

"Die Wandersonne" Oder ganz modern:

"Der Wanderveganer. Irgendwann ist das Korn halt alle."

Ich bin ja nicht nur Fan der Wanderhure. Ich mag auch andere große fiktionale Werke der Gegenwart. Von Thilo Sarrazin beispielsweise.

Da könnte man Klagen gleich kombinieren. Ohne großen bürokratischen Aufwand.

"Die Wanderhure schafft sich an." Mein Favorit ist allerdings gerade:

"Die Hure, die aus dem Fenster sprang und wandern ging"

Oh-oh, das gibt doch bestimmt wieder Ärger.

Dann lieber ein satirischer Titel, der sich auf etwas bezieht, was keiner kennt. #Ironie

Vielleicht wird mein Dilemma deutlich. Ich bin Teil jener Kraft, die stets das Gute will und doch stets das Böse schafft. Ich will witzig, beliebt und berühmt sein, allein, mir fehlen die Mittel.

"Wenn doch nur Worte meine Sprache wären!", sang einst Tim Dingsbums. Könnte aber auch von Iny Lorentz sein. Ich werde das noch einmal nachlesen.

Und ich verspreche an dieser Stelle, dass ich mich im nächsten Buch über niemanden lustig mache. Das ist nämlich nicht nett. Und teuer.

Vielleicht schreibe ich was über Holzfäller. Im Barock. Die hatten es auch nicht leicht.

Julius Fischer, geboren 1984 in Gera, ist ein deutscher Satiriker und Slam-Poet. Er studierte Germanistik und Geschichte in Leipzig. Sein Kurzgeschichtenband "Die schönsten Wanderwege der Wanderhure" (Voland & Quist, 2013) darf laut dem Düsseldorfer Landgericht nicht mehr unter diesem Titel vertrieben werden.