Saša Stanišić bekommt den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse. Der 35-Jährige, der in Bosnien geboren wurde, erhält die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für den Roman Vor dem Fest. Das teilte die Jury mit. Der Preis zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland.

In Vor dem Fest erzählt Stanišić über die Nacht vor einem Fest in einem Dorf der Uckermark. Der Roman sei ein "furioser Chorgesang in Prosa", urteilte die Jury. Stanišić kam dem Ort Fürstenfelde und seinen Bewohnern in vier Jahren Arbeit immer näher. Der Autor gilt als ein Shootingstar der deutschen Literaturszene. Schon 2006 hatte er es mit seinem Romandebüt Wie der Soldat das Grammofon repariert auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik ging die Auszeichnung an Helmut Lethen für das Buch Der Schatten des Fotografen. In einem Streifzug durch die Kunst- und Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts geht er der Wirkung von Fotos nach. 

Den Preis für die beste Übersetzung erhielt Robin Detje für seine Übertragung des Buches Europe Central von William T. Vollmann aus dem amerikanischen Englisch. Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde zum zehnten Mal verliehen.