Angesichts der Diskussion um Akif Pirinçcis Buch Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer distanziert sich das Warenhaus Manufactum von seinem Gründer Thomas Hoof, der auch Pirinçcis Verleger ist. Offenbar befürchtet das Unternehmen, dass Pirinçcis rechte Positionen die eigene Kundschaft verschrecken könnten. Manufactum vertreibt exklusive Gebrauchsgegenstände.

Thomas Hoof war Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Grünen, bevor er 1988 Manufactum gründete und unter dessen Dach auch den Verlag Manuscriptum. Er führte das Unternehmen bis zum Jahr 2008, dann verkaufte er es an die Versandhandelskette Otto Group. Den Verlag Manuscriptum behielt Hoof. Darin erscheint die Reihe Lichtschlag in der Edition Sonderwege und mit ihr Pirinçcis Buch.

Noch heute residieren die Thomas-Hoof-Gruppe, zu der der Manuscriptum-Verlag gehört, und die Zentrale von Manufactum im selben Gebäude, einer ehemaligen Zeche im nordrhein-westfälischen Waltrop. Die Schriftzüge der Firmennamen sind typografisch annähernd identisch und lassen sich daher als Signal auf eine corporate identity beider Unternehmen verstehen.

Manfred Ritter, der Geschäftsführer von Manufactum, bemühte sich nun, dem Augenscheinlichen zu widersprechen. Wie er auf Anfrage mitteilte, steht sein Unternehmen mit Thomas Hoof und dessen Verlag "in keinerlei gesellschaftsrechtlichem Zusammenhang" mehr. Manufactum verkaufe weiterhin und schon seit langem Bücher aus dem Manuscriptum-Verlag, teilte Ritter mit.    

Werke passen nicht zur Weltanschauung des Unternehmens

Diese Werke stehen, so Ritter, aber "in unmittelbarem Zusammenhang mit den Produkten, die wir anbieten, und ihrem Gebrauch." Hingegen führe Manufactum die "in einem anderen Segment der Publikationen des Verlages erschienenen Titel" deshalb nicht, "weil sie in keinem Zusammenhang mit unserem Angebot stehen und weil sie weltanschaulich nicht zu unseren Werten passen würden. Sie sind für uns aber auch kein hinreichender Anlaß, die aus unserer Sicht geeigneten Titel aus dem Programm zu nehmen."

Ritter macht damit auf weltanschauliche Differenzen zu mehreren Titeln aus dem Programm von Manuscriptum aufmerksam, also nicht nur auf das jüngst erschienene Buch von Akif Pirinçci. André F. Lichtschlag, der Herausgeber der Reihe, in der Pirinçcis Buch bei Manuscriptum erscheint, ist nur ein Beispiel für das publizistische Milieu, in dem sich Thomas Hoof positioniert. Lichtschlag steht auch hinter der rechtslibertären Zeitschrift eigentümlich frei und ist Autor der Jungen Freiheit, die als das Zentralorgan der Neuen Rechten in Deutschland gilt.