Die Schriftstellerin Nadine Gordimer ist tot. Wie ihr Anwalt mitteilte, starb die südafrikanische Autorin im Alter von 90 Jahren. Gordimer, die 1991 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, beschrieb in ihren Romanen und Erzählungen besonders das System der südafrikanischen Rassentrennung. Ihre Texte wurden in Dutzende Sprachen übersetzt.

In einer von der Anwaltskanzlei Edward Nathan Sonnerbergs im Auftrag der Familie veröffentlichten Erklärung heißt es, Gordimer sei in ihrem Haus in Johannesburg "friedlich entschlafen". Ihre beiden Kinder seien bei ihr gewesen. Sie soll im privaten Kreis beigesetzt werden, das Datum war zunächst nicht bekannt.

Gordimer wurde 1923 als Tochter jüdischer Einwanderer aus Osteuropa bei Johannesburg geboren. Selbst in den schwersten Zeiten der Apartheid lehnte sie es ab, das Land zu verlassen. In ihren Romanen, Erzählungen und Essays rechnete sie dagegen mit dem Regime ab und beschäftigte sich mit den sozialen Folgen der Rassentrennung für Schwarze und Weiße. Nach dem demokratischen Wandel Südafrikas unter dem ersten schwarzen Präsidenten des Landes, Nelson Mandela, ab 1994 begleitete sie auch die neuen Machthaber des Afrikanischen Nationalkongress (ANC) kritisch. Mehrfach wurden in ihrer Heimat Publikationsverbote gegen sie ausgesprochen.

Zu ihren bekannten Werken gehören Burgers Tochter, die Geschichte einer weißen Südafrikanerin, die gegen die Apartheid kämpft, und der Familienroman Die Hauswaffe. Im Jahr 1949 publizierte sie ihre ersten Kurzgeschichten. Zu ihrem Œuvre gehören 15 Romane, mehr als 200 Kurzgeschichten und ungezählte Essays.

Für Der Besitzer bekam die Autorin den begehrten britischen Booker's-Preis. Gordimer ist die siebte Frau, die mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde.