Jeff Bezos mit dem von Amazon hergestellten E-Book-Reader Kindle Paperwhite © David McNew/Getty Images

909 Schriftsteller, darunter Bestsellerautoren wie Stephen King, John Grisham und Paul Auster, haben einen Protestbrief gegen Amazon unterzeichnet. Das Schreiben wurde als ganzseitige Anzeige in der Sonntagsausgabe der New York Times veröffentlicht. Die Autoren kritisieren, dass Amazon den Verlag Hachette unter Druck setze, damit dieser die Vertragsbedingungen des Onlinehändlers akzeptiere.

Der französische Verlag hatte sich geweigert, seine E-Books zu günstigeren Preise zu verkaufen und mehr Geld vom Verkaufspreis an Amazon abzutreten. Amazon verbannte daraufhin einige Titel des Verlags  aus dem Programm und verwies Kunden auf ähnliche Titel von anderen Verlagen.


"Kein Buchhändler darf den Verkauf von Bücher blockieren, anderweitig verhindern oder Kunden davon abbringen, die Bücher zu bestellen oder zu erhalten, die sie möchten", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Indem Amazon seine Kunden mit unfairen Preisen und verzögerter Lieferung manipuliere, verstoße es "gegen das Versprechen, das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein". 

"Das ist keine Art, Geschäftspartner zu behandeln"

Die Autoren forderten den Konzern mit größter Dringlichkeit dazu auf, nicht weiter ihren Lebensunterhalt zu gefährden. "Unsere Bücher haben Amazon zu einem der weltgrößten Konzerne gemacht. Durch uns hat Amazon viele Millionen Dollar verdient (...). Das ist keine Art, Geschäftspartner zu behandeln."

Initiiert wurde der Protestbrief von Douglas Preston, dessen Bücher unter anderem von Grand Central Publishing veröffentlicht werden, einem Tochterverlag von Hachette. Dem Guardian sagte Preston, dass die Anzeige von einer kleinen Gruppe Autoren bezahlt worden sei. Sie kostet nach Angaben der New York Times 104.000 US-Dollar.

Die Leser des Protestbriefs sollten Amazon-Chef Jeff Bezos per E-Mail schreiben, was sie über die Vorgänge denken.