Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD):

"Mit Siegfried Lenz ist heute auch ein Stück Deutschland von uns gegangen. Siegfried Lenz hat wie kein Zweiter das gesellschaftliche Leben der Bundesrepublik Deutschland beobachtet und mit seinen Werken geprägt. Seine Liebe für sein Land, seine Verbundenheit mit seinen beiden Heimatstädten, eine in Polen, die andere im Norden Deutschlands, sind literarische Wegweiser für unser Selbstverständnis.  

Siegfried Lenz stand und steht für eine enge und fruchtbare Verbindung von Kultur und gesellschaftlichem, auch politischem Engagement. Viele sind wie ich mit den Werken von Siegfried Lenz aufgewachsen und auch ein Stück mit ihnen erwachsen geworden. Ich bin von Herzen dankbar für den persönlichen Rat, den ich von ihm immer wieder bekommen habe. Mit umso größerer Trauer werden wir Siegfried Lenz heute auf der Frankfurter Buchmesse gedenken."

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD):

"Hamburg trauert um den Ehrenbürger Siegfried Lenz, den aufmerksamen Beobachter, den großen Erzähler, den über die Grenzen Deutschlands hinaus hoch angesehenen Schriftsteller.

In seinem literarischen Werk hat Siegfried Lenz menschliche Schicksale immer wieder mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragen verknüpft. Auch damit hat er das Bild Hamburgs und der Bundesrepublik Deutschland in der Welt geprägt. Die Deutschstunde gehört für mich zu den wichtigsten Büchern, die ich gelesen habe. In Leute von Hamburg hat er den Bürgerinnen und Bürgern seiner Heimatstadt freundlich-ironisch einen Spiegel vorgehalten.

Hamburg hat nicht nur einen Ehrenbürger verloren, sondern auch einen bedeutenden, geschätzten Schriftsteller und eine beeindruckende Persönlichkeit. Hamburg hält inne. Der Senat sowie die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt werden sich mit Hochachtung und Dankbarkeit an Siegfried Lenz erinnern."

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD):

"Wir verlieren mit ihm einen ganz großen Autor, der uns ein unvergessliches Werk geschenkt hat."

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU):

"Es ist ihm mit großer Meisterschaft gelungen, das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte literarisch wachzuhalten und für die nachfolgenden Generationen verständlich zu machen."

Der Verleger und langjährige Freund von Siegfried Lenz, Thomas Ganske:

"Jetzt bleibt die Erinnerung an eine einzigartige Freundschaft, an einen großen Menschen und als Zeugnis dafür seine Bücher."

Der Leiter des Deutschen Literaturarchivs in Baden-Württemberg, Ulrich von Bülow:

"Siegfried Lenz war ein Autor nicht nur für Literaturfachleute, sondern vor allem für Leser."

Dr. Arno Beyer, Stellvertretender NDR-Intendant und Direktor des Landesfunkhauses Niedersachsen:

"Siegfried Lenz hat als bedeutender Schriftsteller die deutsche Nachkriegsliteratur maßgeblich geprägt. Dem Norddeutschen Rundfunk war er eng verbunden. (...) Der Tod von Siegfried Lenz ist auch für uns ein großer Verlust."  

Der ehemalige Präsident der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland, Johano Strasser:

"Er hat der allzu pragmatischen Übereinkunft der Deutschen, auch um den Preis fauler Kompromisse mit Nicht-Demokraten die Bundesrepublik zu stabilisieren, etwas entgegengesetzt, nämlich die Auseinandersetzung mit dem kulturellen und politischen Gedächtnis der Deutschen."