Über die schlechten Seiten von Twitter, das Wortgeröll, die Flut selbstreferenzieller Nichtigkeiten, die Anhäufung des Infomülls unserer Zeit wurde schon viel geschrieben. Deshalb ist es umso schöner, wenn man Gutes in 140 Zeichen fassen und lesen kann.

Wir als Redaktion von ZEIT ONLINE freuen uns sehr, wie viel Gutes, Originelles, Lustiges, Markantes, Wahres wir seit gestern auf Twitter finden können. Seit wir anlässlich der Frankfurter Buchmesse mit dem Hashtag 1Buch1Satz unsere Leser eingeladen haben, den Inhalt Hunderter Buchseiten in nur einer Phrase zu konzentrieren.

Die Herausforderung haben außergewöhnlich viele Menschen angenommen: Innerhalb von kurzer Zeit war #1Buch1Satz das stärkste Twitter-Thema im deutschsprachigen Raum. Allein am Dienstag wurden fast 4.000 Tweets dazu geschrieben. An zahlreichen zeigt sich, wie Dichtung und Verdichtung zusammengehören, welch überraschendes Stilmittel die Reduktion sein kann, besonders im Umfeld des Datenüberflusses. Der Aphorismus, der auf Twitter seine digitalisierte Renaissance erlebt hat, kann dieser Tage wieder glänzen.

Die meisten Tweets verweisen auf besonders populäre Bücher, Harry Potter, Herr der Ringe, Die Bibel. Aber auch Goethe, Shakespeare und Kafka werden eingekocht. Die Resonanz beweist: Es geht nicht immer um die hohe Literatur. Besonders zur Buchmesse steht etwas anderes im Fokus, dem #1Buch1Satz ein sichtbares Zeichen setzt: Es wird gelesen!

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die an unserer Aktion teilnehmen. Hier haben wir einige der besten Tweets versammelt: