Harry Rowohlt ist tot. Der Schriftsteller und Übersetzer starb am Montag im Alter von 70 Jahren in Hamburg. Das bestätigte sein Agent Ertu Eren. Rowohlt übersetzte unter anderem die Kinderbuchklassiker Pu der Bär von Allan Alexander Milne oder Die Maus mit dem grünen Schwanz des italienischen Autors Leo Lionni. Dazu kamen etwa Werke von Ernest Hemingway, Ian McEwan, Flann O'Brien und David Sedaris.

Einem breiten Publikum war der Sohn von Verleger Ernst Rowohlt und der Schauspielerin Maria Pierenkämper durch seine ZEIT-Kolumne Poohs Corner bekannt. Legendären Status besaßen seine meist mehrstündigen satirischen Lesungen, die Rowohlt, 1996 zum Whiskey-Botschafter ernannt, als "Schausaufen mit Betonung" bezeichnete.

Geboren wurde Rowohlt am 27. März 1945 in Hamburg als Sohn des Verlegers Ernst Rowohlt und der Schauspielerin Maria Pierenkämper. Nach dem Abitur war er Lehrling im Suhrkamp Verlag und volontierte kurz im Rowohlt Verlag, was er, wie er wiederholt erzählte, "schrecklich" fand. Gegen den Willen des Vaters stieg Rowohlt danach nicht ins Familienunternehmen ein, sondern ging für eine Weile in die USA. Zurückgekehrt nach Deutschland verdiente er sich seinen Lebensunterhalt zunächst mit Werbetexten.

Schriftsteller - Im Andenken an Harry Rowohlt Warum er Daniel Kehlmann nicht, Thomas Kapielski aber sehr wohl liest, verriet der verstorbene Übersetzer im Juli 2009. Damals beantwortete er Fragen der ZEIT ONLINE-Community.

Seinen Durchbruch hatte Harry Rowohlt mit der Übersetzung des Kinderbuchs The Last Man Alive. Unter dem Titel die Grüne Wolke schaffte das Werk als erstes Kinderbuch 1971 den Sprung in die Spiegel- Bestsellerliste. In der Folge war Rowohlt auch als Kolumnist und Vortragskünstler viele Jahre fast ebenso gefragt wie als Übersetzer.

Rowohlt erbte 49 Prozent des gleichnamigen Verlags von seinem Vater Ernst Rowohlt, wollte aber nicht dort einsteigen. Sein Bruder und er verkauften den Verlag Anfang der 1980er Jahre an die Holtzbrinck- Gruppe.