Der schwedische Krimi- und Romanautor Henning Mankell ist tot. Nach Angaben des Carl Hanser Verlags in München starb er in seinem Haus in Göteborg. Mankell war an Krebs erkrankt und hatte dies im Vorjahr publik gemacht. Er wurde 67 Jahre alt.

Erst kürzlich hatte er über seine Krankheit ein Buch veröffentlicht. In Treibsand – Was es heißt, ein Mensch zu sein schrieb er sehr persönlich über sein Leben nach der Diagnose, die er Anfang 2014 erhalten hatte. Und in einer Kolumne für die Zeitung Göteborgs-Posten schrieb er: "Ich höre Menschen sagen: 'falls' ich sterbe, aber zum Teufel, es heißt 'wenn' ich sterbe – der Tod ist das einzige, dessen wir uns ganz sicher sein können." 

Insbesondere mit seiner Krimireihe über Kommissar Wallander etablierte er sich als erfolgreichster Schriftsteller Schwedens seit August Strindberg. Doch sein Lebenswerk darauf zu reduzieren, greift zu kurz: Mankell schrieb mehr als 40 Bücher – darunter Romane und Theaterstücke, Essays, Kinderbücher und Drehbücher – von denen weltweit mehr als 30 Millionen Exemplare verkauft wurden.

Einen großen Teil seiner Zeit nahm sein politisches Engagement gegen Armut und Analphabetismus in Afrika in Anspruch. Der Kontinent war neben Schweden seine Heimat. 1972 unternahm Mankell seine erste Reise dorthin, später lebte er einige Jahre dort und schrieb mehrere Bücher über den Kontinent.

Mankell wurde 1948 in Stockholm geboren, 1968 begann er seine Autoren- und Regisseurtätigkeit. Seinen ersten Roman Das Gefangenenlager, das verschwand legte er 1979 vor.

1987 wurde er Leiter des von ihm aufgebauten und aus 70 Schauspielern bestehenden Theaters Teatro Avenida in in Maputo, an dem er auch selbst verfasste Stücke in Portugiesisch inszenierte. 2007 feierte die Einrichtung, die jährlich drei Produktionen im Programm hat – darunter auch europäische Klassiker und mosambikanische Stücke – ihr 30-jähriges Bestehen.

Trauer und Anteilnahme

Literaten und Verleger äußerten Anteilnahme und Trauer. "Henning Mankell war einer der großen schwedischen Schriftsteller, geliebt und gelesen hier zu Hause und in der ganzen Welt", teilte der Leopard Verlag mit, der seine Bücher in Schweden herausbrachte. "Durch sein Schreiben ging wie ein roter Faden die Solidarität mit den Schwachen und Verletzlichen." Mankell hatte den Verlag den Angaben zufolge 2001 gemeinsam mit Dan Israel gegründet. Der Münchner Hanser Verlag teilte mit, nicht nur sein Werk, auch sein persönliches Engagement hätten im Zeichen der Solidarität gestanden.

Die schwedische Krimiautorin Camilla Läckberg sagte der Zeitung Expressen: "Henning war einer meiner ersten Krimi-Idole, er hat mir den Weg gewiesen, wie vielen nachfolgenden Krimiautoren." Der schwedische Krimiautor und Kriminologe Leif G.W. Persson sagte der Zeitung: "In der Öffentlichkeit war er ein engagierter Mensch und als Schriftsteller eine wichtige Person. Es ist klar, dass ich ihn vermisse werde." 

Der TV-Darsteller des Kommissars Kurt Wallander, Schauspieler Krister Henriksson, sagte, er fühle "eine große, unendliche Leere, weil Henning einen großen Platz in meinem Leben einnahm". Sie seien sehr gute Freunde gewesen. "Henning war ein großartiger Schriftsteller, jeder weiß das. Er war wirklich ein großartiger Mensch." 

Schriftsteller - Henning Mankell ist tot