Der Schriftsteller Marcel Beyer bekommt den Georg-Büchner-Preis 2016. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird am 5. November in Darmstadt verliehen werden.

"Ob Gedicht oder Roman, zeitdiagnostischer Essay oder Opernlibretto, für Marcel Beyer ist Sprache immer auch Erkundung", begründet die Jury die Entscheidung. Beyer habe mit seiner Arbeit deutsche Vergangenheit vergegenwärtigt. Seine Texte seien "kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich".

Der 1965 in Tailfingen (Baden-Württemberg) geborene Beyer gab von 1989 bis 2000 gemeinsam mit Karl Riha die Reihe Vergessene Autoren der Moderne heraus. Sein Debüt als Romanautor hatte er 1991 mit Das Menschenfleisch, im selben Jahr erschienen Gedichte unter dem Titel Walkmännin.

Einer breiten, auch internationalen Öffentlichkeit wurde er 1995 mit seinem Roman Flughunde bekannt. Darin erzählt er vom Zweiten Weltkrieg, von der Instrumentalisierung der Sprache durch die Propaganda und von Experimenten mit menschlichen Stimmen. Es folgten die Lyrikbände Falsches Futter (1997) und Erdkunde (2002) sowie die Romane Spione (2000) und Kaltenburg (2008). Vor zwei Jahren legte er seinen Gedichtband Graphit vor, eine in zwölf Jahren angewachsene Gedichtsammlung, in der er seine Erforschungen von Sprache, Landschaften und Kulturen weiter fortsetzt.

Der Georg-Büchner-Preis wird seit 1951 an herausragende Schriftsteller vergeben. Er gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.