Der Kinder- und Jugendbuchautor Willi Fährmann ist tot. Der Schriftsteller starb am Donnerstag im Alter von 87 Jahren, wie sein Sohn Tom sagte. Fährmann war mehrmals im In- und Ausland für seine Arbeit ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis und mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Fährmann wurde 1929 in Duisburg geboren, seit 1963 lebte er in Xanten am Niederrhein. 1946 begann er zunächst eine Lehre als Maurer. Dann erwarb er über die Begabtensonderprüfung die Berechtigung zum Studium an der Pädagogischen Akademie und begann in Münster und Oberhausen mit dem Studium der Pädagogik. Ab 1953 arbeitete er als Lehrer an einer Volksschule in Duisburg und wurde 1963 als Schulleiter nach Xanten berufen.

Bis zu seiner Pensionierung bekleidete Fährmann ab 1972 den Posten des Schulrats. Als Mitglied der katholischen Jugendarbeit reiste er nach England, wo er sich mit dem Leben und Werk Thomas Morus' beschäftigte. Er unterstützte mehrere Jahre lang die Arbeit des Jugendverbandes Katholische junge Gemeinde (KjG), indem er für deren Zeitschrift forum die Aufgaben der Schriftleitung wahrnahm. Willi Fährmann war verheiratet und hatte mit seiner Frau Elisabeth drei Kinder.

Fährmanns erste Bücher erschienen ab 1956. Zu den bekanntesten Werken des Autors zählen Das Jahr der Wölfe (1962), Kristina, vergiss nicht (1974) und Der lange Weg des Lukas B. (1980).

Das Jahr der Wölfe erzählt die Geschichte der Familie Bienmann in Ostpreußen, die während des Zweiten Weltkrieges vor der vorrückenden Roten Armee floh, und beruht auf den Erinnerungen des Sohns der Familie, der aus dem Heimatort von Fährmanns Vater kam. Er hatte diesen nach Ende des Krieges kennengelernt. Kristina, vergiss nicht handelt von einem deutsch-polnischen Mädchen, das in Polen als Deutsche und in Deutschland als Polin geächtet wird.

Mehrere Bücher von Fährmann spielen in Xanten. 1987 beziehungsweise 1988 erschien seine Nacherzählung des Nibelungenlieds in den Bänden Siegfried von Xanten und Kriemhilds Rache. Die Erzählung Es geschah im Nachbarhaus (1968) spielt im Xanten des 19. Jahrhunderts und beruht auf der wahren Geschichte eines jüdischen Händlers, der zu Unrecht des Mordes an einem Kind bezichtigt wurde.