Der britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro wird mit dem diesjährigen Literatur-Nobelpreis geehrt. Der in Japan geborene 62-Jährige ist vor allem für seinen Roman Was vom Tage übrigblieb bekannt. Das gab das Nobelkomitee in Stockholm bekannt. Oben im Video ist die Pressekonferenz zu sehen.

In Kürze hier mehr über das Werk des Preisträgers.

2016 hatte sich die Jury für den Musiker Bob Dylan entschieden und mit dieser Wahl so viel Aufsehen erregt wie selten zuvor. Literaturfreunden war klar: Eine Wiederholung des Dylan-Abenteuers konnte die angesehene Akademie nicht wollen. Bereits 2015 zuvor hatte die Akademie gewohnte Pfade verlassen, indem sie den Preis an die dokumentarisch erzählende Belarussin Swetlana Alexijewitsch vergab. Viele Beobachter aus der Verlagsbranche befürchteten, dass das Komitee mit einer weiteren Entscheidung dieser Art seine literarische Autorität aufs Spiel setzen könne.

Der diesjährige Preisträger ist eine Überraschung. Ishiguro, der 1954 in Nagasaki geboren wurde und mit fünf Jahren mit seiner Familie nach Großbritannien zog, setzte sich durch gegen bekannte Schriftsteller wie den Japaner Haruki Murakami, die Kanadierin Margaret Atwood und den Israeli Amos Oz.

"Ishiguros Werk ist geprägt durch eine vorsichtige Form des Ausdrucks, die unabhängig ist von den Ereignissen, die es erzählt", schrieb das Komitee in einem Brief nach der Bekanntgabe. "Gleichzeitig enthält seine neueste Prosa fantastische Elemente."

Der Nobelpreis für Literatur wird seit 1901 vergeben. Herta Müller war 2009 die letzte deutschsprachige Autorin, der die Auszeichnung verliehen wurde. Verliehen wird die mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940.000 Euro) dotierte Auszeichnung am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifter s Alfred Nobel (1833-1896).

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