Für seinen Roman L'Ordre du jour (zu Deutsch: Tagesordnung) hat der Autor Eric Vuillard den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt erhalten.  In seinem Roman behandelt er die politischen und psychologischen Mechanismen, die Adolf Hitler 1933 zur Macht verhalfen, darunter unter anderem die Unterstützung deutscher Industrieller während eines Geheimtreffens im Februar vor der Machtübernahme. In einer ersten Reaktion habe sich Vuillard über die Auszeichnung überrascht und auch erfreut gezeigt, meldet die Deutsche Presseagentur.

Eric Vuillard wurde bereits mehrfach mit Preisen bedacht. Ins Deutsche übersetzt sind bisher seine Romane Traurigkeit der Erde, Eine Geschichte von Buffalo Bill Cody und Kongo. Der seit 1903 vergebene Prix Goncourt ist lediglich mit symbolischen zehn Euro dotiert und soll vor allem die Verkaufszahlen ankurbeln.

Den ebenfalls renommierten Prix Renaudoterhielt Olivier Guez für seinen Roman La disparition de Josef Mengele ("Das Verschwinden des Josef Mengele") über das Abtauchen des berüchtigten SS-Mediziners in Südamerika. Guez überblendet, in nüchternen Worten, die historischen Ereignisse mit der Vorstellungswelt Mengeles.