Leicht zu lesen

Daniel Kehlmann: Tyll (Rowohlt, 22,95 €)
Der beste Roman des Jahres, der beste Roman dieses Autors. Eulenspiegel im Dreißigjährigen Krieg, Kunst von jetzt: mit Geist, Macht, Blut, Witz, Fantasie
(Alexander Cammann)

Susanne Wiborg: Blütenpracht und schlaue Hühner (Kunstmann, 18 €)
"Hühner im Garten? Mitten in der Stadt? Warum denn nicht?" Ein kleines Buch über eine große Leidenschaft
(Benedikt Erenz)

Daniel Kehlmann: Tyll (Rowohlt, 22,95 €)
Der Held übersteht die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Er ist ein Narr und der Klügste von allen. Ein verzweifelt komisches Buch, Kehlmanns bestes
(Ulrich Greiner)

Armen Avanessian: Miamification (Merve Verlag, 12 €)
Endlich bekommt die Philosophie nasse Füße. Armen Avanessian fliegt nach Miami und denkt darüber nach, wie man in einer Gegenwart, die uns mit Reizen überflutet, noch philosophieren kann.
(Tobias Haberkorn)

Édouard Louis: Im Herzen der Gewalt (S. Fischer, 20 €)
Eine Liebesnacht wird zur unheilvollen Begegnung. Dieser glänzende Roman fragt: Was ist Angst, was ist ihre Sprache?
(David Hugendick)

Irene Dische: Schwarz und Weiß (Hoffmann und Campe, 26 €)
Jeder muss einmal seine moralische Unschuld verlieren – am amüsantesten gelingt es mit Disches neuem Roman.
(Jens Jessen)

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger (Kiepenheuer und Witsch, 24 €)
Endlich ist der vierte (und leider wohl letzte) Teil der Meyerhoff-Reihe erschienen: Der autobiografische Roman erzählt die aufregende und amourös vibrierende Zeit des damals Mitte Zwanzigjährigen Schauspielers.
(Tomasz Kurianowicz)

Daniel Kehlmann: Tyll (Rowohlt, 22,95 €)
So viel Blut für eine Krone! Kehlmann auf der Höhe seines Geschichtspessimismus und seines melancholischen Witzes. Die Welt ist ein Narrenkäfig.
(Ijoma Mangold)

Sy Montgomery: Rendezvous mit einem Oktopus (Mare, 28 €)
Fremd? Auf jeder Seite Entzücken über die Sensibilität, Intelligenz, den Charme wirbelloser Glibbertiere
(Susanne Mayer)

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger (Kiepenheuer & Witsch, 24 €)
Weiter geht's mit Band 4 dieser Großautobiografie: Jetzt kreist sie um Liebeshändel und Theaterverrücktheiten.
(Ursula März)

Julia Weber: Immer ist alles schön (Limmat Verlag, 24 €)
Die Familie, das alte Monster. Julia Weber erzählt vom Scheitern, vom Straucheln, vom Ende der Illusionen. Von Kindern, die mit einer alkoholkranken und strippenden Mutter aufwachsen – und doch ist dieser erstaunliche Debütroman von einer zarten Komik.
(Wiebke Porombka)

Annie Ernaux: Die Jahre (Suhrkamp, 18 €)
Wann bin ich zum ersten Mal allein ins Kino gegangen? Diese persönliche Kollektivbiografie erzählt eindringlich vom Nachkriegsleben der Frauen.
(Iris Radisch)

Annie Ernaux: Die Jahre (Suhrkamp, 18 €)
Von Ernaux zu lernen: wie man von sich erzählen und dabei doch von sich absehen kann. Selbstbild einer Frau, geboren 1940, gespiegelt in ihrer Zeit
(Marie Schmidt)

James Gordon Farrell: Singapur im Würgegriff (Matthes & Seitz, 30 €)
Lang lebe das Empire vor seinem Untergang: Abschluss einer grandiosen Trilogie, über der man den Tee vergisst
(Adam Soboczynski)

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger (Kiepenheuer & Witsch, 24 €)
Gut zu wissen, wie viel Liebe so in ein Leben passt und wie viele Lieben gleichzeitig. 4. Teil Meyerhoff, endlich
(Elisabeth von Thadden)

Für fortgeschrittene Leser

Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten (Suhrkamp, 28 €)
Überall neue Konflikte und Klassen – wegen der Kultur! Ein Soziologe liefert kluge Generaltheorie unserer Epoche
(Alexander Cammann)

William Hiscott: Saul Ascher (Wehrhahn, 48 €)
Brillante philosophiehistorische Biografie des prophetischen Aufklärers, die zugleich tief hineinführt in das jüdische Berlin um 1800
(Benedikt Erenz)

Karl Ove Knausgård: Kämpfen (Luchterhand, 29 €)
Der letzte Band der autobiografischen Recherche: Ein Familienroman, ein Jahrhundertroman, monströs und skrupulös, intelligent und faszinierend
(Ulrich Greiner)

Maggie Nelson:Die Argonauten(Hanser, 20 €)
Der beste Roman dieses Jahres. Es geht um den Körper, Sex, Liebe, Elternschaft und darum, wie die Sprache mit dem Chaos, das aus ihnen erwächst, noch mithalten kann.
(Tobias Haberkorn)

Jakob Nolte: Schreckliche Gewalten (Matthes & Seitz, 22 €)
Mit einer Werwolfmutter fängt hier erst alles an! Eine rasend komische, verspielte Menschheitsschauergeschichte
(David Hugendick)

François Jullien: Es gibt keine kulturelle Identität (Suhrkamp, 10 €)
Angst vor den identitätspolitischen Debatten? Der französische Philosoph erklärt, warum sie berechtigt sind
(Jens Jessen)

Ferdinand Schmalz: leibstücke (11,99 €)
Vier Theaterstücke und zwei Monologe von Ferdinand Schmalz, einem der besten deutschsprachigen Dramatiker der Gegenwart, sind in diesem Band versammelt. Die pointenstarken Texte sind nicht nur klug, sondern auch irre komisch.
(Tomasz Kurianowicz)

Karl Heinz Bohrer: Jetzt (Suhrkamp, 26 €)
Eine radikale Absage an jede Form moralischer Lebensrechtfertigung und eine Apotheose des Abenteuers
(Ijoma Mangold)

Eliot Weinberger: Vogelgeister (Berenberg, 22 €)
Textkostbarkeiten des New Yorker Autors, gesammelt, erdacht, Notate zu Farben, Lauten – köstlich, witzig
(Susanne Mayer)

Marie NDiaye: Die Chefin (Suhrkamp, 22 €)
Diese Meisterin stellt den Nouveau Roman vom Kopf auf die Füße und beschreibt, was eigensinnige Frauen erwartet, die es an die Spitze schaffen.
(Ursula März)

Roman Ehrlich: Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens (S. Fischer, 24 €)
Können wir unser Leben ändern, wenn wir unsere größte Angst kennen? Kann ein kollektives Horrorfilm-Projekt die Gesellschaft erlösen? Roman Ehrlichs Roman erzählt nicht nur von einem schrägen Experiment, er ist auch selbst eines, dem man sich unbedingt aussetzen sollte.
(Wiebke Porombka)

Péter Nádas: Aufleuchtende Details (Rowohlt, 39,95 €)
Die Memoiren des großen ungarischen Romanciers betrachten mit bebender Nüchternheit die Konkursmasse der Träume des 20. Jahrhunderts.
(Iris Radisch)

Sasha M. Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, 22 €)
Mit der Welt vertraut werden, indem man die eigene Identität aufgibt? Dieser stürmische Roman eröffnet das als verführerische Möglichkeit
(Marie Schmidt)

Daniel Kehlmann: Tyll (Rowohlt, 22,95 €)
Ein brillantes Lustspiel der Angst. Hier lernt man zu denken, wie man früher dachte: Der Dreißigjährige Krieg wird plötzlich sehr gegenwärtig.
(Adam Soboczynski)

Sandra Richter: Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur (C. Bertelsmann, 36 €)
Wegweisend: Wie alle Welt einander liest, übersetzt. Wie Literatur entsteht und weiterwandert. Gar Weltliteratur!
(Elisabeth von Thadden)

Für politisch interessierte Leser

Bernd Roeck: Der Morgen der Welt (C. H. Beck, 44 €)
Glänzende Geschichtsschreibung auf über tausend Seiten: die Renaissance als globale Schlüsselepoche, die bis heute einen echten Unterschied macht.
(Alexander Cammann)

Klaus Schönhoven: Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht (J.H.W. Dietz Nachf., 22 €)
Das Schicksal der SPD-Reichstagsabgeordneten von 1933: Biografien zwischen Verzweiflung und Widerstand
(Benedikt Erenz)

Uwe Timm: Ikarien (Kiepenheuer & Witsch, 24 €)
Die Geschichte von Alfred Ploetz, der erst an den Sozialismus glaubte und dann die Rassenhygiene erfand. Ein hochpolitischer historischer Roman
(Ulrich Greiner)

Bini Adamczak: Beziehungsweise Revolution (Suhrkamp, 18 €)
1917, 1968, das sind die Chiffren der großen Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Die eine setzte auf Männlichkeit, die andere auf Weiblichkeit, und wir leben noch heute in dem Dazwischen, das sie produziert haben.
(Tobias Haberkorn)

Volker Weiß: Die autoritäre Revolte (Klett-Cotta, 20 €)
Eins der Bücher zur Lage. Eine glänzend geschriebene Analyse, die den intellektuellen Kern der sogenannten Neuen Rechten offenlegt
(David Hugendick)

Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig (Aufbau, 24 €)
Der glänzende Stilist Gysi hat seine Autobiografie wohl nicht selbst geschrieben. Trotzdem hochspannend
(Jens Jessen)

Ivan Krastev: Europadämmerung (Suhrkamp, 14 €)
Die Welt redet über Trump und den Untergang des Abendlandes, dabei werden der europäische Osten und seine Entwicklung sträflich missachtet. Wer hier Nachholbedarf hat, sollte zum fulminanten Essay des bulgarischen Philosophen Ivan Krastev greifen.
(Tomasz Kurianowicz)

Leonhard Horowski: Das Europa der Könige (Rowohlt, 39,95 €)
Ein wahnsinnig komischer Einblick in eine Welt, in der sich alles nur um Rang, Titel und Anciennität dreht
(Ijoma Mangold)

Manal al-Sharif: Losfahren (Sezession, 25 €)
Es geht ab in Saudi-Arabien – auch weil eine junge Araberin für Frauen das Autofahren erkämpfte. Macht Mut
(Susanne Mayer)

Thomas Medicus: Nach der Idylle (Rowohlt, 24 €)
Reisen durch und Reflexionen über die deutsche Gesellschaft, die sich heute "zerrissen" nennt. Der ethnografische Blick kommt ihr sehr nahe.
(Ursula März)

Michael Opitz: Wolfgang Hilbig. Eine Biographie (S. Fischer, 24,99 €)
Über das Leben und Schreiben von Wolfgang Hilbig zu lesen, dem Heizer, dem Autodidakten, dem sprachmächtigen Dichter, heißt nicht nur etwas zu erfahren über das Dasein eines Künstlers in den Sprechverbotszonen der DDR, sondern auch über die erlösende Kraft der Literatur.
(Wiebke Porombka)

Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten (Suhrkamp, 28 €)
Sind das nicht wir? Das scharfsinnige Porträt der neuen kosmopolitischen Mittelschicht und ihrer Hyperkultur
(Iris Radisch)

Ulrich Bröckling: Gute Hirten führen sanft. Über Menschenregierungskünste (Suhrkamp, 20 €)
Subtile Mächte flüstern uns zu: Mach das Beste aus dir! Warum gehorchen?
(Marie Schmidt)

Thomas Wagner: Die Angstmacher (Aufbau, 18,95 €)
Mit den neuen Rechten reden? Hier wird erst mal erklärt, was neu an ihnen ist: Wurde erst in der Reaktion auf 1968 ff. die Provokation ihr Stil?
(Adam Soboczynski)

Marc-Uwe Kling: QualityLand (Ullstein, 18 €)
Hier wurde keine Mühe gescheut, aus einer Dystopie ein doppelt gutes politisches Buch zu machen. Wichtig, witzig
(Elisabeth von Thadden)

Ein Buch, dessen Bilder und Ausstattung gefallen

Vittorio M. Lampugnani: Die Stadt von der Neuzeit bis zum 19. Jahrhundert (Wagenbach, 78 € , ab 1. Januar 98 €)
Wer Paris liebt, Florenz, Rom, London, Wien, Barcelona, der braucht diesen gelehrten Band voller Pläne und Bilder
(Alexander Cammann)

Markus Schürpf: Johann Schär – Dorffotograf, Gondiswil 1855–1938 (Limmat, 48 €)
Hinreißende Porträts, die eindringlich zeigen, warum alle Historienfilme Kostümfilme bleiben müssen
(Benedikt Erenz)

Carl Lohse: Kraftfelder (Ernst Barlach Haus Hamburg, 25 €)
Wahrhaft eine Entdeckung: In drei Jahren (1919–1921) erschuf der Hamburger Maler eine farbige Welt, die vor Energie und Originalität explodiert
(Ulrich Greiner)

Patricia Riekel (Hrsg.): BUNTE Republik Deutschland (Prestel, 39,95 €)
Schön zum Gruseln: Die Bunte, das Cheforgan der deutschen Yellow Press, blickt zurück auf siebzig Jahre.
(Jens Jessen)

Emanuele Coccia: Das Gute in den Dingen (15 €)
Es gibt in diesem Buch zwar keine Bilder, aber es spricht von ihnen wie kein zweites. Werbung, Design, Mode: Wenn es für den unbehausten Menschen der Gegenwart noch so etwas wie Geborgenheit geben kann, dann liegt sie in den Bildern, die diese Welt für ihn produziert.
(Tobias Haberkorn)

David Gibson (Hg.): Street Photography. Die 100 besten Bilder (Prestel Verlag, 29,95 €)
Dieser Bildband versammelt 100 Schnappschüsse aus allen Teilen der Welt. Die eindrucksvollen Illustrationen zeigen, dass die Straßenfotografie so lebendig ist wie noch nie zuvor – auch dank des Smartphones.
(Tomasz Kurianowicz)

Cy Twombly: Drawings (Schirmer/Mosel, 168 €)
Alles, was diesen großen Maler ausmacht, findet sich hier: verspielte Leichtigkeit und ein ironischer Sinn für geschichtliches Pathos
(Ijoma Mangold)

Andy Warhol: Seven Illustrated Books. 1952–1559 (Taschen, 150 €)
Eine Schatulle zum Aufklappen, darin farbenfroh eingebettet: sieben kleine Faksimiles, jedes kostbar, heiter, eine Entdeckung, ein großes Vergnügen
(Susanne Mayer)

Rainer Wieland: Das Buch der Deutschlandreisen (Propyläen, 42 €)
Cäsar am Rhein, Beauvoir in Oberammergau: was man in Germania so erlebt. Herausgeberische Glanzleistung!
(Ursula März)

Brigitta Falkner: Strategien der Wirtsfindung (Matthes & Seitz Berlin, 38 €)
Lyrik, philosophisch-biologisches Lehrbuch, Graphic Novel – Brigitta Falkners betörend schönes Buch beschert beglückend befremdete und krabblige Stunden, widmet es sich doch all den kleinen Parasiten, die um uns nisten und walten, um Rädertierchen, Milben, Zecken und was alles noch unserem Auge entgeht.
(Wiebke Porombka)

Hanns Zischler: Kafka geht ins Kino (Galiani, 39,90 €)
Der alte, reich bebilderte Essay über Kafka im Kinematografen, jetzt mit einer Vielzahl neuer Funde und einer DVD mit Kafkas Lieblingsfilmen
(Iris Radisch)

Nikolaus Heidelbach: Die schönsten Märchen (Beltz & Gelberg, 39,95 €)
Uralte Motive, durch Heidelbachs Bilder in archetypischer Frische. Ultimative Sammlung, für Kinder fast zu gruselig
(Marie Schmidt)

Van Gogh: Die Briefe (C. H. Beck, 68 €)
"Es ist mir unmöglich, immer zu wissen, was gut, was schlecht, was sittlich und was unsittlich ist": 1.000 alleredelste, üppig bebilderte Seiten
(Adam Soboczynski)

François-Xavier Fauvelle: Das goldene Rhinozeros (C. H. Beck, 29,95 €)
Dieses Buch führt vor Augen, wovon Europäer noch nichts gehört haben: Afrika im Mittelalter, ein reiches Erbe
(Elisabeth von Thadden)

Auch für junge Leser

Ewald Frie: Die Geschichte der Welt(Wagenbach, 78 € , ab 1. Januar 98 €)
Viel mehr als Europa: Hier kann man den globalen Weg der Menschheit durch die Jahrtausende nacherleben – spannend erzählt, witzig illustriert
(Alexander Cammann)

Ulrike Guérot: Der neue Bürgerkrieg. Das offene Europa und seine Feinde (Ullstein, 8 €)
Gegen Neonationalisten, Turbokapitalisten und Klerikalfaschisten – für die soziale Republik Europa
(Benedikt Erenz)

Holger Jass: MEIN ONKEL PÖ (offline-verlag.de, 25,55 €)
Im Eppendorfer Onkel Pö traten die besten Musiker ihrer Zeit auf, von Chet Baker bis zu Tom Waits. Holger Jass erzählt von den wilden Siebzigern.
(Ulrich Greiner)

Kitty Crowther: Medusenkind (Aladin, 14,95 €)
Die beste Kinderbuchzeichnerin Europas ist endlich auch auf Deutsch erhältlich. Medusenkind ist nur eins ihrer vielen Bücher, in denen Kinder schon im Bilderbuchalter erkunden können, wie seltsam romantisch die Welt ist.
(Tobias Haberkorn)

J. L. Carr: Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten (DuMont, 20 €)
Der Ball rollt mal hierhin, mal dorthin: In Carrs melancholischem Märchen betreten wir einen Fußballplatz voller Wunder.
(David Hugendick)

Robert Menasse: Die Hauptstadt (Suhrkamp, 24 €)
Langweiliges Brüssel? Robert Menasse hat den ersten EU-Thriller geschrieben und ein Europa-Bekenntnis dazu.
(Jens Jessen)

Ursula Poznanski: Elanus (Loewe Verlag, 14,95 €)
Ein Jugendlicher kämpft gegen eine Überwachungsdrohne: Der eindrückliche Thriller verteufelt die Mittel der Technik nicht. Doch er vergisst auch nicht, deren Risiken aufzuzeigen.
(Tomasz Kurianowicz)

Robert Gernhardt: Der kleine Gernhardt (S. Fischer, 18 €)
"Refrain: / Nur etwas gibt es, / wofür ich das täte: / Für getrüffelte Entenleberpastete"
(Ijoma Mangold)

Jessica J. Lee: Mein Jahr im Wasser. Tagebuch einer Schwimmerin (Berlin Verlag, 18 €)
Jede Woche einmal – eine Studentin aus Kanada, in Berlin gestrandet, wirft sich in wilde Fluten. Zum Abtauchen!
(Susanne Mayer)

Bachtyar Ali: Die Stadt der weißen Musiker (Unionsverlag, 22,99 €)
Flötenspieler und rätselhaftes Mädchen als vertrauensvolle Begleiter durch den alten Orient und durch aktuelle Kriege
(Ursula März)

Olga Flor: Klartraum (Jung und Jung, 23 €)
Eine Liebe scheitert, zurück bleiben die Scherben. Wie Olga Flor diese zusammenkehrt, das ist so schmerz- wie lustvoll und lässt tief in die Abgründe der Geschlechter blicken: Sie versucht zu begreifen und zu sprechen. Er? Schweigt. Das kann man gar nicht früh genug verstehen.
(Wiebke Porombka)

Françoise Sagan: Bonjour Tristesse (Ullstein, 18 €)
Der herrliche Sommer an der Côte d'Azur, in dem das Jungsein und das Sichverschwenden erfunden wurden – in überzeugender, neuer Übersetzung
(Iris Radisch)

Uwe Timm: Ikarien (Kiepenheuer & Witsch, 24 €)
Eine bessere Welt durch verbesserte Menschen: Wie diese aktuelle Idee schon mal ins Unheil führte, am Beispiel des NS-Eugenikers Ploetz
(Marie Schmidt)

Jean Echenoz: Unsere Frau in Pjöngjang (Hanser Berlin, 22 €)
Schlimm treiben es die Franzosen in Nordkorea. Witziger Agententhriller, auf wunderbar kokette Weise leicht
(Adam Soboczynski)

Hannah Arendt: Mensch und Politik (Reclam, 6 €)
"Der Sinn von Politik ist Freiheit", sagt die Philosophin 1958. Hier eine Dosis klaren Denkens in unklaren Zeiten
(Elisabeth von Thadden)

Wiederentdeckt

Andreas Schumacher (Hrsg.) u.a.: Florentiner Malerei (Deutscher Kunstverlag, 78 €)
München leuchtet: 700 Seiten Italiener aus der Alten Pinakothek, neu erklärt, prächtig, preiswert – eine Offenbarung!
(Alexander Cammann)

Anton Kuh: Werke (7 Bände, Wallstein, 248 €)
Aus einer Zeit, da das Feuilleton nicht nur Literatur rezensierte, sondern noch selber produzierte: Ein Lese-, ein Geistesvergnügen!
(Benedikt Erenz)

Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch
Eine von Kehlmanns Quellen. Reinhard Kaisers Übersetzung (Die Andere Bibliothek) gibt es beim Antiquar, den Originaltext bei Reclam (11,40 €)
(Ulrich Greiner)

Annie Ernaux: Die Jahre (Suhrkamp, 18 €)
In Frankreich gehört das große literarische Vorbild von Didier Eribon und Édouard Louis längst zum literarischen Pantheon, hierzulande waren von ihr bisher nur zwei kleine Titel aus den Achtzigerjahren erhältlich. Höchste Zeit, dass sich das ändert.
(Tobias Haberkorn)

Maxim Biller: Hundert Zeilen Hass (Hoffmann & Campe, 25 €)
So viel Klarsicht, so viel Wucht. Billers Tempo-Kolumnen von 1987 bis 1999 haben nichts von ihrer Aktualität verloren.
(David Hugendick)

Henry James: Die Kostbarkeiten von Poynton (Manesse, 24,95 €)
Auch das weniger bekannte späte Werk des amerikanischen Romanciers ist ein Meisterwerk – glänzend neu übersetzt.
(Jens Jessen)

Gabriel García Márquez: Hundert Jahre Einsamkeit (Kiepenheuer & Witsch, 25 €)
Vor 50 Jahren ist Márquez' Hauptwerk erschienen. Die Neuübersetzung von Dagmar Ploetz entdeckt völlig unbekannte Facetten dieses Jahrhundertromans und glänzt durch sprachliche Brillanz.
(Tomasz Kurianowicz)

Edgar Allan Poe: Unheimliche Geschichten (dtv, 28 €)
Na, da hatten sich zwei gefunden: Baudelaire gab Poe heraus und machte ihn mit dieser Ausgabe in Europa berühmt.
(Ijoma Mangold)

Truman Capote: Die Hunde bellen. Reportagen und Porträts (Kein & Aber, 20 €)
Der kleine, großartige, gemeine, böse, brillante Truman Capote – at his best!
(Susanne Mayer)

Gustave Flaubert: Drei Geschichten (Hanser, 28 €)
Drei moderne bizarre Heiligenlegenden erhellen den christlichen Horizont beim antiklerikalen Flaubert – schon deshalb keineswegs Nebenwerke.
(Ursula März)

Dorothy Parker: Denn mein Herz ist frisch gebrochen (Dörlemann, 34 €)
Diese Sammlung von Parkers zwischen Witz und Pathos, Scherz und Verzweiflung schwankenden Gedichten erscheinen pünktlich zum 50. Todestag der New Yorker Schriftstellerin. Wie famos zudem die Übersetzung von Ulrich Blumenbach ist, erschließt sich durch die zweisprachige Ausgabe unmittelbar.
(Wiebke Porombka)

Marcel Proust: Das Flimmern des Herzens (Die Andere Bibliothek, 42 €)
Die verschollene Urfassung der "Suche nach der verlorenen Zeit" – das Buch, aus dem ein Jahrhundertwerk entstand
(Iris Radisch)

Donna Haraway: Monströse Versprechen. Die Gender- und Technologie-Essays (Argument Verlag, 27 €)
Endlich auch auf Deutsch: Alles für werdende Cyborg-Feministen!
(Marie Schmidt)

Rétif de la Bretonne: Monsieur Nicolas (Galiani, 38 €)
"Freund der Wahrheit, fürchte dich nicht, dies zu lesen!" Ein Knausgård des 18. Jahrhunderts packt alles aus.
(Adam Soboczynski)

Sudhir Kakar: Der junge Tagore (Draupadi, 19,80 €)
Ein alter indischer Gelehrter entdeckt einen jungen Dichter von Weltrang: Wie aus dem Kind Tagore ein Genie wurde
(Elisabeth von Thadden)