Der britische Schriftsteller Philip Kerr ist gestorben. "Der Autor der Bernie Gunther Reihe und vieler wunderbarer Kinder- und Jugendbücher ist im Alter von 62 Jahren verstorben", teilte sein Verlag auf Twitter mit. Zuvor hatte bereits der britische Verlag Kerrs, Quercus Books, über den Tod des Autors berichtet. Kerr starb demnach bereits am Freitag. In Deutschland waren vor allem die Kriminalromane Kerrs bekannt. Als P.B. Kerr schrieb er auch für Kinder und Jugendliche, darunter die Fantasybücher Kinder des Dschinn.

Kerr wurde 1956 in Edinburgh geboren. Seine ersten Erfolge feierte er mit Feuer in Berlin (im Original:March Violets), dem ersten Band seiner erfolgreichen Krimireihe. Darin schlägt sich der Protagonist Bernie Gunther in Berlin als Privatdetektiv durch. Die Romane spielen zur Zeit des Nationalsozialismus und des Kalten Krieges. Insgesamt veröffentlichte Kerr rund ein Dutzend Bücher der Reihe.

"Berliner waren immer eine sonderbare Art von Deutschen"

Kerr hatte eine besondere Beziehung zu Berlin. "Als ich angefangen habe zu schreiben, wollte ich den Charakter der Berliner einfangen", schrieb er einst auf seiner Webseite. "Berliner waren immer eine sonderbare Art von Deutschen, das ist vielleicht der Grund, warum ich sie so bewundere. Schon Hitler konnte sie nicht leiden und sie haben sich seither kein bisschen verändert."

Zu Beginn seiner Arbeit als Schriftsteller sei er stundenlang durch Berlin gestreift, um Inspiration zu finden: "Das war vor dem Fall der Mauer, als Berlin wohl die atmosphärischste Stadt der Welt war." Bei seinen Entdeckungstouren im historischen Berlin habe er sich selbst gefühlt wie ein Detektiv, schreibt Kerr. Die Recherche für seine Bücher sei für ihn wie die Arbeit an einem Kriminalfall.

Elf weitere Bände der Kriminalbuchreihe folgten. Darunter Das Janusprojekt, Mission Walhalla und Wolfshunger. Kerr schrieb sich mit den erfolgreichen Büchern auf die Bestsellerlisten der New York Times und Sunday Times. Für Die Adlon-Verschwörung gewann er den renommierten Ellis-Peters-Award. Zweimal – 1995 und 1997 – bekam er auch den Deutschen Krimipreis, zuletzt für seinen Roman Das Wittgenstein-Programm.

Im April erscheint der wohl letzte Band der Serie um Kommissar Bernie Gunther. Er spielt im Griechenland der Nachkriegszeit.