George Benson "Die Gitarre verstehen nur wenige"
Einst funky, heute smooth: Schon mit 25 galt George Benson als Weltbester auf seinem Instrument. Nun erklärt der 66-Jährige, warum man mit Singen größeren Erfolg hat
© Abdelhak Senna/AFP/Getty Images

"Niemand ist bis zum Ende seines Lebens die Nr.1", sagt der große Gitarrist George Benson
ZEIT ONLINE: Mr. Benson, verglichen mit Ihren Aufnahmen aus den Siebzigern klingt Ihr neues Album Songs and Stories etwas brav. Früher spielten Sie wild und funky, heute machen Sie ruhigen, poppigen Soul.
Benson: Ich bin nicht mehr so nervös. Damals war für mich alles aufregend, ich war ein Kind, ich hatte ein Leben vor mir. Heute weiß ich, wo ich hingehöre. Die Leute erwarten von mir, dass ich ein gewachsener Musiker bin, der viel unterwegs war und ein paar wunderbare, unglaubliche Dinge erlebt hat.
ZEIT ONLINE: Welche Konstante gibt es in Ihrer Musik, damals wie heute?
Benson: Seitdem ich Charlie Parker vor vielen Jahren gehört habe, damals war ich noch ein Teenager, wollte ich mit meinem Spiel eine Geschichte erzählen. Nicht bloß spielen, um zu musizieren oder zu zeigen, wie schnell die Finger sind. Dieser Wille steckt hinter all meinen Aufnahmen.
ZEIT ONLINE: Wie erklären Sie parallel dazu Ihre musikalische Entwicklung?
Benson: Es gibt so viele Dinge, die ich gelernt habe und die mein Spiel beeinflusst haben: die vielen Musiker, die ich getroffen habe, die Musik, die ich gehört habe. Nehmen Sie das Album Tenderly, das ich mit McCoy Tyner gemacht habe oder die Aufnahmen mit dem Count Basie Orchestra. Ich denke, denen hört man diese Entwicklung an.
ZEIT ONLINE: Sie sind zuerst als Gitarrist bekannt geworden, später auch als Sänger.
Benson: In meiner Heimatstadt Pittsburgh war ich zuallererst als Sänger bekannt. Aber dann hat Jack McDuff aus mir einen Gitarristen gemacht. Er mochte keine Sänger, also wollte er, dass ich in seiner Band nur Gitarre spiele. Das habe ich drei Jahre gemacht. Und auf einmal nannte man mich den "Gitarristen George Benson". Bis dahin war ich der kleine singende George Benson gewesen. Aber nun – wow, das hatte Prestige. Und so blieb ich bei der Gitarre.
ZEIT ONLINE: Das Sängerdasein wäre nicht prestigeträchtig gewesen?
Benson: Ich war als Sänger noch eine zu kleine Nummer. So war ich froh, dass die Leute sich wenigstens etwas von dem anhörten, was ich machte. Als ich 25 war, nannten sie mich den besten Gitarristen der Welt. Ich wusste aber, dass niemand bis zum Ende seines Lebens die Nr.1 ist. Eigentlich wartet man nur darauf, dass jemand kommt und einen vom Thron stößt. Ich wollte nicht rumsitzen und auf das Ende meiner Karriere warten – darum habe ich später wieder angefangen, auf meinen Platten zu singen.
ZEIT ONLINE: Dann allerdings mit großem Erfolg.
- Datum 07.09.2009 - 14:35 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Nun wirft man George Benson ja schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten vor, er hätte sich vom Jazz Richtung Pop verabschiedet. Das stimmt aus meiner Sicht nur bedingt. Er ist poppiger, dass stimmt, aber Elemente des Jazz sind immer noch klar erkennbar, gemixt mit etwas Soul, Funk und eben Pop. Aber diese Eingrenzen des Jazz ist eh eine nervige Diskussion. Jazz lebt davon, sich von anderen Musikrichtungen zu bedienen. Täte er es nicht, wäre Jazz schon lange tot.
In meinem Jazz-Regal finden sich alle möglichen Stilrichtungen und dazu gehört auch ein George Benson. Gute Laune-Musik ist ja nichts schlechtes.
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