All2gethernow Im Geist des FerienlagersSeite 2/2

Die Ergebnisse der Konferenz wurden am Freitag erfrischend chaotisch im Radialsystem präsentiert. Tim Renner riet den großen Plattenfirmen, endlich zu begreifen, dass Künstler keine Dienstleister sind. Netzdenker Georg Leonhard verkündete, dass Musik bald aus der Leitung kommt wie Wasser (David Bowie ahnte das schon vor zehn Jahren). Keiner widersprach ihm. Die Öffnung aller Archive gegen Pauschalvergütung scheint die einzige Grundlage für zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu sein. Das schwedische Internetradio Spotify beispielsweise spielt den Labels inzwischen mehr Geld ein als iTunes. Allerdings nicht den Betreibern selbst. Nur wenn die Lizenzen günstiger werden, geht es weiter – zum Wohle aller.

Für drei Tage wurden die alten Fronten vergessen. Vergangenheit sind sie deshalb nicht. Urheber haben andere Interessen als Verwerter, Konsumenten andere als Konzerne. Und Politiker oft wenig Ahnung. "Es stimmt nicht, dass die Piratenpartei keine Ahnung von Kultur hat", beteuerte deren Sprecher. "Das war vielleicht noch im Mai, Juni der Fall." Großes Gelächter.

Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 20.09.2009

 
Leser-Kommentare
  1. 1.

    ich frage mich immer wieder, wie lang es noch braucht, um tragfähige Konzepte aufzustellen. Seit Jahren bewegt sich kaum was auf diesem Gebiet.

  2. 2.

    kann man das in den großen Musikkonzernen schon Missmanagment nennen?

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