Film-Abschied von Michael Jackson "I will be there"

Filmpremiere von den Proben der "This is it"-Tour. Michael Jackson tanzt, die Marketingmaschine läuft, und die Show hängt. Abgesang auf einen großen Künstler.

Michael Jackson und sein Regisseur Kenny Ortega filmen die Proben zur Konzertreihe "This Is It"

Michael Jackson und sein Regisseur Kenny Ortega filmen die Proben zur Konzertreihe "This Is It"

Wer kassiert eigentlich seit Jahrzehnten die Gewinne, die Jimi Hendrix oder Janis Joplin oder Marilyn Monroe noch immer einbringen? Welche Familien, Kinder, Enkel leben davon. Schreckliche Vorstellung, nicht wahr? Obwohl: Ohne Marketing hätten wir sie vielleicht schon vergessen, die großen Musiker, Autoren, Schauspieler.

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Dennoch ist es ungefähr das, was einem als Erstes zum Tod des Michael Jackson einfällt. Es liegt offenbar auf der Hand, dass aus einem unglücklichen Leben viel Kapital geschlagen werden soll: Der Tod war der Anfang, es folgten die weltweit übertragene Fernsehbeerdigung (bestens dramaturgisch durchkomponiert und mit Werbung), eine neue CD, auch eine CD von Freunden oder denen, die es gerne gewesen wären. Nun ein Kinofilm und in zwei Wochen die DVD. Die Marketingmaschine muss sich beeilen. Die Macher wissen, wie schnell die Trauer vorbei sein kann. Wie schnell sie in Langeweile umschlägt.

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Im Kino am Potsdamer Platz, dem Platz in Berlin, an dem es am lautesten elektronisch summt, ist es wie bei einer Klausur, wo man immer einen Platz frei lassen muss. Dass Billie Jean wummernde Autokorsos vorbeizogen: längst verjährt. Ist ja schon ewig her dieser Juni.

Zur Filmpremiere in Berlin ist ein läppischer PVC-Red-Carpet (Roter Teppich) ausgelegt worden. So einer liegt auch im Sony Center in Los Angeles: ein Fußabtreter für Y- und Z-Stars. Darauf gehen und grinsen Leute, die man noch nie gesehen hat. Trotz regelmäßiger Lektüre von Gala, Bunte und InTouch.

Die Moderatorin, die jene zur Seite nimmt, den man kennen müsste oder kennen lernen sollte, nennt sie guys. Wenn jemand kommt, den man kennen könnte, ist er Schauspieler. Als der Michael-Jackson-Manager Frank DiLeo hinter einer sehr dicken Zigarre ins Mikrofon röchelt, muss die Moderatorin noch einmal zur Seite gehen und ins Lexikon gucken. Frank DiLeo, wer ist das, vergessen, egal. Zu einem der Tänzer sagt sie den erhellenden Satz: "Die Tour konnte ja nicht stattfinden, offenbar."

Leser-Kommentare
    • Qbert
    • 28.10.2009 um 8:27 Uhr

    „I was there“ könnte die Autorin des Artikels schreiben. Offenbar hat Sie ja selbst am Hype um den Tod von MJ teilgenommen, sei es aus beruflichen oder privaten Gründen.

    Ihr scheint es nicht wirklich bewusst zu sein, dass Ihre beinahe anklagende Schrift genauso geschmacklos ist, wie diese öffentliche Prozession selbst. Und warum so bitterböse oder hämisch darüber berichten, dass eine Familie hier Geld verdienen möchte, wenn das genau immer so war und MJ selbst wohl ein ähnliches Tamtam inszeniert hätte. Für mich nichts Neues im Hause Jackson.

    Ob man sich nun den Film anschaut, oder nicht, ist eigentlich egal, weil man von allen Medien sowieso damit traktiert wird. Alle (!) verdienen ihr Geld mit MJ, auch Frau Autorin. Nur scheint Ihr das nicht bewusst. Es wäre also genauso möglich einen Abgesang auf Ihren obligatorischen journalistisch dünnen Beitrag zu erstellen (das ist kein persönlicher Angriff, bitte), doch wem nützt es etwas!?

    Daher. Wenn man nichts Neues zu schreiben hat, darf man auch mal die Füße still halten und warten bis alles vorbei ist. Es sind ja nur 14 Tage =)

  1. 1. Wer bitte sind die "Take 5"? Bei Motown waren die Jackson 5 unter Vertrag.
    2. Der Werbespot, bei dem sich Jackson verbrannt hat, war nicht der Spot am Klavier auf I'll be there. Der Unfall war viel früher.

    Es hätte nicht viel Recherche gebraucht, diese Fehler zu vermeiden. Aber veilleicht ein wenig mehr Bedacht. Einem Medium wie der Zeit steht dieser Text schlecht zu Gesicht.

  2. Ich kann mich nur den vorherigen Kommentaren nur anschließen.
    Nur mal ein TIPP an den Autor, einfach mal eine Instyle kaufen und sich in Sachen Mode mal wieder orientieren..... !!!!
    Mich hat der Dokumentarfilm sehr berührt und bitte - es waren Proben, die eigentliche Show sollte erst starten.

    Kenny Ortega sagte kürzlich: 50% Michael Jackson sind besser als 100 % eines anderen Künstlers!!!

  3. Nie ahlen sich Jounalisten gemütlicher in ihrem eigenen Ego als bei giftspritzenden Kommentaren, denn da kommen sie so hübsch welterfahren und gesellschaftskritisch rüber. Diese Hetztiraden nerven allerdings weit mehr als jede angeblich überzogene Geldmacherei. Ich meine, das Kinoticket kostet 8 Euro. Big deal!! Die Bundesliga spielt auch nicht umsonst. Es werden T-Shirts verkauft? Ja warum denn wohl? Weil wir sie haben wollen! Angebot und Nachfrage.
    Die breite Veröffentlichung von Aufnahmen, die nur Proben zeigen, hätte dem Perfektionisten Jackson vermutlich nicht behagt, aber er selber hat ja nun nichts mehr zu sagen. Und dass sein tentakelbehafteter Familienclan das Comeback feiert, das eigentlich ihm gehört, ist wohl die letzte Gemeinheit im Leben des Michael Joseph Jackson. Er war Weltklasse. Und wohl gerade weil uns solche negative Presse in den letzten Jahren die Sinne dafür vernebelt hat, bricht sich die Begeisterung jetzt so maßlos Bahn. Frau Hünniger kann ja wegschauen, wenn ihr das die Laune verdirbt.

  4. Frau Hünniger hat offensichtlich eine ganz genaue Vorstellung vom Glück. Mr. Michael Jackson hatte das was leider vielen Menschen in heutiger Zeit abhanden gekommen ist: Eine Begabung und das Wissen darum, diese zu pflegen und ihren Wert zu erhalten. Mit dieser Begabung etwas zu einer besseren Welt beizutragen. Sein Erreichtes mit anderen teilen zu können, das ist Glück. Menschen denen es weniger gut geht, eine Freude zu bereiten, das ist Glück. Das war das Glück des Michael Jackson und es gibt sehr viele Menschen überall auf dieser Erde, die glücklich sind, dass er gelebt!

  5. wirklich schade so einen Artikel zu schreiben. Bekommen die Journalisten eigentlich Geld dafür, dass sie tendenziell immer schlecht über Micheal Jackson schreiben? Es gibt ja den Anschein, denn dieser Artikel spielt mit den üblichen plakativen Anischten über Jackson, wie wir ihn zu sehen haben. Dabei wird auch nicht gespart mit falschen Informationen nur einen bestimmten Effekt zu erhaschen, beispielsweise als der Song der Jackson 5 angespielt wird und MJ nicht singt, da die die Übertragung im Headset zu laut eingestellt ist (was er mit der Faust im Ohr umschreibt). Ebenso diese "eigenartig" Armbinde, ... vielleicht sollte die Autorin mal recherchieren aus welchem Grund MJ diese trägt. Böse Worte am Ende des Artikels über einen dünne Menschen mit einem dünnen Lächeln, hat die Autorin gar Gewichtprobleme und deswegen Abneigung zu Menschen die dünn sind? Dicke Wort von einem (scheinbar recht unzufriedenen?) Menschen. Vielleicht arbeiten Sie, verehrte Autorin, auch mal daran, dass sich nicht immer nur die schlechten Nachrichten zu publizieren, die sich ja eventuell so gut verkaufen und auf diese Art und Weise das Geld hier nun stellvertretend an so einem Megastar verdienen läßt. Wie steht es mit einem gewissen Berufethos, den es zu entwickeln gilt in ihrer Verantwortung als "Meinungsbilderin" in einer renommierten Zeitung? Welche Stimmung soll aus welchem Grund kreiert werden und wie fühlt sich der allgemeine Leser damit? Das frag ich mich.

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