Der Sänger Thomas Mars hat Geburtstag, 33 wird er, das weiß die ganze Crew. Es steht auf Zetteln an den Wänden hinter der Bühne, seine Presseagentin hat einen Kuchen mitgebracht. Heute Abend wird ein bisschen gefeiert, nach dem Konzert, und im Bus heimwärts nach Paris. Nicht nur der Geburtstag wird begossen, auch der Abschluss der großen Phoenix-Europatour. Alle Konzerte ausverkauft. Auch das letzte in Berlin, das noch vor ihnen liegt.

Seit dem ersten Album United (2000) hat das französische Quartett Phoenix viele Fans auf der ganzen Welt begeistert. Alphabetical aus dem Jahr 2004 gilt als eine der besten Platten der jüngeren Popgeschichte, im Sommer erschien das vierte Album Wolfgang Amadeus Phoenix. Mit historischen Referenzen wissen die vier Franzosen umzugehen: Sie kommen aus Versailles, ihre Single heißt Lisztomania. Die wollen sie uns heute vorspielen.

"Le pe-tit cha-a-a-a-t" – Thomas singt sich ein. Christian stimmt seine Gitarre. Die beiden anderen, Laurent und Deck, geben im Nebenzimmer ein Interview. Zurückhaltend erzählt Thomas, er müsse gleich noch im Kaufhaus einen Koffer kaufen. So viele Mitbringsel für Freunde und Familie hätten sich während der Tour angehäuft. Er spricht ein paar Fetzen Deutsch, sein Onkel heißt Hellmuth Karasek.

Nach diesem Konzert haben Phoenix zehn Tage frei, dann geht's nach Nordamerika. Auch dort kennt man sie und besonders Thomas, der mit der Filmregisseurin Sofia Coppola liiert ist. Doch genug geplaudert. Es bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum Soundcheck. Schon jetzt stehen einzelne Fans vor dem Eingang zum Huxley's in Neukölln, am Abend werden es 1600 sein.

Alors, vite, vite, Rekorder an!