Wiegenlieder (1) "Der Mond ist aufgegangen"
Eltern sollten mehr mit ihren Kindern singen! Unsere neue Serie erinnert an die großen, deutschen Wiegenlieder: Jede Woche gibt's Musik und Noten zum freien Download.
© Frank Walka
Erstmals notiert im Jahr 1790
Melodie: Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800)
Text: Matthias Claudius (1740-1815)
1. Strophe
Der Mond ist aufgegangen
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.
2. Strophe
Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold
als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.
3. Strophe
Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.
4. Strophe
Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.
5. Strophe
Gott, lass dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
lass uns einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.
6. Strophe
Wollst endlich sonder Grämen
aus dieser Welt uns nehmen
durch einen sanften Tod;
und wenn du uns genommen,
lass uns in’ Himmel kommen,
du unser Herr und unser Gott.
7. Strophe
So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unsern kranken Nachbarn auch!
Hier finden Sie die Downloads zum Singen zuhaus:
Das Lied mit Gesang als Mp3 (öffnen Sie den Link, und klicken Sie dann auf den Abwärtspfeil, um die Datei als Quellmaterial zu speichern).
Das Lied als Instrumental zum Mitsingen.
Die Noten zu "Der Mond ist aufgegangen" waren eine Woche lang, bis zum 5. Dezember, hier abrufbar.
Alle Folgen der Serie sowie weiteres Material zum Thema Musikerziehung sammeln wir auf dieser Seite.
"Wiegenlieder" ist ein Gemeinschaftsprojekt von SWR2, dem Carus-Verlag und ZEIT ONLINE.
- Datum 27.11.2009 - 17:23 Uhr
- Serie Wiegenlieder
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 20
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Eine gute Anregung, von der hoffentlich viele Musiklehrer Gebrauch machen.
Ich weiss zwar nicht, ob "Der Mond ist aufgegangen" nun unbedingt ein Kinderlied ist und ob es die Mentalität der heutigen Elterngeneration überhaupt noch anspricht. Sei's drum.
Aber eines ist sicher, es geht noch weiter :
......
Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!
Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!
So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!
Liebe Leser,
vielen Dank für die zahlreichen Hinweise. Da ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir haben nun die Strophen 5 bis 7 dazugestellt.
Weiterhin viel Spaß mit dem Projekt wünscht
Rabea Weihser, ZEIT ONLINE Musikredaktion
Liebe Leser,
vielen Dank für die zahlreichen Hinweise. Da ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir haben nun die Strophen 5 bis 7 dazugestellt.
Weiterhin viel Spaß mit dem Projekt wünscht
Rabea Weihser, ZEIT ONLINE Musikredaktion
Aus meiner Sicht ist "Der Mond ist aufgegangen" kein Kinder- und schon gar kein Wiegenlied. Es bewegt sich vielmehr irgendwo zwischen kontemplativer Naturbetrachtung und Gebet - und ist wunderschön, sowohl Claudius' Text als auch Schulzens kongeniale Musik. Frank Walkas zauberhaftes Bild gibt dem Ganzen den letzten Schliff. Vielen Dank dafür!
Ich bin da etwas skeptisch, ob das eine gutes Idee ist,
Kindern eigene Emotionen mitzugeben.
Sollten sie nicht frei sein?
Seit mir meine Mutter im Alter von 2 Jahren "ein Röslein rot" vorsung, weiß ich, was Schmerz bedeuten kann.
Ich wünschte, ich hätte es nie gewusst.
Es begleitet mich bis heute. Ob ich will oder nicht.
Aus diesem Grund habe ich in meiner Jugend genau das Gegenteil gemacht: ich versuchte destruktiv zu sein.
Heute stellt sich natürlich alles rationaler dar.
Man lernt dazu und entfaltet kolossale Gefühlsblüten.
Man handelt klar und konstruktiv.
Feelings, die man niemanden zeigen darf, weil sie sonst zertört werden. ;) Denn es gibt nur wenige Menschen, die Feingefühl begreifen. Um sich der Masse anzugleichen, schrottet man einen Teil von sich Selbst. Es bleibt einem nichts andres übrig.
Gefühle sind überflüssig. Sie sollten getilgt werden.
Lasset uns entkernte Menschen werden!
(Endlich habe ich diesen Punkt überwunden. Und jeder, der mir mit Gefühlen kommt, ist für mich ein Tier!)
Auf jeden Fall sind gefühlsarme Menschen erfolgreicher im Job!
Hätte ich ein Kind, würde ich es absichtlich eiskalt aufwachsen lassen, damit es die Realität versteht.
mit kristallklarem Gruß,
ein Kohlenstoffverbund
"Und jeder, der mir mit Gefühlen kommt, ist für mich ein Tier!"
Finden Sie diese Haltung nicht etwas intolerant??
Sind nicht gerade die (tiefen) Gefühle, die uns vom Tier unterscheiden? Wir pflanzen uns fort aus Liebe, Tiere aus Instinkt und Trieb.
Ich versuche mal den Gedanken weiter zu führen:
Gefühle sind schlecht - keine Trauer, keine Liebe, keine Zärtlichkeit, kein Mitgefühl, kein nichts?! Ich bin mir sicher, dass das nicht geht!
Ich verbinde mit diesem Kinderlied (und auch mit vielen anderen Liedern aus meiner Kindheit) nur gute Erinnerungen.
Zärtlichkeit und Geborgenheit, Sicherheit und Fürsorge. Und auch Melancholie.
Und ich weiß sehr wohl, dass das Leben kein rosaroter Ponyhof ist!
Umso besser ist es doch zu wissen, dass es einen Ort (oder wie auch immer man es nennen will) gibt, an den man kommen kann, an dem man sich zurückziehen kann. An dem man frei ist. An dem man sich an seine Kindheit erinnern kann.
Unser ganzes Leben ist von Gefühlen bestimmt und geleitet. Wir sind nun mal keine Roboter oder?!
In einer eiskalten, gefühlsarmen Arbeitswelt kommt es früher oder später zu Komplikation. Ich wiederhole noch einmal: Wir sind KEINE Roboter!
Oder wie stellen Sie sich denn eine Gesellschaft ohne Gefühle vor??
"Und jeder, der mir mit Gefühlen kommt, ist für mich ein Tier!"
Finden Sie diese Haltung nicht etwas intolerant??
Sind nicht gerade die (tiefen) Gefühle, die uns vom Tier unterscheiden? Wir pflanzen uns fort aus Liebe, Tiere aus Instinkt und Trieb.
Ich versuche mal den Gedanken weiter zu führen:
Gefühle sind schlecht - keine Trauer, keine Liebe, keine Zärtlichkeit, kein Mitgefühl, kein nichts?! Ich bin mir sicher, dass das nicht geht!
Ich verbinde mit diesem Kinderlied (und auch mit vielen anderen Liedern aus meiner Kindheit) nur gute Erinnerungen.
Zärtlichkeit und Geborgenheit, Sicherheit und Fürsorge. Und auch Melancholie.
Und ich weiß sehr wohl, dass das Leben kein rosaroter Ponyhof ist!
Umso besser ist es doch zu wissen, dass es einen Ort (oder wie auch immer man es nennen will) gibt, an den man kommen kann, an dem man sich zurückziehen kann. An dem man frei ist. An dem man sich an seine Kindheit erinnern kann.
Unser ganzes Leben ist von Gefühlen bestimmt und geleitet. Wir sind nun mal keine Roboter oder?!
In einer eiskalten, gefühlsarmen Arbeitswelt kommt es früher oder später zu Komplikation. Ich wiederhole noch einmal: Wir sind KEINE Roboter!
Oder wie stellen Sie sich denn eine Gesellschaft ohne Gefühle vor??
Ach so!
"Der Mond ist aufgegangen!"
Ich hab`s erst jetzt verstanden!
Der Islamismus hält Einzug in unsere Gesellschaft!
Böser Mond! Um unsere Kinder nicht zu Islamisten zu erziehen,
dürfen nur DEUTSCHE Lieder ihre Ohren erklimmen!
Ich muss sagen:
wenn man sich mit allen Positionen von Zeitungsautoren befasste, würde man irre. .. all diese Ismen!
Vermutlich sind Zeitungen auch nur Soapoperas.
Mal sehen, welcher Politiker sich als nächstes duscht.
Der Glaube an die freie Presse beginnt nicht zu bröckeln,
sondern er bröckelt seine letzten Brocken.
Die ZEIT hält sich wacker.
[Anmerkung: Bitte bleiben Sie sachlich und machen Sie Ironie als solche kenntlich. Die Redaktion /ft)
Hinter der Vorstellung eines deutschen Volksliedes anti-islamistische Tendenzen zu vermuten, grenzt aus meiner Sicht an Paranoia. Oder hätte man vielleicht aus politisch-korrekten Quotengründen in die Reihe auch ein türkisches Lied aufnehmen sollen - und um es auch ganz richtig zu machen, am besten gleich als Erstes?
Ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht: Der Islam und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund sind keineswegs der Bezugs- und Angelpunkt, an dem sich alles auszurichten hätte. Wer in ein fremdes Land kommt, muss damit leben, dass sich die öffentliche Diskussion und die Presseberichte nicht samt und sonders ausschließlich um ihn und seine Ethnie drehen.
Und jetzt, liebe Zensoren, stört euch an der Verwendung des Wortes "Paranoia" und belehrt mich, dass ich "konstruktiv und sachlich" zu bleiben habe. [ Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf unnötige Polemik und nehmen Sie zur Kenntnis, dass es der Redaktion um "Moderation" der Debatten und nicht um "Zensur" geht. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Hinter der Vorstellung eines deutschen Volksliedes anti-islamistische Tendenzen zu vermuten, grenzt aus meiner Sicht an Paranoia. Oder hätte man vielleicht aus politisch-korrekten Quotengründen in die Reihe auch ein türkisches Lied aufnehmen sollen - und um es auch ganz richtig zu machen, am besten gleich als Erstes?
Ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht: Der Islam und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund sind keineswegs der Bezugs- und Angelpunkt, an dem sich alles auszurichten hätte. Wer in ein fremdes Land kommt, muss damit leben, dass sich die öffentliche Diskussion und die Presseberichte nicht samt und sonders ausschließlich um ihn und seine Ethnie drehen.
Und jetzt, liebe Zensoren, stört euch an der Verwendung des Wortes "Paranoia" und belehrt mich, dass ich "konstruktiv und sachlich" zu bleiben habe. [ Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf unnötige Polemik und nehmen Sie zur Kenntnis, dass es der Redaktion um "Moderation" der Debatten und nicht um "Zensur" geht. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Die Melodie ist wesentlich älter und stammt (wahrscheinlich) aus: "Innsbruck, ich muss dich lassen" (Isaak, 1495) und erfreute sich in den folgenden Jahrhunderten reger Kontrafaktur ... soviel zum Thema Urheberrecht ...
Hier ein Abendlied aus unserer Zeit:
http://www.lastfm.de/musi... Witness
Mein Glückwunsch an Zeit online, für diese Initiative.
Dieses wunderbare Gedicht mit der traumhaft schönen Vertonung weckt Bilder und Empfindungen, die dem Zeitgeist tatsächlich wie Fremdlinge erscheinen müssen, wie bereits von @wschlier vermutet, der uns dankenswerterweise auch den gesamten Liedtext mitliefert.
Warum wurde denn die Wiedergabe des Textes gerade vor Erscheinung des Begriffes "Gott" abgebrochen?
So lang ist das Lied ja nun wirklich nicht.
Nach den Ereignissen der jüngsten Zeitgeschichte kann ich verstehen, dass man Texte wie z.B. die 3. Strophe des Deutschlandliedes weglässt, hier kann ich den Grund aber nicht nachvollziehen.
Trotzdem: Ich freue mich über die Initiative der Zeit-Redaktion, uns die schönsten deutschen Volkslieder wieder nahezubringen und bin gespannt auf die Fortsetzung.
Allen einen gesegneten Sonntag.
Hinter der Vorstellung eines deutschen Volksliedes anti-islamistische Tendenzen zu vermuten, grenzt aus meiner Sicht an Paranoia. Oder hätte man vielleicht aus politisch-korrekten Quotengründen in die Reihe auch ein türkisches Lied aufnehmen sollen - und um es auch ganz richtig zu machen, am besten gleich als Erstes?
Ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht: Der Islam und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund sind keineswegs der Bezugs- und Angelpunkt, an dem sich alles auszurichten hätte. Wer in ein fremdes Land kommt, muss damit leben, dass sich die öffentliche Diskussion und die Presseberichte nicht samt und sonders ausschließlich um ihn und seine Ethnie drehen.
Und jetzt, liebe Zensoren, stört euch an der Verwendung des Wortes "Paranoia" und belehrt mich, dass ich "konstruktiv und sachlich" zu bleiben habe. [ Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf unnötige Polemik und nehmen Sie zur Kenntnis, dass es der Redaktion um "Moderation" der Debatten und nicht um "Zensur" geht. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
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