Django Reinhardt zum 100. Egozentrisch, eitel, genialSeite 2/2
Und Django spielt wieder. Erst als Straßenmusiker, dann in Cafés und Hotels. Er hört Platten von Duke Ellington, Louis Armstrong und Joe Venuti; Jazz mischt sich in seine Musette-Walzer und seine Sinti-Musik. Reinhardts ausgeprägt individueller Stil ist geprägt von der Technik, die sein Handicap ihm aufzwingt, doch seine Soli prahlen geradezu mit virtuosen Läufen, schnellen Glissandi und der Geschwindigkeit seiner Schlaghand.
Django tingelt durch Frankreich, lernt andere Jazzmusiker kennen. 1934 entsteht in Paris das Quintette du Hot Club de France, das erste Jazz-Ensemble nur aus Saiteninstrumenten: Django an der Solo-, sein Bruder Joseph an der Rhythmusgitarre, hinzu kommen eine zweite Rhythmusgitarre, Bass – und der große Jazzgeiger Stéphane Grappelli.
Das Ensemble hat enormen Erfolg. Django ist ein kreativer Genius, er spielt nie zweimal dasselbe Solo. Seine eigenen Stücke lässt er andere niederschreiben, Noten kann er nicht. So entstehen Standards wie Nuages, Daphné, Manoir de mes rêves und Minor Swing. Reinhardt mag spannungsreiche Harmonien, etwa übermäßige und verminderte Akkorde, liebt abrupte Tonartwechsel und Molltonarten.
Das Quintett bereist Großbritannien, als 1939 der Krieg ausbricht. Grappelli bleibt dort, Django kehrt nach Paris zurück. Er überlebt auch die Besetzung der Stadt durch die Wehrmacht. Es ist wohl seine Beliebtheit, die ihn davor bewahrt, als "Zigeuner" in ein Konzentrationslager deportiert zu werden. Aber er muss sich bedeckt halten, tritt bis Kriegsende kaum auf, komponiert "ernste" Musik, eine Orgel-Messe, eine Sinfonie. Auch sein Jazz wird lyrischer, zeigt harmonische Einflüsse aus dem Impressionismus eines Debussy oder Ravel.
Als in Europa wieder Ruhe herrscht, geht er auf eine missratene US-Tour mit Duke Ellington, der ihm Unzuverlässigkeit vorwirft: "Einer der Lieblingssprüche Djangos war 'vielleicht morgen'." Django Reinhardt ist kein einfacher Charakter, er neigt zur Eitelkeit, zur Egozentrik, kommt einmal drei Stunden zu spät zum Konzert.
Aus New York bringt Django den Bebop mit, den er auf der elektrischen Gitarre spielt, ohne ihn wirklich zu verinnerlichen. Als er noch einmal mit Grappelli zusammenfindet, entstehen denkwürdige Aufnahmen, wieder auf der akustischen Gitarre. 1951 zieht Django sich in das Dorf Samois-sur-Seine zurück, wo er 1953 an einem Schlaganfall stirbt. Der Gypsy-Swing, den er prägte, hat ihn überlebt.
Bei Le Chant Du Monde erscheinen zum Geburtstag das 4-CD-Set "Djangologie" sowie eine 25-CD-Box mit dem Titel "Manoir de ses rêves" (Vertrieb in Deutschland durch Harmonia Mundi).
- Datum 19.01.2010 - 18:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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er war er ist ein gott auf der gittare
ich liebe diese musik und dessen kraft
danke
Na ja, Django Reinhart gilt ja allgemein als der Beste in seinem Metier. Abgesehen von dieser weiterverbreiteten Meinung gab es da aber einmal einen Journalisten der meinte Emmet Ray, so ein Rüppel aus dem Süden der USA, sei besser. Sein Still habe sich vor allem nach einem emotionalen Tiefschlag, irgendwann Ende der 30er, erst so richtig entfaltet. Leider gibt es nur sehr wenige Aufzeichnungen seiner Werke, da er ständig Angst vor Plagiaten anderer Musiker hatte
Sie haben mich zum Lachen gebracht! Emmet Ray, großartig!
Ich kann auch nur jedem Tony Gatlifs Film "Swing" ans Herz legen. Tchavolo Schmitt spielt dort auch eine Hauptrolle.
Sie haben mich zum Lachen gebracht! Emmet Ray, großartig!
Ich kann auch nur jedem Tony Gatlifs Film "Swing" ans Herz legen. Tchavolo Schmitt spielt dort auch eine Hauptrolle.
Sie haben mich zum Lachen gebracht! Emmet Ray, großartig!
Ich kann auch nur jedem Tony Gatlifs Film "Swing" ans Herz legen. Tchavolo Schmitt spielt dort auch eine Hauptrolle.
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