EU-Musikprojekt MIMO Viel Holz mit HertzSeite 2/2

Diese geschnitzte Holzglocke zeigt eine Frau der afrikanischen Azande mit der typischen Haartracht der Häuptlingsgattinnen. Der belgische Soldat und Ethnologe Armand Hutereau erhielt sie 1897 im Dorf Poko von Häuptling Akenge
Ebenfalls in Arbeit: eine Referenzliste von Instrumentennamen. Sie muss den Spagat zwischen Fachterminologie und Alltagssprache bewältigen. Denn ein Klavier, um im Beispiel zu bleiben, "gibt es für Instrumentenkundler nicht", erläutert Bär, "es gibt das Hammerklavier, den Kielflügel, das Pianino. Wenn jemand auf der Webseite nach 'Klavier' sucht und nichts findet, wird er sich wundern. Also muss 'Klavier' verweisen auf all die Unterformen." Und das auch noch in mehreren Sprachen, zunächst Englisch und Französisch, später auch Deutsch, Niederländisch, Italienisch und Schwedisch.
Auch ein Who-is-Who des Instrumentenbaus muss in die MIMO-Datensammlung. So ein Geigenbauer aus dem 18. Jahrhundert taucht in etlichen Schreibweisen auf – latinisiert, französisiert oder schlicht verballhornt. Die Suchmaschine muss alle erkennen.
Die Gesamtleitung liegt bei der Universität Edinburgh, Partner sind neben Nürnberg Sammlungen in Leipzig, Berlin, Brüssel, Florenz, Edinburgh, London, Paris und Stockholm. Eine Besonderheit ist das Afrika-Museum im belgischen Tervuren, das viele Instrumente aus den ehemaligen belgischen Kolonien besitzt. Europäisches Kulturgut? Nun ja.
Wenn das Projekt im August 2011 sein Ziel erreicht, werden rund 40 Prozent der Musikinstrumente in Europas öffentlichen Sammlungen erfasst sein. Darunter Kuriosa wie eine automatische Orgel in Form eines Spinnrads aus Schweden oder reich verzierte Kunstwerke wie das Cembalo von Johannes Couchet aus Antwerpen.
Oder eben Raritäten wie die von Paganini und Berlioz signierte Gitarre, die Glocke aus dem Kongo, der aufrechte Hammerflügel von 1739 und die Stradivari, die als einzige nicht im 19. Jahrhundert umgebaut wurde, um in großen Konzertsälen druckvoll zu klingen. So etwas bekommt man selten zu hören.
- Datum 26.01.2010 - 16:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Bei dem abgebildeten Instrument handelt es sich, wie es in der Bildunterschrift auch richtig steht, um die einzige Tenor-Viola Stradivaris, die nicht umgebaut wurde und nicht, wie im ersten Satz des Artikels geschrieben um die einzige Stradivari in Originalzustand. Stradivari-Violinen gibt es mehrere in Originalzustand und Celli meines Wissens auch. Hingegen wurde das Griffbrett der meisten Tenor-Violen umgebaut, als dieses Instrument im 18. Jahrhundert aus der Mode kam.
[Es wäre hilfreich und weiterführend, wenn Sie zu Ihren Ausführungen Quellen angeben könnten. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
MIMO stellt die Instrumenten nicht auf seiner eigenen Webseite (www.mimo-project.eu), sondern bei der Europeana (www.europeana.eu) zur Verfügung. Bis August 2011.
Auf beiden genannten Webseiten ist nichts über die Exponate zu finden. Zumindest nicht wenn man nicht genau weiss wo. Genauere Links wären hilfreich (falls sie überhaupt existieren). Ein sehr interessantes Projekt, aber wohl zu früh um es überhaupt beurteilen zu können...
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