Musikbranche Poesie vom FachhändlerSeite 2/2

Wenn eine Platte in erbsengrünem oder gar pfirsichfarbenem Vinyl daherkommt, ist das wirklich mal eine gelungene Abwechslung, besonders in der sogenannten Indie-Szene. Da spricht man immer wieder gern von düsteren Pianoakkorden. Oder von Stimmen, die düster, aber nie hoffnungslos klingen. Nur keine Depressionen bitte! Was eigentlich sind ausufernde Soundlandschaften, die stets zielgenau auf den Punkt kommen? Visiert da die Welle den Leuchtturm an? Girlanden bizarrer Vergleiche, die dem Leser – und auch vielen selbsternannten Journalisten – den Kopf verdrehen, als läge der mit auf dem Plattenteller.

Das alles ist natürlich nichts gegen die herrschenden Phrasen von den (unzähligen) Kings of 1. Pop, 2. Rock, 3. 'n'Roll, 4. Jazz, 5. Poop. Der mediale Abschied von Michael Jackson führte zu einem Adjektivstau: Bestes, meist ausverkauftestes Album, bester Künstler aller Zeiten, der erfolgreichste überhaupt. Größter Star auf Erden mit den besten Liedideen aller Zeiten und der erfolgreichsten Show sowieso. Wahnsinn!

Dann plötzlich kommt die Meldung, dass Robbie Williams der größte Superstar aller Zeiten sei. Wie konnte man den nur vergessen? Und das, obwohl Deutschland jeden Grashalm von unten beleuchtet, nur um den "Superstar" zu suchen. Super? "Hyper Hyper!" höre ich da jemanden rufen.

Das elektronische Postfach quillt über vor Datenpampe, vielleicht hilft es, mal wieder anständige Musik zu hören. Am besten die unreleased Bonustracks vom 46. Debütalbum der Mutter des Rock'n'Roll: der Waschmaschine.  

 
Leser-Kommentare
  1. Echt? - Die "Waschzettel" von Plattenfirmen übertreiben und lügen das Blaue vom Himmel? - Im Sommer ist's warm und AEG heißt nicht aus Erfahrung gut? - Say it ain't so.

    Da hat ja jemand Probleme. Gut, dass Herr Klook kein selbsternannter Journalist ist. Das wär ja auch die Höhe. Worum geht's hier eigentlich? Umsonst auf's Konzert und die Rezension gleich mit dem Hörexemplar? - Die Aussagekraft von "Wachzetteln" anzuzweifeln gleicht dem Vorwurf an Bedienungsanleitungen, nicht poetisch genug zu sein.

    Vor dem Hintergrund der D-Funk-Compilation-Rezension wird sich hier auch ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt. Die ist nicht nur sprachlich vergurkt, sondern auch schlampig recherchiert. Oder hat sich die Recherche wohlmöglich auf die Lektüre des Waschzettels beschränkt?

    "Neue Perspektiven auf die Musik der Heimat"?
    "Die USA dichter an Deutschland heranzuholen"?
    "Ein mit der Faust auf den Tisch gehauener Funk, der die Gürtelschnalle zum Wippen bringt"?
    "Matschige Einlage aus dem Sythesizer?"
    "Diese Kompilation ist ein echter Spass"?

    Die Rezension leider nicht. Ausgerechnet Herr Klook! "Grenzen humanoider Informationstoleranz"? - Ich sach ma "Grenzen klookoider Sprachkenntnisse".

    karl karlsen

  2. Nun ist "(an)zweifeln" noch lange kein "vorwerfen". Mich hat die Glosse, und eine solche ist es, recht bis sehr amüsiert. Eine Glosse des legér Betroffenen, und kein Generalkulturkritikismus am Beispiel der Musikbranchensprache. Klook scheint doch in jener Welt zu leben, und dies auch nicht ungern. Dass Phrasen nicht aus der Welt zu schaffen sind, weil die Sprache uns ohnehin mit verqueren Metaphorismen umzingelt, weiß der Autor m. E. selbst.

  3. auf der facebook seite Musikjournalistensprech werden jetzt auch die stilblüten von Musikjournalisten gesammelt http://www.facebook.com/m...

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