Hardrock in Weißrussland Rammstein werden zum Staatsfeind

Zu hart für Weißrussland: Die deutsche Rockband Rammstein soll nicht in Minsk auftreten, weil ihre Musik angeblich "Homosexualität und andere Abartigkeiten" fördert.

Neue Deutsche Härte aus Berlin: Rammstein gründeten sich 1994

Neue Deutsche Härte aus Berlin: Rammstein gründeten sich 1994

Der Gesellschaftliche Rat für Sittlichkeit in Weißrussland hat die deutsche Rockband Rammstein zum Staatsfeind erklärt. Die Musiker würden "die weißrussische Staatsordnung zerstören", teilte das von Präsident Alexander Lukaschenko unterstützte Gremium mit. Am 7. März sollte die Band ein Konzert in Minsk geben.

Rammsteins Lieder seien Propaganda für "Gewalt, Masochismus, Homosexualität und andere Abartigkeiten", die sich gegen weißrussische Werte richteten, hieß es. "Eine Erlaubnis für ein Rammstein-Konzert ist ein Fehler, der uns viel kosten kann." Die ehemalige Sowjetrepublik Weißrussland wird autoritär regiert. Bürgerrechtler nennen Präsident Lukaschenko den "letzten Diktator Europas".

Der staatstreue Schriftsteller Nikolai Tscherginez, Vorsitzender der Moralkommission, bedauerte, dass für das geplante Rammstein-Konzert in der Minsk-Arena bereits Karten verkauft seien. Wenn die Gruppe auftreten wolle, müsse das Programm vorher genau abgestimmt werden, um "Extremismus" zu verhindern. Die Würde des Veranstaltungsortes dürfe nicht beschmutzt werden.

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Die weißrussischen Behörden hatten unlängst die Kontrolle über das Internet verschärft und damit nach Meinung von Menschenrechtlern Zensur eingeführt. Auch die 2009 gegründete Moralkommission steht in der Kritik, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Beobachter vermuten, dass die Behörden ihr Vorgehen gegen Andersdenkende verschärfen, weil Lukaschenko in einem Jahr erneut zur Präsidentenwahl antritt.

Allerdings ist das aktuelle Album von Rammstein nicht unumstritten: Im Herbst 2009 wurde Liebe Ist Für Alle Da in Deutschland auf den Index für jugendgefährdende Medien gesetzt – da war es bereits in den Top Ten in 17 Ländern. Das Lied Ich tue Dir weh stellt nach Auffassung des Gremiums dar, "wie ein Mensch einen anderen quält und ihm ohne jegliches Mitgefühl schwerste Verletzungen zufügt. Es werden zudem sadomasochistische Handlungen in befürwortender Weise beschrieben." Die zunächst unzensierte Fassung des Videos zum Lied Pussy wies außerdem zahlreiche explizit pornografische Szenen auf, Musiksender verweigerten die Ausstrahlung. Auf der ausverkauften Deutschlandtour von Rammstein durfte das besagte Lied nicht aufgeführt werden.

Die Mitglieder von Rammstein halten die Indexierung ihres Werks für übertrieben. Sie berufen sich auf künstlerische Freiheit und ihr ironisches Spiel mit gesellschaftlichen Tabus. Gebrochen würden diese Tabus allerdings an anderer Stelle, beispielsweise in entwürdigenden Fernseh-Castingshows, sagte der Keyboarder Christian "Flake" Lorenz in einem Interview mit dem ZDF.

 
Leser-Kommentare
    • deity
    • 22.02.2010 um 17:01 Uhr

    Wenn sich der Autor dieses Artikels wenigstens die Zeit genommen hätte, sich das Album auch mal anzuhören, hätte er festgestellt, dass es in "Pussy" nicht wirklich darum geht, "wie ein Mensch einen anderen quält und ihm ohne jegliches Mitgefühl schwerste Verletzungen zufügt".

    Diese Beschreibung ist auf den Titel "Ich tue dir weh" bezogen, aber Hauptsache man hat sich erstmal der Anti Rammstein Fraktion angeschlossen.

    Ganz nebenbei wurden beide Titel live gespielt.
    Ciao

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    Redaktion

    Sehr geehrter deity,

    vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Wir haben die Stellen im Text korrigiert. Ich möchte klarstellen, dass sich ZEIT ONLINE in dieser Nachricht keinesfalls der "Anti Rammstein Fraktion" anschließt. Wir haben versucht, das Thema von mehrerlei Seiten zu beleuchten und auch die Bedeutung künstlerischer Freiheit hervorzuheben – ein Aspekt, der im Agenturmaterial der Nachricht ausgespart blieb.

    Beste Grüße,
    Rabea Weihser, Musikredaktion

    Redaktion

    Sehr geehrter deity,

    vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Wir haben die Stellen im Text korrigiert. Ich möchte klarstellen, dass sich ZEIT ONLINE in dieser Nachricht keinesfalls der "Anti Rammstein Fraktion" anschließt. Wir haben versucht, das Thema von mehrerlei Seiten zu beleuchten und auch die Bedeutung künstlerischer Freiheit hervorzuheben – ein Aspekt, der im Agenturmaterial der Nachricht ausgespart blieb.

    Beste Grüße,
    Rabea Weihser, Musikredaktion

  1. Redaktion

    Sehr geehrter deity,

    vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Wir haben die Stellen im Text korrigiert. Ich möchte klarstellen, dass sich ZEIT ONLINE in dieser Nachricht keinesfalls der "Anti Rammstein Fraktion" anschließt. Wir haben versucht, das Thema von mehrerlei Seiten zu beleuchten und auch die Bedeutung künstlerischer Freiheit hervorzuheben – ein Aspekt, der im Agenturmaterial der Nachricht ausgespart blieb.

    Beste Grüße,
    Rabea Weihser, Musikredaktion

    Antwort auf "Fehlinfo"
  2. hat sicher Angst vor Rammstein. :-)))

    Er sollte sich "Pussy" mal ungeschnitten angucken, dann würde er Rammstein vielleicht doch auftreten lassen.

    ;-)

    • ADoria
    • 22.02.2010 um 23:10 Uhr

    Ist dies nicht eher ein Thema für Umweltschutz?

  3. Tja...leider ist es so, daß die Texte absichtlich falsch interpretiert werden. Auch in Deutschland!
    Zitat:
    "Der Gesellschaftliche Rat für Sittlichkeit in Weißrussland hat die deutsche Rockband Rammstein zum Staatsfeind erklärt. Die Musiker würden "die weißrussische Staatsordnung zerstören", teilte das von Präsident Alexander Lukaschenko unterstützte Gremium mit."

    Lächerlicher kann sich ein Regime nun wirklich nicht mehr offenbaren!

    Ich wünsche Rammstein weiterhin alles Gute!

  4. [...] Bitte verzichten Sie auf beleidigende Vergleiche. Danke. Die Redaktion/sh

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    Bevor man Ihrer Argumentation zustimmen kann, muss man erst einmal zustimmen, dass die Texte von Rammstein eine moralische Verschmutzung darstellen und Homosexualität als moralisch entwürdigende Aktivität. Da wir hier dieses beschränkte, irrationale, verirrte Weltbild, das Sie propagieren, nicht teilen, sondern aufgeklärte Menschen, die mit künstlerischem Ausdruck als Gesellschaftskritik umgehen können, ohne sich "angestoßen" zu fühlen, sind, stimmen wir dieser "Argumentation" nicht zu und schütteln nur den Kopf darüber.

    Entschuldigen Sie mich bitte, aber ich verstehe nicht wen ich mit meinen Bemerkungen beleidigt habe? Vielleicht haben Sie mich missverstanden:--Ich habe SÜNDIGE TATEN mit "schmutzigen Mülls" verglichen, aber NICHT die Menschen die solche Taten begehen. Sagen Sie mir bitte ob die folgende Aussage--Ihrer Meinung nach--die Wahrheit enthält oder nicht--"Viele Menschen finden die öffentliche Darstellung von Homosexualität anstößig". --Das ist genau was ich in meinem Schreiben ausgedrückt. Es gibt viele Menschen, die, die "Homosexualität" hassen, aber NICHT die homosexuelle Personen (wie meisten Christen). Ich wiederhole --Es ist die "Homosexualität", die mit "Abfall" verglichen wurde, aber DOCH NICHT die Personen die Homosexualität begehen. Jesus Christus LIEBTE die Sünder aber HASSTE die Sünde, ja, wie schmutziger Abfall. Ich möchte lieber seinen Rat befolgen. Trotzdem,--wenn ich irgendwie, durch meine Bemerkungen irgendeinen Homosexueller ärgert habe, sage ich ihm--Es tut aufrichtig leid. Ich bitte Sie um Entschuldigung.

    Bevor man Ihrer Argumentation zustimmen kann, muss man erst einmal zustimmen, dass die Texte von Rammstein eine moralische Verschmutzung darstellen und Homosexualität als moralisch entwürdigende Aktivität. Da wir hier dieses beschränkte, irrationale, verirrte Weltbild, das Sie propagieren, nicht teilen, sondern aufgeklärte Menschen, die mit künstlerischem Ausdruck als Gesellschaftskritik umgehen können, ohne sich "angestoßen" zu fühlen, sind, stimmen wir dieser "Argumentation" nicht zu und schütteln nur den Kopf darüber.

    Entschuldigen Sie mich bitte, aber ich verstehe nicht wen ich mit meinen Bemerkungen beleidigt habe? Vielleicht haben Sie mich missverstanden:--Ich habe SÜNDIGE TATEN mit "schmutzigen Mülls" verglichen, aber NICHT die Menschen die solche Taten begehen. Sagen Sie mir bitte ob die folgende Aussage--Ihrer Meinung nach--die Wahrheit enthält oder nicht--"Viele Menschen finden die öffentliche Darstellung von Homosexualität anstößig". --Das ist genau was ich in meinem Schreiben ausgedrückt. Es gibt viele Menschen, die, die "Homosexualität" hassen, aber NICHT die homosexuelle Personen (wie meisten Christen). Ich wiederhole --Es ist die "Homosexualität", die mit "Abfall" verglichen wurde, aber DOCH NICHT die Personen die Homosexualität begehen. Jesus Christus LIEBTE die Sünder aber HASSTE die Sünde, ja, wie schmutziger Abfall. Ich möchte lieber seinen Rat befolgen. Trotzdem,--wenn ich irgendwie, durch meine Bemerkungen irgendeinen Homosexueller ärgert habe, sage ich ihm--Es tut aufrichtig leid. Ich bitte Sie um Entschuldigung.

  5. Zensiert wird nicht nur in Weißrussland. Vor allem in islamischen Ländern wie zum Beispiel Malaysia oder Indonesien geht es dabei weniger um die Inhalte des Dargeborenen, sondern um die Bühnenkostüme weiblicher Interpreten. Und wenn nicht zensiert wird, kann man schnell Opfer eines Boycotts werden, siehe Dixie Chicks mit ihren Äußerungen über US-Präsident Bush.

  6. Bevor man Ihrer Argumentation zustimmen kann, muss man erst einmal zustimmen, dass die Texte von Rammstein eine moralische Verschmutzung darstellen und Homosexualität als moralisch entwürdigende Aktivität. Da wir hier dieses beschränkte, irrationale, verirrte Weltbild, das Sie propagieren, nicht teilen, sondern aufgeklärte Menschen, die mit künstlerischem Ausdruck als Gesellschaftskritik umgehen können, ohne sich "angestoßen" zu fühlen, sind, stimmen wir dieser "Argumentation" nicht zu und schütteln nur den Kopf darüber.

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