Lou Barlow ist verschnupft. So eine Tour ist anstrengend, gerade ist er Vater geworden, und seine Band Dinosaur Jr. hat sich wieder zusammengetan. Jetzt noch ein Soloprogramm, das zehrt an den Kräften.

Dinosaur Jr. stehen seit 25 Jahren für verspielten Indierock. Nebenher hatte Barlow noch die Band Sebadoh. In den Achtzigern, bevor der Grunge aufkam, setzte er mit ihr Maßstäbe im Schrammelrock. Lo-Fi nannte man das, weil alles so schön unprätentiös klang.

Im vergangenen Jahr feierte das Dinosaurier-Trio aus den USA ein großes Comeback, die alten Helden zogen durch Europa und weckten in vielen Fans Jugenderinnerungen. Nun hat Lou Barlow sein zweites Soloalbum, Goodnight unknown, veröffentlicht. Das klingt nach feinem Singer-Songwritertum.

Während ihm im Festsaal Kreuzberg in Berlin die Bühne bereitet wird, sitzt er oben auf der Galerie und spielt sich warm. Die Akustikgitarre gehört ihm nicht, seine Agentin hat sie beschafft, damit er nicht mit einer unverstärkten Stromgitarre für uns spielen muss. Da übt er, ganz in sich versunken. Nach Reden ist ihm nicht zumute. Zweimal stimmt er ein Lied an, die Stimme bricht, diese Erkältung! Beim dritten Mal klappt es mit dem Song Too Much Freedom.

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