Der Berliner Rapper Bushido hat Teile seiner Songs von einer französischen Band geklaut. Jetzt ist er vom Landgericht Hamburg verurteilt worden, weil er die Autoren nicht als Urheber ausgewiesen hat. "Er schmückte sich mit fremden Federn", begründete der Richter das Urteil.

Es geht um mindestens 13 Lieder, in denen Bushido unerlaubt Teile aus Werken der Gothic-Rocker Dark Sanctuary verwendete. Der Rapper muss den Komponisten der Originale 63.000 Euro immateriellen Schadenersatz zahlen, weil er ihre Musik durch die Verbindung mit seinen Texten verfremdete und die Künstler so in ihren Persönlichkeitsrechten verletzte. "Die Bushido-Texte sind nicht jedermanns Sache. Da hätte man fünfmal nachfragen müssen", sagte der Richter. Die Ausschüttungen der
GEMA stehen ebenfalls den französischen Musikern zu. Der Rapper soll nun offenlegen, wie viel Geld er durch den Verkauf der Lieder mit den rechtswidrig übernommenen Tonfolgen verdient hat. Dann erst können die materiellen Schadenersatzansprüche ermittelt werden.

Bushidos Label ersguterjunge und die Plattenfirma Universal Music dürfen die CDs, auf denen die Songs erschienen sind, nicht mehr verkaufen. Bereits ausgelieferte Tonträger müssen sie zurückrufen und vernichten. Der Rückruf betrifft aber nicht den Verbraucher direkt, sondern die bereits an Händler ausgelieferten Alben und Singles sowie Sampler wie The Dome oder Bravo Hits .

Nach Angaben der Anwälte von Dark Sanctuary ging es in dem Zivilprozess um Bestandteile von Bushido-Songs auf mindestens zehn Alben, darunter acht Lieder von seinem Erfolgsalbum Von der Skyline zum Bordstein zurück (2006). Die Urheber und ihre italienische Produktionsfirma hatten in 16 Titeln des deutschen Rappers eigene Tonfolgen wiedererkannt. In drei der Songs sah das Gericht die Liedteile aber nicht als urheberrechtlich geschützt an.

Die Klage der Franzosen wurde in Hamburg vor zwei verschiedenen Zivilkammern verhandelt, da es sowohl um die Komponistenrechte als auch um die Tonträgerherstellerrechte ging. Mit dem Urteil sind beide Verfahren abgeschlossen. Es können jedoch Rechtsmittel eingelegt werden.