Musikindustrie Aus Teenager mach GreenagerSeite 2/2

Um das Umweltbewusstsein in der hiesigen Unterhaltungsbranche zu fördern, hat Jacob Bilabel in Berlin die Green Music Initiative gegründet. Julie’s Bicycle ist sein Vorbild. In diesem Jahr berät sein Büro das Melt-Festival bei Dessau, wie es klimaverträglicher werden kann, denn Festivaltourismus ist das größte ökologische Problem der Musikindustrie. Dies soll nun ein Leuchtturmprojekt sein, weil es nicht um Gewissenserleichterung oder Greenwashing geht, sondern um Lebensmodelle für die Zukunft. "Wir werden lernen müssen, ohne Öl und Kohle auszukommen und neue Arten des Zusammenlebens auszuprobieren. Die große Chance der Unterhaltungsbranche ist es, über Träume, Utopien und soziale Experimente ein Versuchsfeld dafür zu schaffen", sagt Bilabel. Musiker könnten als positive Vorbilder auftreten und Alternativen aufzeigen, anstatt Verbote und Verzicht zu predigen.

Gutes zu tun und darüber zu reden, hilft in diesem Fall. So wirbt die amerikanische Popgruppe Black Eyed Peas für das Projekt Green For All und gestaltet Klimaworkshops mit der League of Conservation Voters, einer politischen Umweltschutzorganisation. Dass Prominente das ökologische Bewusstsein des Publikums erweitern können, zeigt auch die Website ecorazzi.com – wer sich im Blitzlicht für grüne Strategien engagiert, bekommt hier einen Eintrag. Gerade haben die Leser ihre größten Vorbilder für den Ecorazzi Terra Award 2010 nominiert.

Was Popstars und Prominente vorleben, gilt früher oder später als Maßstab. "Globale Erwärmung ist uncool", sagt Prof. Dr. Fritz Reusswig vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Wenn die Welt ein hässlicherer Ort wird, störe das besonders ihre ästhetisch sensiblen Bewohner – also die Künstler und ihre Fans. Daraus lässt sich schnell eine Aufforderung zum Handeln ableiten: "Der Klimadiskurs wird von Wissenschaft, Technik, Politik und Wirtschaft bestimmt. Es fehlt die Kultur", sagt Reusswig. Die Unterhaltungsindustrie müsse nun ihren Teil zum Klimaschutz beitragen.

Projekte wie Julie’s Bicycle oder die Green Music Initiative sind ein viel versprechender Anfang. Wenn jetzt nur noch jemand die Band Future4U gründete, gäbe es vielleicht auch bald Teenager wie Lara. Nennen wir sie Greenager.

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist also nur folgerichtig, dass wenn wir den Verbrauch fossiler Energien in der realen Welt nicht aufgeben wollen, wir in der künstlichen umso grüner sind.

    Am besten gefällt mir die Idee mit der Online-Musik ohne physische Tonträger. Kann es eine bessere Entschuldigung für die 250-Watt-PC-Monitor-Kombi geben, als mittels MP3-Download und -Konsum Energie zu sparen?

  2. @all

    Es gibt auch als Musiker so einiges was man tun kann um seine Produktionen umweltfreundlich zu gestalten. Dazu gehört in erster Linie sein Equipment soweit möglich zu "virtualisieren", denn das verbraucht wesentlich weniger Resourcen als "alte Analogstudios" welche enorme Stromrechnungen produzieren.So schaffte ich bereits 1997 mein altes Analogstudio ab weil absehbar war wohin sich digitale Technik entwicklen wird.Wer glaubt das man mit digitalem Equipment keine tollen Produktionen hinbekommt dem sei mein neues Projekt

    www.diamondgold.at

    empfohlen.Dort können Sie Online hören was digitale Technik
    heute an Qualität leisten kann.Viel Spass beim geniessen dieser 3 wunderschönen Songs.(gesungen auf deutsch und Englisch)

    mit besten Grüssen

    safari fx

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