"Unser Star für Oslo" Das PopmodellduellSeite 2/2
Oder geht es vielmehr darum zu zeigen, welche Talente in Deutschland schlummern? Dient die Show dem eigentlichen Ziel, einen Kandidaten zu finden, auf den das Land stolz sein kann, mit dem es sich identifiziert, egal, welche Platzierung er am Ende im Wettbewerb erreicht? Geht es möglicherweise allein darum, den deutschen Vorentscheid zu "emotionalisieren", wie es während der Auftaktpressekonferenz hieß? Und bedeutet "emotionalisieren" so viel wie der ARD schnellstmöglich ein jüngeres Publikum zu verpassen?
Der wirkliche Sinn dieser Veranstaltung stand nicht etwa vor der ersten Sendung fest, er wird erst heute Abend vom Publikum geschaffen. Das entscheidet sich entweder für das Konzept Jennifer Braun oder das Prinzip Lena Meyer-Landrut. Für den massentauglichen Rockpop oder die eigenwillige Indie-Nummer, für das Altbekannte oder die Überraschung, für eine gute Platzierung oder ein besseres Image.
Lena Meyer-Landrut war von Anfang an die große Favoritin, und wahrscheinlich wird ihre unkonventionelle Art diesen Vorentscheid gewinnen. So möchte sich die Nation vertreten wissen. Die anderen sollen endlich mal aufhorchen, was in deutschen Landen heranwächst. Ob es ihnen gefällt, ist nebensächlich. Denn eigentlich sind wir hier doch bei DSDS: Deutschland sucht das Selbstbewusstsein.
- Datum 12.03.2010 - 09:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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warum werd ich das Gefühl nicht los, dass eigentlich schon feststeht LML gewinnt? Mehr Werbung ist in den Medien ja kaum noch möglich für die Dame. Also abschalten und ne gute CD hören.
Vorneweg: Lena Meyer-Landrut ist meine Favouritin, da sie dem deutschen Klischee NICHT entspricht, denn die Massengeschmackpopmusik ist, weltweit überigens, doch nicht mehr als Muzak, also glattgebügelt ohne besondere herausragende Merkmale.
Ob sie in Oslo etwas bewirken kann, wage ich aber zu bezweifeln,da dort eben Muzak hochnotiert (verlangt ?!) wird und da gehört sie ja nicht zu.
Allerdings hat sie ihren eigenen Stil und könnte zu einem Achtungserfolg kommen, eben weil sie NICHT dem Massengeschmack folgt.
Zuguterletzt zeigt ihr Beispiel (und das der anderen Mitbewerber bei USFO ), dass es unverbrauchte Talente jenseuts des DSDS-Gedröhnes gibt, die unbedingt zu fördern sind.
Wie auch immer: Lena sollte man sich merken. Hoffentlich fällt sie nicht den Marktstrategen der Musikindustrie und deren Renditegeilheit in die Hände.
"und damit sind nicht nur Mainstream-Pop und Indie-Pop gemeint."
Es gibt INDIE-Pop?! Ist das nicht ein absoluter Gegensatz in sich?
Toll, dass sogar die ZEIT sich, sozusagen in letzter Minute, des Themas annimmt. Genauso wie Sie schreiben, ist es. Endlich mal nach SPIEGEL, Süddeutsche und FAZ ein Artikel, der den Nagel auf den Kopf trifft. Übrigens vielleicht für Sie als ZEIT interessant: Ich vergleiche Lena Meyer-Landrut gerne mit Wolfgang Siebeck. Er hat den Deutschen das gute Essen "beigebracht", und Lena bringt den Deutschen die gute Musik bei. Das hat alles viel mit Identität zu tun. - Hoffentlich klappt's heute Abend.
Dieser Artikel lehrt viel über redaktionelle Zwänge. Hier wird ein Thema ausgegraben, nur um den Artikel zurechtfertigen. Aber so ist es nunmal auch die Zeit ist nicht frei von Zwängen.So wird aus einer Mücke ein Elefant
Ich glaube das größte Problem für Lena Meyer-Landrut wird das Konzept der Show sein.
Ich halte spätestens seit dem Halbfinale alle Kandidaten für tatsächliche Entdeckungen die es verdient hätten Deutschland zu vertreten. Mein persönlicher Favorit wäer zwar auch eine björkige L M-L aber auch Jennifer hat mich (der bisher von deutschen Castingshows überhaupt nichts hielt) mittelschwer begeistert.
Das problem mit allen polarisierenden Dingen wie zb. auch Lena ist dies. Das sie aus einer Gruppe von 4 oder 5 heraus sicher die einfache Mehrheit der Stimmen hinter sich bringen könnte der Rest verteilt sich gleichmäßig auf das weniger provokante, neue, besondere Programm.
In einem Finale mit nur zwei Finalisten fürchte ich wird nicht unbedingt der Gewinnen, der die meisten Stimmen für sich gewinnt, sondern der, der die wenigsten Stimmen gegen sich hat. Das ist ein Unterschied.
Beiden gönne ich die Reise nach Norwegen, hoffe von 4-5 Kandidaten der Show auch mal was auf dem Musikmarkt zu bekommen und wünsche uns allen den Mut mal das Progressive, Ausgefallene, ganz Eigene zu wählen.
Aber sie hat, zumindest nach den Umfragewerten, als es noch Gruppen von vier bis fünf Kandidaten waren, nicht die einfache Mehrheit hinter sich gebracht, sondern sogar da schon die absolute.
Ihr Artikel suggeriert, dass Jennifer Braun in Olso eine größere Chance auf eine gute Platzierung hat als Lena Meyer-Landrut. Das halte ich für eine gewagte These: Jennifer hat ohne Frage eine tolle Stimme und kann sehr gut singen, man merkt ihr an, dass sie mit einer Coverband ganze Weinfeste zum moussieren bringt. Allein, die europaweite Veranstaltung mit einem Weinfest zu vergleichen trifft es einfach nicht. Hier geht es nicht darum, den ganzen Abend mit erträglichem, unauffälligem Rockpop zu untermalen, sondern hier hat man genau drei Minuten Zeit, einen Kontinent zu beeindrucken. Hier muss man auffallen, überraschen, begeistern! Das wird Lena, da sie heute Abend zum Glück gewinnen wird, deutlich leichter fallen als Jennifer. Mit Jennifer in Olso kommt Deutschland wieder unter die letzten drei, Lena könnte unter die ersten fünf kommen, eben weil sie anders ist als das, was man aus Deutschland erwartet. Mit ihrer björkigen Stimme sind 12 Punkte aus Island drin, mit dem very british accent kommen weitere 12 aus England. Schon damit hätten wir unser Vorjahresergebnis übertrumpft!
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