Elbphilharmonie Hamburg will Baukonzern Hochtief verklagen

Die Fertigstellung der Elbphilharmonie könnte sich um ein weiteres Jahr auf 2013 verzögern. Nun fordert der Senat einen verlässlichen Zeitplan von Hochtief.

Die Elbphilharmonie, Hamburgs Kultur-Flaggschiff der Zukunft

Die Elbphilharmonie, Hamburgs Kultur-Flaggschiff der Zukunft

Die Stadt Hamburg will den Baukonzern Hochtief wegen der Elbphilharmonie verklagen. "Die Verhandlungen sind in manchen Bereichen schwierig und nur von Juristen zu klären", sagte Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) im Kulturausschuss. Die Stadt fordert unter anderem einen verlässlichen Terminplan, der immer noch nicht vorliege. "Ein Ultimatum ist gestern Nacht abgelaufen. Daher wird die Stadt nun Klage gegen Hochtief einreichen", sagte eine Sprecherin der Kulturbehörde.

Momentan seien die Arbeiten auf der Baustelle im Hafen zehn bis zwölf Wochen in Verzug. Hochtief hatte jedoch im Januar angekündigt, dass sich die Eröffnung um bis zu ein Jahr verzögern könnte. Außerdem hatte die Firma Mehrkosten in Höhe von 22,4 Millionen Euro angemeldet. Schon Ende 2008 waren die Kosten für die Elbphilharmonie von 114 auf 323 Millionen Euro gestiegen.

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Auch der Generalintendant der Hamburger Elbphilharmonie hat mittlerweile Künstler und Orchester vorgewarnt, dass das Konzerthaus möglicherweise doch später eröffnet wird als geplant. "Nach wie vor glauben wir, dass es machbar sein könnte, den Eröffnungstermin zu halten. Aber man kann es ja nicht erzwingen!", sagte Christoph Lieben-Seutter dem Sender NDR Kultur. "Man kann ja nicht, nur weil man einen Rechtsanspruch hat, die Augen vor möglichen Problemen verschließen."

Nach bisherigen Plänen sollte die Elbphilharmonie im Mai 2012 mit einem Festival eröffnet werden. Ein Sprecher der Hamburger Kulturbehörde sagte: "Wir können mit den Künstlern und Orchestern zum jetzigen Zeitpunkt keine vertraglichen Verpflichtungen eingehen. (...) Wir können keine Verträge abschließen, wenn der Termin nicht hundertprozentig sicher ist."

 
Leser-Kommentare
  1. Was hätte Hamburg mit dem Geld alles machen können...... Schulen, Büchereien, Schwimmhallen sanieren. ÖPNV ausbauen, Bildung fördern und und und.

    Das wäre viel nützlicher gewesen als dieser Koloss von Hamburg.

    323 Millionen Euro unter dem Motto "Bildungsstadt Hamburg".
    Schade nun ist das Geld im Hafen verbuddelt und die nächste Nachzahlung kommt bestimmt.

    • baku
    • 07.04.2010 um 15:06 Uhr

    projekt lustig zu machen, aber dieser quatsch und das war es nun einmal von anfang an, sollte mit voller wucht auf diejenigen zurückfallen, die dafür verantwortlich zu machen sind, jene die den mist initiiert haben. aber selbstverständlich ist hiervon keine rede, der bürgermeister kann ja nun wirklich nichts dafür. man muss sich das mal vorstellen, hunderte millionen steuergelder -

    das ganze projekt ist ein paradebeispiel für die ignoranz der politischen akteure dieser stadt, aber sie wird fertig werden, irgendwann und dann wird gefeiert - scheiß drauf! völlig egal was dabei draufgeht, man wird sich und das einzigartige projekt feiern, koste es was es wolle.

    ich habe ein gutes gefühl!

    • Guido3
    • 07.04.2010 um 15:15 Uhr

    Dass der Bau mindestens doppelt so teuer wird, wie ursprünglich geplant, war jedem Involvierten von Anfang an klar. Und Geld wurde schon weitaus schlechter angelegt, als für ein Konzerthaus und architektonisches Wahrzeichen der Stadt.

    Nichtsdestotrotz: Was Hochtief bei dem Projekt abzieht, ist eine unglaubliche Frechheit. Hochtief nutzt schamlos den Fakt aus, dass die Stadt Hamburg den Generalunternehmer Hochtief nicht so einfach vor die Tür setzen kann. Zum einen bedeutet das neue Ausschreibungen und erst recht endlose Verzögerungen und zum anderen ist eine geregelte Baustellenübergabe mitten in der Bauphase bei so einem großen Projekt nahezu unmöglich.

    Hamburg sollte Hochtief noch wegen weiterer Punkte verklagen: Schadensersatz wegen Verzögerungen, Betrug wegen überhöhter Baukosten, usw. Weiterhin sollten die klar machen, das Hochtief auf absehbare Zeit keine Chance mehr auf den Zuschlag von öffentlichen Projekten in Hamburg hat, wenn sie die Stadt Hamburg weiterhin erpressen.

    • Zapfen
    • 08.04.2010 um 9:00 Uhr

    Als Freiraumplaner bin ich immer wieder über die Borniertheit der Politik verwundert, die, wenn es um das
    an sich natürlich legitime Herausputzen der eigenen Stadt geht, nicht wissen, wie man vorgeht und sich in der Regel dafür die falschen Berater suchen!Warum falsche?
    Wir Menschen können nur Fassaden oder Oberflächen betrachten und können das Materielle der Baukörper selbst ja NICHT SEHEN, sondern nur aus Wissen schlussfolgern.
    Dennoch wird nicht primär Freiraum versucht zu schaffen, also über erstmal körperlose baulose Grund- und Oberflächen gearbeitet, sondern PRIMÄR über FÜR einen PUNKT gedachte Baukörper, also symbolisch vorgegangen statt wahrlich gestalterisch !!!
    In 1100 bis 1650, insbesondere in 1650 bis 1850 wurde dagegen ein Arbeiten über baulose Felder statt Punkte entwickelt, die dann nachträglich und nur am RANDE baulich bestückt wurden:
    ABER: Seit 1919 bestimmen aber Möchtegern- Bildhauer (Hochbaumeister) statt der wahre Architekt die Szene des Bauens und ruinieren das Urbane! Die Elbphilharmonie ist ein Beispiel dafür! Ein monströser Kasten, der auch von Mussolini gewollt sein könnte, so pathetisch ist er!

    • nuendo
    • 08.04.2010 um 12:26 Uhr

    der Nürburgring Hamburgs.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 5
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