Das Melt! Festival macht eine Pilotstudie zum Publikumsverkehr
Dass der Publikumsverkehr die größte Herausforderung auf dem Weg zu nachhaltigem Feiern darstellt, haben auch die Macher des
Melt! Festivals
bei Dessau verstanden. Es liegt, wie viele Open Airs, etwas ab vom Schuss, war bisher nur mit dem Auto bequem zu erreichen. Das soll sich in diesem Jahr ändern: Die Organisatoren haben zusammen mit der
Green Music Initiative
und der Deutschen Energie-Agentur DENA einen Verkehrsplan entworfen. "Im Bereich An- und Abreise gibt es europaweit noch keine Untersuchung zum Thema. Dies ist eine Pilotstudie für die Festivallandschaft", sagt Finja Götz, Projektleiterin beim Melt!. Wissenschaftler und Mobilitätsplaner helfen, die Besucherströme zu analysieren. "Das Melt! ist ein kleines Festival mit 22.000 Gästen", sagt Jacob Bilabel von der Green Music Initiative. "Aber etwa ein Drittel reist nicht aus Deutschland an, 38 Prozent fahren weiter als 450 Kilometer hierher." Da kommen schon ein paar Tankfüllungen zusammen.
Diesmal wird es dem Publikum leicht gemacht, das Auto zu Hause zu lassen. Das Melt! organisiert eine Radtour von Berlin zum 130 Kilometer entfernten Festival. Das Unternehmen Deutsche Bus stellt Omnibusse, die die Besucher selbstständig mit Mitreisenden füllen können, man verabredet sich in sozialen Netzwerken. Und in Köln fährt ein Hotelzug ab, in dem man schließlich nahe dem Gelände übernachten kann. Er ist drei Wochen vor Festivalbeginn schon fast ausgebucht. Kein Wunder, ist dieses Angebot doch umweltbewusst, sauber und vor allem bequem.
"Hotelzug, Müllsparen, vernünftig sein, pah, was hat das mit Rock'n'Roll zu tun!" mag manch Festivalbesucher alter Schule denken, dem es vor allem auf die krachende, hemmungslose Party ankommt. Nun, ökologischer Benimm ist vielleicht nicht jedem so schnell beizubringen. Unter Alkoholeinfluss arbeitet der Geist bekanntlich etwas langsamer. Aber an eines sei erinnert: Als der Rock'n'Roll geboren wurde, verbrauchten Autos auch noch 20 Liter Benzin auf 100 Kilometern.
- Datum 30.06.2010 - 15:48 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Man titelt...Und das Melt! bei Dessau bremst den Autoverkehr aus. ...
Davon lese ich im Artikel dann aber nichts. Da ist von Pilotstudie und Öko-Anreise-Angeboten für einige hundert Besucher (wohl 2-3% des Gesamtzahl) die Rede.
Ausgebremst ist was anderes.
... ist was anderes: z.B. teure kostenpflichtige Parkplätze weit weg vom Festivalgelände einrichten...
Aber dann bestände ja die Möglichkeit, daß manch potentieller (autogeiler) Besucher einfach zuhause bleibt...
... ist was anderes: z.B. teure kostenpflichtige Parkplätze weit weg vom Festivalgelände einrichten...
Aber dann bestände ja die Möglichkeit, daß manch potentieller (autogeiler) Besucher einfach zuhause bleibt...
... ist was anderes: z.B. teure kostenpflichtige Parkplätze weit weg vom Festivalgelände einrichten...
Aber dann bestände ja die Möglichkeit, daß manch potentieller (autogeiler) Besucher einfach zuhause bleibt...
Um ein Festival wirklich umweltfreundlich zu gestalten, muss es vor allem verkehrstechnisch gut erreichbar sein. die meisten Festivalorte liegen so weit ab vom Schuss, dass kaum jemand freiwillig mit der Bahn anreist. Warum gibt es keine Sonderzüge, die mit Festivalkarte kostenfrei benutzt werden können? Die würden dadurch ja von den Autofahrenden Besuchern mitfinanziert werden,
Dazu braucht es gute und vor allem preiswerte Verpflegungsmöglichkeiten - wer sich vor ort bequem und zu den gleichen Preisen wie zu Hause mit Bier und Grillzeug eindecken kann, muss nicht sein halbes Auto damit volladen.
Auch könnte man vor Ort gegen Pfand und eine geringe Gebühr einfache (sponsorenfinanzierte) Zelte verleihen - auch das sorgt für weniger Gepäck und hält die Besucher von der Auto-Anreise ab.
Die Bühne mit Ökostrom zu betreiben ist ist allerdings bloße Image-Aufbesserung, die Umweltschäden für das Gelände und das Grundwasser, sowie die enorme Müllmenge sind das viel größere Problem als der Stromverbrauch.
Schafft doch diese Festivals einfach ab!
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