Medienstrategie um Lena Natürlichkeit mit HalbwertszeitSeite 2/2

Mit dem Lena-Hype haben Raab und Meyer-Landrut eines bewiesen: Es gelingt auch ohne Homestories und ohne die Bild – zwei Elemente, auf die RTL bei seiner Castingshow Deutschland sucht den Superstar bewusst setzt. "Auch wenn das Bild nicht gern hören wird: Man braucht sie für die Aufmerksamkeit nicht", sagt Niggemeier. "Vor allem nicht, wenn man Stefan Raab im Rücken und dazu noch die ARD im Boot hat. Damit erreicht man eine erhebliche Marketingmacht, die die Bild überflüssig macht." Im Falle Lena war es eher umgekehrt: Irgendwann bemerkte das Springer-Blatt den Rummel und rannte ihm hinterher.

Der europaweite Erfolg von Lena und Satellite lässt sich mit dem Hype in Deutschland indes nur bedingt erklären. Aktive Promotion für Satellite habe man im Ausland nicht gemacht, sagte ein Sprecher von Lenas Plattenfirma Universal Music. Auch Auftritte hatte die 19-Jährige dort nicht, "dafür wäre angesichts der vielen Termine in Deutschland und wegen Lenas Abitur gar keine Zeit gewesen". Aber auch ohne Werbung registrierten ausländische Medien durchaus den deutschlandweiten Trubel um die Castingsiegerin. Zudem ist eine große Promo-Tour kein Erfolgsgarant: In den vergangenen Jahren setzten einige Grand-Prix-Teilnehmer, gerade auch solche aus Osteuropa, darauf – Anfang Mai war die aserbaidschanische Lena-Konkurrentin Safura in München und gab dort Interviews. Gewonnen hat sie trotzdem nicht.

"Hinter Lenas Erfolg steckt keine Medienstrategie", glaubt deshalb Journalist Niggemeier. "Die Frau hat einfach irgendetwas, was die Menschen lieben." Allerdings warnt die Hamburger Professorin Bleicher, dass sich mit Lenas Natürlichkeit nur eine gewisse Zeit lang punkten lässt: "Dieses Merkmal nutzt sich auf Dauer ab. Mit steigendem Druck ist diese Spontaneität nur schwer zu halten." Auch Niggemeier hat Bedenken und hält deshalb Raabs Bekanntgabe, Lena werde im kommenden Jahr ihren Grand-Prix-Sieg verteidigen, zum jetzigen Zeitpunkt für "in jeder Hinsicht falsch": "Wer weiß, ob sie in einem Jahr überhaupt noch solche Begeisterung auslöst?" Spontaner Überschwang habe wohl zu der Ankündigung geführt, "der überehrgeizige Raab sucht schon wieder die nächste Herausforderung".

 
Leser-Kommentare
  1. "Der Erfolg von Lena beruht auf einem authentischen Gesamteindruck, aber die Authentizität ist zumindest in weiten Teilen inszeniert." sagt die Hamburger Professorin für Gedöns Joan Kristin Bleicher.

    Mit was allem man heutzutags "Professor" werden kann!

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    ..denn nach meinem Verständnis lässt sich "Authentizität" nicht "inszenieren". Was für ein Stuss, dieser Satz.

    • 42317
    • 03.06.2010 um 14:06 Uhr

    Exakt: Käse. Es handelt sich um einen aufgeblasenen akademischen Jargon, der so nötig ist wie Fußpilz. "Authentisch" hätte sie durch "echt" ersetzen können und "Authentizität" durch "Natürlichkeit".
    Wer Jargon verwendet, will sich entweder wichtig machen oder hat Angst davor, in den eigenen professionellen Kreisen sonst nicht ernst genommen zu werden, ist also ein Zeichen von Unsicherheit.

    • upstep
    • 03.06.2010 um 19:24 Uhr

    ...denn unbestritten wird der Eindruck einer Authentizität und Spontanietät, Lässigkeit, Lockerheit, etc. medial wirksam inszeniert. Ich finde es allerdings müßig, prüfen zu wollen, wie aufrichtig solche Darstellungen (egal ob bewusst oder unbewusst) durchgehalten werden.

    ..denn nach meinem Verständnis lässt sich "Authentizität" nicht "inszenieren". Was für ein Stuss, dieser Satz.

    • 42317
    • 03.06.2010 um 14:06 Uhr

    Exakt: Käse. Es handelt sich um einen aufgeblasenen akademischen Jargon, der so nötig ist wie Fußpilz. "Authentisch" hätte sie durch "echt" ersetzen können und "Authentizität" durch "Natürlichkeit".
    Wer Jargon verwendet, will sich entweder wichtig machen oder hat Angst davor, in den eigenen professionellen Kreisen sonst nicht ernst genommen zu werden, ist also ein Zeichen von Unsicherheit.

    • upstep
    • 03.06.2010 um 19:24 Uhr

    ...denn unbestritten wird der Eindruck einer Authentizität und Spontanietät, Lässigkeit, Lockerheit, etc. medial wirksam inszeniert. Ich finde es allerdings müßig, prüfen zu wollen, wie aufrichtig solche Darstellungen (egal ob bewusst oder unbewusst) durchgehalten werden.

  2. ...ja und? Würde ich auch nicht machen. Deswegen ist man doch aber nicht unfreundlich?! Und dann singt sie nicht a capella- hat sie ohnehin schon gefühlte 843 Mal gemacht... Statt dessen sang sie auf einer Pressekonferenz die wunderbare Version von "No matter what" - mit ihrem Text. Das Stefan Raab den geschrieben hat, ist sehr wahrscheinlich- lustig ist es aber allemal! ;)
    http://www.youtube.com/wa...

    Sie ist 19- und sie will singen, sie stellte und stellt sich oft genug den Journalisten und ich glaube, selbst ihr wird der Hype auch mal zu viel- denn sie ist- oh wunder- ein Mensch. Eine junge Frau, die nicht bei jeder unsinnigen Frage (und verzeihung, aber einige Journalisten können echt dämliche Fragen stellen) eine sinnvolle Antwort geben möchte. Wahrscheinlich gefällt sie geradezu deshalb: Sie ist kein maßgeschneidertes Püppchen, sondern sie selbst.

  3. Da hilft auch kein Plädoyer auf postmoderne Ironie - wer Geistlosigkeit so "authentisch" (!) verkörpert, will nicht nur spielen. Schlimmer: der (verständlicherweise anonym gebliebene) Lehrer, der sie als "durchschnittliche" Schülerin beschrieb, hat womöglich recht. Wie weit ist die Lenaisierung dieses Landes fortgeschritten? Das find ich so, so hart, weissu?!?

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    Who cares? Sie hat den Grand-Prix in Oslo gewonnen, dazu braucht's keine überragende Begabung - nicht mal sanglicher Art.

    Aber sie kann ganz gut singen und das in einer tollen, überzeugenden Performance auf die Bühne bringen. Glauben Sie wirklich, Sie hätten das geschafft?

    Who cares? Sie hat den Grand-Prix in Oslo gewonnen, dazu braucht's keine überragende Begabung - nicht mal sanglicher Art.

    Aber sie kann ganz gut singen und das in einer tollen, überzeugenden Performance auf die Bühne bringen. Glauben Sie wirklich, Sie hätten das geschafft?

  4. [i]"Der Erfolg von Lena beruht auf einem authentischen Gesamteindruck, aber die Authentizität ist zumindest in weiten Teilen inszeniert." sagt die Hamburger Professorin für Gedöns Joan Kristin Bleicher.[/i]

    Klingt für mich ziemlich realistisch. Alleine ihren "authentischen" Satz, wenn sie mit ihrer Performance durch ist, à la "Ich weiß gar nicht wo ich hin muss, was soll ich jetzt machen?" usw. habe ich persönlich schon drei mal gehört - und ich verfolge diesen Schwachsinn nicht mal bewusst.

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    Das ändert nichts an der vollkommenen Überfüssigkeit der Professorenstelle von Joan Kristin Bleicher sowie ihrer Äußerung.

    Darüber zu schwadronieren, ob jemand "authentisch" sei oder nicht, ist noch sinnloser als sich zu streiten, ob Gott Moslem oder Christ sei.

    Das ändert nichts an der vollkommenen Überfüssigkeit der Professorenstelle von Joan Kristin Bleicher sowie ihrer Äußerung.

    Darüber zu schwadronieren, ob jemand "authentisch" sei oder nicht, ist noch sinnloser als sich zu streiten, ob Gott Moslem oder Christ sei.

  5. Das ändert nichts an der vollkommenen Überfüssigkeit der Professorenstelle von Joan Kristin Bleicher sowie ihrer Äußerung.

    Darüber zu schwadronieren, ob jemand "authentisch" sei oder nicht, ist noch sinnloser als sich zu streiten, ob Gott Moslem oder Christ sei.

    Antwort auf "ABCDEFG"
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    Sie macht bestimmt auch nichts anderes, als Lena zu analysieren, wissen Sie?

    Sie macht bestimmt auch nichts anderes, als Lena zu analysieren, wissen Sie?

  6. Who cares? Sie hat den Grand-Prix in Oslo gewonnen, dazu braucht's keine überragende Begabung - nicht mal sanglicher Art.

    Aber sie kann ganz gut singen und das in einer tollen, überzeugenden Performance auf die Bühne bringen. Glauben Sie wirklich, Sie hätten das geschafft?

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    Glaube ich, ich hätte "das" geschafft? Who cares? Ich halte mich auch für keinen qualifizierten Fußballspieler, weiß aber, wann ich ein mieses Spiel sehe. Relevant ist an alledem ohnehin einzig der allgemeine Verblödungseffekt: DEUTSCHLAND IM LENA-FIEBER!!!!!!!! Selbst gebührengestützte Sender fanden die Heimkehr dieses Nymphchens wichtiger als alle politischen Nachrichten oder sonstiges Weltgeschehen, und selbst "Intellektuelle" und ihre Verkündigungsorgane (Sie brauchen nicht lange zu suchen...) meinten, das "Phänomen" nicht ignorieren zu dürfen. Da darf man wohl noch nachfragen, was ABGEHT, Digga. Das Banale regiert - und wir? Wir finden das schon ziemlich cool ey, dankeschönst.

    Glaube ich, ich hätte "das" geschafft? Who cares? Ich halte mich auch für keinen qualifizierten Fußballspieler, weiß aber, wann ich ein mieses Spiel sehe. Relevant ist an alledem ohnehin einzig der allgemeine Verblödungseffekt: DEUTSCHLAND IM LENA-FIEBER!!!!!!!! Selbst gebührengestützte Sender fanden die Heimkehr dieses Nymphchens wichtiger als alle politischen Nachrichten oder sonstiges Weltgeschehen, und selbst "Intellektuelle" und ihre Verkündigungsorgane (Sie brauchen nicht lange zu suchen...) meinten, das "Phänomen" nicht ignorieren zu dürfen. Da darf man wohl noch nachfragen, was ABGEHT, Digga. Das Banale regiert - und wir? Wir finden das schon ziemlich cool ey, dankeschönst.

  7. Also so was-da dachte ich doch wirklich , in den letzen Tagen wurde hier bei diversen Artikeln alles gesagt und dann das.Also wirklich . Warum muß bloß , wenn mal jemand ins Rampenlicht tritt und Erfolg hat und wirklich Ausstrahlung hat , die mit Natürlichkeit gepaart ist , das dann alles wieder analysiert werden und durch professorale Kommentare eigentlich schon fast ins Lächerliche gezogen werden.Nein ,nein ,nein.Es ist nicht gleich Jeder oder Jede ein Experte für alles , nur weil er/sie eine Professur hat.Brauchen die Wissenschaftler Aufmerksamkeit? , haben die nichts zu tun ? Mann , Mann , Mann .Lassen Sie doch endlich Lena in Ruhe . Wenn sie in 2011 auftritt und verliert , na und???Wer hat schon im Leben immer Erfolg?? Das geht doch gar nicht.Zum Leben gehört der Mißerfolg , damit man den Erfolg genießen kann. Und daß sie eine Marionette von S.Raab sein soll , das glaub ich nicht.Im übrigen , wer braucht denn nicht einen Unterstützer um voranzukommen.Allein schafft das keine/r .So ist unsere Gesellschaft strukturiert.Das Raab Erfolg hat , das scheint ja wohl endgültig Konsenz zu sein.Also freuen wir uns an Lena's Sieg und zwar noch eine Weile , denn es gibt kaum etwas in der Öffentlichkeit , das so erfrischend ist wie Lena's Auftritte.Ich bin wohl ein Fan.Die Politiker dagegen = Oh Himmel

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    Sie schreiben: "Also so was-da dachte ich doch wirklich , in den letzen Tagen wurde hier bei diversen Artikeln alles gesagt und dann das ... Die Politiker ...= Oh Himmel"

    Seufz!

    Sie schreiben: "Also so was-da dachte ich doch wirklich , in den letzen Tagen wurde hier bei diversen Artikeln alles gesagt und dann das ... Die Politiker ...= Oh Himmel"

    Seufz!

  8. Glaube ich, ich hätte "das" geschafft? Who cares? Ich halte mich auch für keinen qualifizierten Fußballspieler, weiß aber, wann ich ein mieses Spiel sehe. Relevant ist an alledem ohnehin einzig der allgemeine Verblödungseffekt: DEUTSCHLAND IM LENA-FIEBER!!!!!!!! Selbst gebührengestützte Sender fanden die Heimkehr dieses Nymphchens wichtiger als alle politischen Nachrichten oder sonstiges Weltgeschehen, und selbst "Intellektuelle" und ihre Verkündigungsorgane (Sie brauchen nicht lange zu suchen...) meinten, das "Phänomen" nicht ignorieren zu dürfen. Da darf man wohl noch nachfragen, was ABGEHT, Digga. Das Banale regiert - und wir? Wir finden das schon ziemlich cool ey, dankeschönst.

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    ... darf man fragen, was abgeht. Man darf aber auch einfach mal akzeptieren, dass für einen Moment Partystimmung herrschte. Und das wegen einer jungen unkonventionellen erfrischenden Künstlerin (jawohl) und eines ebenso unkonventionellen Mentors an ihrer Seite.
    Warum solche Disqualifizierungen wie "Nymphchen" und "Banalität"? Wenn's einem nicht gefällt, kann man sich ja abwenden und es dabei belassen, vielleicht noch sich ein wenig wundern. Aber sich erheben? Ist doch ok, dass die Nation beim Sangeswettstreit mitfiebert. Und durch Lena's Song und Interpretation bekam der eher langweilige ESC einen qualitativen Schub. Auch das ist doch prima.

    • upstep
    • 03.06.2010 um 18:43 Uhr

    Was soll's! Lena hat mit ihrem Auftritt eben viele Menschen begeistern können und dafür wurde ihr im gleichen Maße mediale Aufmerksamkeit entgegengebracht. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass Meldungen aus Politik und Wirtschaft kurzzeitig nach hinten rücken. Was das jetzt mit Verblödung zu tun haben soll, müssen Sie aber schon mal genauer erläutern. ("Digga" zielt aber schon sehr in diese Richtung)

    Die Frage nach der Authentizität, also inwieweit hier Zustände der Lockerheit und Spontanietät inszeniert, oder unwillkürlich herbeigeführt wurden, lässt sich ohnehin nicht beantworten und wen sollte man auch danach fragen? "Lena, sag, warst du echt?"

    ... darf man fragen, was abgeht. Man darf aber auch einfach mal akzeptieren, dass für einen Moment Partystimmung herrschte. Und das wegen einer jungen unkonventionellen erfrischenden Künstlerin (jawohl) und eines ebenso unkonventionellen Mentors an ihrer Seite.
    Warum solche Disqualifizierungen wie "Nymphchen" und "Banalität"? Wenn's einem nicht gefällt, kann man sich ja abwenden und es dabei belassen, vielleicht noch sich ein wenig wundern. Aber sich erheben? Ist doch ok, dass die Nation beim Sangeswettstreit mitfiebert. Und durch Lena's Song und Interpretation bekam der eher langweilige ESC einen qualitativen Schub. Auch das ist doch prima.

    • upstep
    • 03.06.2010 um 18:43 Uhr

    Was soll's! Lena hat mit ihrem Auftritt eben viele Menschen begeistern können und dafür wurde ihr im gleichen Maße mediale Aufmerksamkeit entgegengebracht. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass Meldungen aus Politik und Wirtschaft kurzzeitig nach hinten rücken. Was das jetzt mit Verblödung zu tun haben soll, müssen Sie aber schon mal genauer erläutern. ("Digga" zielt aber schon sehr in diese Richtung)

    Die Frage nach der Authentizität, also inwieweit hier Zustände der Lockerheit und Spontanietät inszeniert, oder unwillkürlich herbeigeführt wurden, lässt sich ohnehin nicht beantworten und wen sollte man auch danach fragen? "Lena, sag, warst du echt?"

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