Wagner-Festspiele Bayreuth öffnet die Tore

Zum 99. Mal finden die Richard-Wagner-Festspiele statt. Zahlreiche Politiker, Schauspieler und Entertainer erschienen zur Eröffnung auf dem Grünen Hügel.

Zahlreiche prominente Gäste fanden sich zur Premiere der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth ein

Zahlreiche prominente Gäste fanden sich zur Premiere der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth ein

In Bayreuth dreht sich in den kommenden Wochen wieder alles um die Musik von Richard Wagner . Die 99. Bayreuther Festspiele wurden mit einer Neuinszenierung der Oper Lohengrin eröffnet. Zur Premiere begrüßten die Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier viele prominente Gäste. Darunter die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Guido Westerwelle (FDP), Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und vier weitere Mitglieder des Bundeskabinetts. Nahezu komplett vertreten war auch die bayerische Staatsregierung mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) an der Spitze.

Zu den Stars der Auffahrt auf dem Grünen Hügel gehörten Moderator Thomas Gottschalk, die Schauspieler Veronica Ferres, Michaela May und Edgar Selge und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.

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Mit dem Lohengrin gibt Hans Neuenfels sein Regie-Debüt bei den Richard-Wagner-Festspielen. Neuenfels präsentierte eine farbenfrohe und zeitkritische Deutung der Wagner-Oper. Unter der musikalischen Leitung des jungen Letten Andris Nelsons gab der Münchner Tenor Jonas Kaufmann sein Bayreuth-Debüt als Titelheld.

Bereits am Mittag hatte auf einer Probebühne eine Kurzfassung der Oper Tannhäuser -Premiere. Mit dem im vergangenen Jahr erfolgreich gestarteten Projekt Wagner für Kinder will Katharina Wagner ein junges Publikum ungezwungen mit den Werken und dem Stoff ihres Urgroßvaters Richard Wagner vertraut machen. Für das auf gut eine Stunde verdichtete Stück von Regisseurin Reyna Bruns gab es viel Beifall der 200 Jungen und Mädchen, aber auch vom fachkundigen Wagner-Publikum.

Zum letzten Mal wird in diesem Jahr Der Ring des Nibelungen in der Regie von Tankred Dorst mit Dirigent Christian Thielemann gezeigt. Ferner werden Katharina Wagners Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal in der Inszenierung von Stefan Herheim gespielt.

Bis zum 28. August stehen bei den Festspielen insgesamt 30 Vorstellungen auf dem Spielplan. Für die knapp 58.000 Karten lagen trotz teils drastischer Preiserhöhungen mehr als 350.000 Bestellungen vor. Wie alle Jahre warteten auch am Sonntag viele hoffnungsvolle Wagner-Fans vor dem Kartenbüro, um vielleicht doch noch eines der begehrten Tickets zu ergattern.

 
Leser-Kommentare
  1. Viele sogenannte "Stars" unter den Besuchern hätte man noch vor wenigen Jahren als Schickeria bezeichnet. Den teilneh-
    menden Politikern scheint nicht bewußt zu sein, daß sie in
    einer ununterbrochenen Reihe mit Adolf Hitler stehen, der
    als Staatsgast genau so wichtig ins Bayreuther Opernhaus
    schritt wie heute seine Nachfolger(innen).

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    War etwa Adolf Hitler ein Kunstliebhaber. Um Gottes Willen, lasst uns sofort sämtliche von ihm gefröhnten Künste verbieten. Bücher- und Bilderverbrennungen, Musikverbot...

    Ich frage mich ernsthaft, ob die Verbortheit so mancher Kommentatoren schon krankhaft ist...und, wenn es so ist, wird die FDP demnächst einen erhöhten Kassenbeitrag von jenen Usern fordern?

    • FranL.
    • 25.07.2010 um 23:06 Uhr

    Hitler liebte übrigens auch die olympischen Spiele die er bekanntlich für seine Propaganda benutzte. Ebenso mißbrauchten die Nazis die Salzburger Festspiele, das Burgtheater, überhaupt sämtliche Theater und Opernhäuser in Deutschland und Österreich. Sie liebten nicht nur Wagner sondern auch Lehar, Bach, Mozart, Beethoven, Goethe, Schiller, Ibsen, Shakespeare usw. Ach ja, und Fußball wurde im Dritten Reich auch gespielt. Die sogenannte Schickeria läßt sich nur am Eröffnungstag sehen, wenn die Kameras da sind, später sind die Wagnerkenner unter sich. In Salzburg oder bei der Bambiverleihung trifft man viel eher auf Schickeria als in Bayreuth.

    Freue mich schon auf den 2. August, da habe ich Karten für Bayreuth! Warten lohnt sich!

    Herr Blume: ich liebe die Musik von Wagner - macht mich das zum Nazi? Sollen wir die Musik jetzt verbrennen? Dann tun wir es den Nazis gleich. Das Festival in Bayreuth ist sicherlich ueberholt ..... aber die Musik klasse. Soll die Hauptstadt aus Berlin verlegt werden - Herr Hitler wollte diese ja auch als Reichshauptstadt? Etwas mehr Weltoffenheit tut uns Deutschen gut.

    Wow! Der Nazi-Vergleich bereits im allerersten Leserkommentar!
    Macht nichts, gehört ja zum guten Ton, alles und jedes, was irgendwie mit deutsch zu tun hat, auf den „Dreh- und Angelpunkt“ seiner Geschichte zu beziehen.
    Amerikanische Konzerne machen das übrigens gerne mit ihren deutschen Konkurrenten. Warum wohl?
    Bin kein besonderer Wagner-Fan, neige eher zu Bach, Beethoven, Händel oder Rossini.
    Daß Hitler ein Wagner-Verehrer war und er ihn in seine Ideologie einarbeitete, ist nicht von der Hand zu weisen.
    Man sollte dem Komponisten allerdings fairerweise zugute halten, daß zu seiner Zeit der Rassenwahn praktisch noch nicht existierte bzw. ein Außenseiterphänomen war. Von einer „übelegenen nordischen Rasse“ war nicht die Rede, im Gegenteil, eher versuchte sich Wagner wohl an einer Emanzipation der deutschen Barbaren von seinen Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber den Kulturnationen Frankreich und England bzw. dem antiken Italien und Griechenland.
    Mag auch sein, daß Wagner Antisemit war, aber er hatte ja keine Chance, Stellung zu nehmen zu dem, wohin dieser nach seiner Zeit geführt hat. Es ginge wohl etwas weit, den Komponisten für die Judenvernichtung urverantwortlich zu machen oder ihm zu unterstellen, er hätte sie gutgeheißen.

    War etwa Adolf Hitler ein Kunstliebhaber. Um Gottes Willen, lasst uns sofort sämtliche von ihm gefröhnten Künste verbieten. Bücher- und Bilderverbrennungen, Musikverbot...

    Ich frage mich ernsthaft, ob die Verbortheit so mancher Kommentatoren schon krankhaft ist...und, wenn es so ist, wird die FDP demnächst einen erhöhten Kassenbeitrag von jenen Usern fordern?

    • FranL.
    • 25.07.2010 um 23:06 Uhr

    Hitler liebte übrigens auch die olympischen Spiele die er bekanntlich für seine Propaganda benutzte. Ebenso mißbrauchten die Nazis die Salzburger Festspiele, das Burgtheater, überhaupt sämtliche Theater und Opernhäuser in Deutschland und Österreich. Sie liebten nicht nur Wagner sondern auch Lehar, Bach, Mozart, Beethoven, Goethe, Schiller, Ibsen, Shakespeare usw. Ach ja, und Fußball wurde im Dritten Reich auch gespielt. Die sogenannte Schickeria läßt sich nur am Eröffnungstag sehen, wenn die Kameras da sind, später sind die Wagnerkenner unter sich. In Salzburg oder bei der Bambiverleihung trifft man viel eher auf Schickeria als in Bayreuth.

    Freue mich schon auf den 2. August, da habe ich Karten für Bayreuth! Warten lohnt sich!

    Herr Blume: ich liebe die Musik von Wagner - macht mich das zum Nazi? Sollen wir die Musik jetzt verbrennen? Dann tun wir es den Nazis gleich. Das Festival in Bayreuth ist sicherlich ueberholt ..... aber die Musik klasse. Soll die Hauptstadt aus Berlin verlegt werden - Herr Hitler wollte diese ja auch als Reichshauptstadt? Etwas mehr Weltoffenheit tut uns Deutschen gut.

    Wow! Der Nazi-Vergleich bereits im allerersten Leserkommentar!
    Macht nichts, gehört ja zum guten Ton, alles und jedes, was irgendwie mit deutsch zu tun hat, auf den „Dreh- und Angelpunkt“ seiner Geschichte zu beziehen.
    Amerikanische Konzerne machen das übrigens gerne mit ihren deutschen Konkurrenten. Warum wohl?
    Bin kein besonderer Wagner-Fan, neige eher zu Bach, Beethoven, Händel oder Rossini.
    Daß Hitler ein Wagner-Verehrer war und er ihn in seine Ideologie einarbeitete, ist nicht von der Hand zu weisen.
    Man sollte dem Komponisten allerdings fairerweise zugute halten, daß zu seiner Zeit der Rassenwahn praktisch noch nicht existierte bzw. ein Außenseiterphänomen war. Von einer „übelegenen nordischen Rasse“ war nicht die Rede, im Gegenteil, eher versuchte sich Wagner wohl an einer Emanzipation der deutschen Barbaren von seinen Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber den Kulturnationen Frankreich und England bzw. dem antiken Italien und Griechenland.
    Mag auch sein, daß Wagner Antisemit war, aber er hatte ja keine Chance, Stellung zu nehmen zu dem, wohin dieser nach seiner Zeit geführt hat. Es ginge wohl etwas weit, den Komponisten für die Judenvernichtung urverantwortlich zu machen oder ihm zu unterstellen, er hätte sie gutgeheißen.

  2. War etwa Adolf Hitler ein Kunstliebhaber. Um Gottes Willen, lasst uns sofort sämtliche von ihm gefröhnten Künste verbieten. Bücher- und Bilderverbrennungen, Musikverbot...

    Ich frage mich ernsthaft, ob die Verbortheit so mancher Kommentatoren schon krankhaft ist...und, wenn es so ist, wird die FDP demnächst einen erhöhten Kassenbeitrag von jenen Usern fordern?

    Antwort auf "Opernzirkus"
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    irgendwie ist es eher Ihre aufgescheucht-überzogene reaktion, die ein bisschen 'verbohrt' wirkt. auseinandersetzungen um die nachtseiten des komponisten und seines werks, seinen volkstumswahn und antisemitismus und deren anschlusswert für die nazi-ideologie hat es seit der neuauflage der festspiele immer wieder gegeben und fanden und finden ihren ausdruck nicht zuletzt auch in den inszenierungen selbst. die assoziation 'bayreuths' mit dem ns halte ich jedenfalls für weniger 'krankhaft' als die verdrängende bereinigung zum unlustfrei konsumierbaren 'kultur-event'. die 'umkehrargumentation' mit begriffen wie 'bücherverbrennung' und 'musikverbot' macht denn auch deutlich, wer hier ein 'gemütsproblem' hat.

    irgendwie ist es eher Ihre aufgescheucht-überzogene reaktion, die ein bisschen 'verbohrt' wirkt. auseinandersetzungen um die nachtseiten des komponisten und seines werks, seinen volkstumswahn und antisemitismus und deren anschlusswert für die nazi-ideologie hat es seit der neuauflage der festspiele immer wieder gegeben und fanden und finden ihren ausdruck nicht zuletzt auch in den inszenierungen selbst. die assoziation 'bayreuths' mit dem ns halte ich jedenfalls für weniger 'krankhaft' als die verdrängende bereinigung zum unlustfrei konsumierbaren 'kultur-event'. die 'umkehrargumentation' mit begriffen wie 'bücherverbrennung' und 'musikverbot' macht denn auch deutlich, wer hier ein 'gemütsproblem' hat.

    • FranL.
    • 25.07.2010 um 23:06 Uhr

    Hitler liebte übrigens auch die olympischen Spiele die er bekanntlich für seine Propaganda benutzte. Ebenso mißbrauchten die Nazis die Salzburger Festspiele, das Burgtheater, überhaupt sämtliche Theater und Opernhäuser in Deutschland und Österreich. Sie liebten nicht nur Wagner sondern auch Lehar, Bach, Mozart, Beethoven, Goethe, Schiller, Ibsen, Shakespeare usw. Ach ja, und Fußball wurde im Dritten Reich auch gespielt. Die sogenannte Schickeria läßt sich nur am Eröffnungstag sehen, wenn die Kameras da sind, später sind die Wagnerkenner unter sich. In Salzburg oder bei der Bambiverleihung trifft man viel eher auf Schickeria als in Bayreuth.

    Freue mich schon auf den 2. August, da habe ich Karten für Bayreuth! Warten lohnt sich!

    Antwort auf "Opernzirkus"
  3. Hä? Ich meine... was muss ein Kind denn bitteschön die Geschichte eines Mannes interessieren, der zwischen Sexualität, Wollust und Erlösungssehnsucht hin und hergerissen ist, Frieden sucht, der zerstörerisch liebt, immer mehr seine Lage realisiert, gleichzeitig Avantgardist ist und am Ende dem Wahnsinn nahe und generell todessehnsüchtig.

    Nicht falsch verstehen, Tannhäuser ist eine wunderbare Figur, mit Wagners beste Figur, neben Wotan, Mime, Tristan, Isolde und Kundry.
    Aber was muss denn sich ein Kind das antun.

    Damit wird Wagner endgültig platt gemacht.

    Hitler und Wagner war und ist ein schwieriges Thema, Hitler liebte Wagner sehr und fand in Wagner auch viel für sich. D.h. nicht, dass Wagner ein Nazi war, trotz seines fanatischen Antisemitismus, aber man muss kein Kenner sein, um zu sehen, dass Wagners Musik wütend und aggressiv sein kann und sich Wagner nicht nur an Liebe, sondern auch an Gewalt berauscht.
    Und ich meine, ab dem "Ring" sind Wagners Opern, bei aller Liebe, antisemitisch, zumindest sind dort Juden zu sehen, wie Wagner sie sah, also schlußendlich Selbstportraits von ihm selbst, von Ängsten, die er hatte.

    Das alles ist zumindest ein Grund zum Diskutieren.
    Zum permanenten Suchen. Warum konnte ein Sozialist wie Wagner zum Protofaschisten werden, im Nachhinein?

    Für ein glattgebügelten Aufmarsch, für das Aufziehen einer neuen Aristokratie, die sich im deutschen Begriff sonnt, sollte sich das alles eigentlich nicht eignen.
    Die Widersprüche sind nicht mehr da.

  4. irgendwie ist es eher Ihre aufgescheucht-überzogene reaktion, die ein bisschen 'verbohrt' wirkt. auseinandersetzungen um die nachtseiten des komponisten und seines werks, seinen volkstumswahn und antisemitismus und deren anschlusswert für die nazi-ideologie hat es seit der neuauflage der festspiele immer wieder gegeben und fanden und finden ihren ausdruck nicht zuletzt auch in den inszenierungen selbst. die assoziation 'bayreuths' mit dem ns halte ich jedenfalls für weniger 'krankhaft' als die verdrängende bereinigung zum unlustfrei konsumierbaren 'kultur-event'. die 'umkehrargumentation' mit begriffen wie 'bücherverbrennung' und 'musikverbot' macht denn auch deutlich, wer hier ein 'gemütsproblem' hat.

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    Genau das meinte ich. Ihre völlig spassfreie, unsinnige Reaktion auf einen überspitzten Kommentar zeigt, dass Sie genau zu dem Klientel gehören, welches ich ansprach.

    Und natürlich, wie bei Ihnen ja gewöhnt, ist die Antisemitismuskeule mit an Bord...

    Genau das meinte ich. Ihre völlig spassfreie, unsinnige Reaktion auf einen überspitzten Kommentar zeigt, dass Sie genau zu dem Klientel gehören, welches ich ansprach.

    Und natürlich, wie bei Ihnen ja gewöhnt, ist die Antisemitismuskeule mit an Bord...

  5. Moderne Inszenierungen sind nun seit dieser Spielzeit in Bayreuth möglich und menschliche Bühnenpräsenz in Form von Ratten zu bieten, deutet auf genügend Spekulationen bezüglich des Publikums hin.. Ob so manche/r Sänger/in vor Begeisterung in den Orchestergraben springen würde, bleibt wohl ein „Souffleusenkastengeheimnis“.
    Musikalische Grüße
    Corina Wagner

  6. Mir tun vor allem die Sänger leid, die Jahr für Jahr den Blödsinn der Regisseure mitmachen müssen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

    Seitdem die Richard-Wagner-Festspiele zu einer Fasnacht zur Unzeit geworden sind, lockt mich nichts mehr nach Bayreuth, und um Laborratten zu sehen, brauche ich als in Basel wohnhafte Schweizerin nicht 600 Kilometer weit zu fahren.

  7. 8. Wagner

    Herr Blume: ich liebe die Musik von Wagner - macht mich das zum Nazi? Sollen wir die Musik jetzt verbrennen? Dann tun wir es den Nazis gleich. Das Festival in Bayreuth ist sicherlich ueberholt ..... aber die Musik klasse. Soll die Hauptstadt aus Berlin verlegt werden - Herr Hitler wollte diese ja auch als Reichshauptstadt? Etwas mehr Weltoffenheit tut uns Deutschen gut.

    Antwort auf "Opernzirkus"

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