Musikportale Wer verkaufen will, muss Premium sein

Im Netz mit Musik Geld zu verdienen, ist nicht leicht. Die Portale Zaoza, Restorm und The Creators Project versuchen es auf ganz unterschiedlichen Wegen.

The Creators Project versammelt die kreativen Meinungsführer: Der DJ Mark Ronson bei der Eröffnungsparty der Website

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Alle reden von Abos, Flatrates , neuen Bezahlmodellen im Internet. Wie überzeugt man ein Publikum, das bisher zu allen Veranstaltungen im Netz kostenlosen Zutritt hatte, plötzlich eine freiwillige Spende am Eingang zu hinterlassen, damit das Varieté nicht schließen muss?

Das ist die Frage, die derzeit Verleger jeglicher Kreativprodukte umtreibt. Musik, Filme, Computerspiele, Literatur, Journalismus – was in der Herstellung Geld kostet, muss auch dem Konsumenten wieder etwas wert sein, hat doch die freie Zugänglichkeit solcher Inhalte im Netz ihren finanziellen Gegenwert in den vergangenen Jahren offenbar geschmälert.

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Das Portal Zaoza will Geld verdienen und dabei die Wertvorstellungen seiner User auf die Probe stellen. Hier verkauft der Unterhaltungskonzern Vivendi, zu dem auch Universal Music gehört, seine Produkte. Allerdings nicht in einem konventionellen Shop-Umfeld, pro Song ein Euro, sondern in einem sozialen Netzwerk mit Teilnahmegebühr.

Wer sich auf Zaoza.de durch die "Hypezone" zu den Songs, Spielen, Videos oder Handybildern klickt, sie auf seinen Rechner und sein Handy laden und seinen Zaoza-Freunden zugänglich machen möchte, muss im Monat fünf Euro an das Unternehmen spenden. Das Bezahlmodell kennen die meisten Kunden schon vom Jamba-Klingelton-Abo, dessen Zielgruppe sich mit der von Zaoza überschneiden könnte. Dennoch – dieses Portal bringt zusammen, was bisher unvereinbar schien: tauschen und bezahlen. Folgerichtig lautet das Motto der Seite "Gib und Dir wird gegeben". Nichts ist umsonst.

Das französische Publikum hat das schon vor zwei Jahren eingesehen, mehr als eine Million User machen mit. Jetzt sollen auch deutsche Piraten konvertieren. "Jeder Nutzer, den wir aus der Piraterie auf eine legale Plattform holen, ist ein kleiner Sieg im Kampf gegen den Untergang des Urheberrechts", sagt Stefan Schulz, Executive Vice President von Vivendi, in der Spex . Zaoza sei neben einem legalen Downloadportal auch ein Verwaltungsprogramm für private Inhalte. "Es geht uns nicht nur darum, eine Gier nach kostenlosem Content zu bedienen, sondern den Tausch von Dateien, die sowieso im Umlauf sind, zu legalisieren", sagt Schulz.

Also ein Portal für Piraten mit schlechtem Gewissen? Ein Geschäftsmodell, basierend auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner und einer eingeschränkten, weil nur konzerneigenen Produktpalette? Das kann eigentlich nur wahre Universal-Fans ansprechen – aber wie viele gibt es davon?

Ob das Angebot längerfristig für fünf Euro zu haben sein wird, weiß Stefan Schulz nicht. Doch die Erfahrungen mit Spiele-Abos wie World of Warcraft haben dem Vivendi-Konzern gezeigt, dass auch teurere Modelle funktionieren können. Eigene, sehr optimistische Prognosen hoffen, dass Zaoza künftig bis zu 60 Millionen Menschen binden könnte.

Ein bisher kostenloses soziales Netzwerk ist Restorm.com , das vor zwei Jahren in der Schweiz gegründet wurde und nun international werden will. Seit dem 2. August können sich auf der Seite Musiker, Plattenfirmen, Clubbetreiber und Fans aus aller Welt miteinander verbinden. 15.000 Musikfreunde, 5000 Bands und 500 Labels sind dort schon vernetzt. In wenigen Monaten soll ein neuer, kostenpflichtiger Premiumbereich eröffnet werden, allein aus Werbeeinnahmen kann eine Seite in dieser Größenordnung nicht bestehen.

Zwar kommen die meisten bisherigen Mitglieder aus der Schweiz, aber Philippe Perreaux, der Gründer von Restorm, glaubt an eine rosige Zukunft an der Seite der Global Player : "Wir bringen Facebook und MySpace zusammen. Auf Facebook erreicht man mit einigen Klicks alles, was man will. Aber es hat keinen inhaltlichen Fokus. Und MySpace wiederum beherbergt den ganzen Musikkosmos, bietet aber überhaupt keine spannenden Funktionen. Genau diese Schnittstelle wollen wir besetzen."

Leser-Kommentare
  1. Die grossen Plattenfirmen konnten nicht verhindern, dass sich eine grosse Zahl von unterschiedlichen Verwertungsformen etablieren konten. Einige sind gescheitert, andere sind auf Wachstumskurs. Je mehr sich die Majors aus Spezialbereichen des Musikmarktes zurückziehen um so mehr Freiraum bleibt für kleine Firmen. Hier (www.promosampler.de) z.B. eine Firma, die Musik für give-away CDs (Zeitschriften, Produktzugaben) anbietet. Ebenfalls ein Geschäftsfeld aus dem sich die grossen Plattenfirmen weitestgehend zurückgezogen haben.

  2. ... erinnert ein wenig an die Tulpenbörsen im Mittelalter, wo auch schon treuglaubende Händler und Investoren auf die Tatsache zurück geworfen wurden, dass so eine Tulpenzwiebel im Grunde nicht viel wert ist, wenn erst jedem klar ist, wie leicht die Zwiebeln zu vermehren sind.

    • Talor
    • 04.08.2010 um 20:57 Uhr
    3. och...

    Ich bleibe einfach dabei mir meine Platten/CDs ganz ordinär im Laden oder hin und wieder über den Versand der Künstler zu kaufen und meine Freunde im echten Leben zu treffen.. ein größeres Problem dabei sehe ich momentan nicht. ;)

  3. ... ALLE Alben von ALLEN Künstlern als DRM-freie Musik für 50ct/Lied anbieten, mit Obergrenze von 5€/Album, gut getaggt, sauber benannt, mit Playlist und mit ein paar hochwertigen Bildern versehen, bei einem komfortablen Anbieter (Amazon?) zum Download als ZIP-Datei.

    Wenn die Lieder ge-watermark-t sein sollen, müssten die Preise noch etwas niedriger liegen.

    Das Raubkopierproblem wäre weitgehend gelöst, und man würde höchstwahrscheinlich mehr verdienen, als mit diesen komischen Projekten.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Ganz miefig unterscheide ich noch zwischen E- und U-Musik (U für U-Bahn). Ich hab ein paar Pop-CDs und Sonstiges aus dem Bereich Unterhaltung, neben jener Musik, die mit alter ätzender Tinte geschrieben wurde, für Streichhölzer zB. Gemeinsames Merkmal der U-Musik ist regelmäßig eine anfangs starke "Abhängigkeit" von dem Tune und danach eine gähnende Langeweile für 1-20 Jahre. Michaels CDs waren echt cool in den Neunzigern, für mich, aber nach dem zwanzigsten Gehörgang kann ich so einfach zusammengesetztes Zeug nicht mehr hören, irendwie fehlen da Obertöne (sowohl bei den "Instrumenten" als auch bei der Gestaltung..). Bei der E-Musik werde ich CDs immer wieder hören, weil Bach und Beethoven und Mozart und Purcell und whoever nahrhafte Musik, nachhaltige Musik geschrieben haben, harmonisch clever und authentisch. Die ödesten Sätze der längsten Streichquartette Beethovens sind meine Lieblingssätze geworden. Die ödeste U-Musik hat mich auch nach dem zehnten Abspielen gelangweilt. Diese Pop-Musik-Kultur kommt mir vor wie Zigaretten: meist schlechter Tabak, viel Aroma, zum Begeistern. Klar, dass ständig neu geschaffene Abhängigkeiten Haben-wollen-Gelüste und damit Kopiergeilheit schaffen.

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    ... wenn ich E-Musik höre, was die Leute da hin treibt. Bei einigen, glaube ich, ist der Grund, dass sie über viele Jahre U-Musik mit der Musik gleichsetzten, die tagtäglich im Radio gespielt wird. Egal, ob Sie mit "Michael" "Michael Jackson" oder "George Michael" meinen, würde das auch bei Ihnen passen.

    Im Grunde war es nicht die U-Musik, die Sie zur E-Musik getrieben hat, sondern das von Plattenfirmen bestellte Radioprogramm. Eine glitzernde aber ärmliche Variante.

    Gerade beim Repertoire hat das Internet bei vielen Musikliebhabern, die sich auf die Pirsch begeben haben, zu einem Dammbruch geführt, indem Musik, die man früher im Plattenladen hätte bestellen müssen, mit einem Mausklick zugänglich wurde. Voraussetzung aber auch hier, man muss auf die Fährte stoßen. Dazu haben viele last.fm benutzt, andere MP3-Blogs und wieder andere einen der unzähligen Internet-Radiosender, deren Reichweite nur durch die individuelle Aufnahmefähigkeit der Zuhörer begrenzt ist.

    Aus Ihrer Sehnsucht nach Obertönen, lese ich neben ihrem Hang zu Höherem, dass Sie sich vermutlich nie klar gemacht haben, dass gerade geräuschhafte Instrumente die meisten Obertöne haben, sonst wären Sie vermutlich bei Death Metal gelandet.

    Natürlich höre auch ich ab und zu den ein oder anderen E-Musik-Hit. Es macht Spaß zu hören, wie die verschiedenen Organisten an Bachs Toccata in d scheitern. Trotzdem gibt's da die bestausgebildetsten Sänger und die notentreusten Instrumentalisten. Aber das echte Leben, das eigene Empfinden, den wahrlichen Groove, das blühend Imperfekte und das edle Dreckige findet man eher und in berauschender Artenvielfalt und in erstaunlichem Spielartenreichtum in der U-Musik.

    Darauf möchte ich nie verzichten.

    ... wenn ich E-Musik höre, was die Leute da hin treibt. Bei einigen, glaube ich, ist der Grund, dass sie über viele Jahre U-Musik mit der Musik gleichsetzten, die tagtäglich im Radio gespielt wird. Egal, ob Sie mit "Michael" "Michael Jackson" oder "George Michael" meinen, würde das auch bei Ihnen passen.

    Im Grunde war es nicht die U-Musik, die Sie zur E-Musik getrieben hat, sondern das von Plattenfirmen bestellte Radioprogramm. Eine glitzernde aber ärmliche Variante.

    Gerade beim Repertoire hat das Internet bei vielen Musikliebhabern, die sich auf die Pirsch begeben haben, zu einem Dammbruch geführt, indem Musik, die man früher im Plattenladen hätte bestellen müssen, mit einem Mausklick zugänglich wurde. Voraussetzung aber auch hier, man muss auf die Fährte stoßen. Dazu haben viele last.fm benutzt, andere MP3-Blogs und wieder andere einen der unzähligen Internet-Radiosender, deren Reichweite nur durch die individuelle Aufnahmefähigkeit der Zuhörer begrenzt ist.

    Aus Ihrer Sehnsucht nach Obertönen, lese ich neben ihrem Hang zu Höherem, dass Sie sich vermutlich nie klar gemacht haben, dass gerade geräuschhafte Instrumente die meisten Obertöne haben, sonst wären Sie vermutlich bei Death Metal gelandet.

    Natürlich höre auch ich ab und zu den ein oder anderen E-Musik-Hit. Es macht Spaß zu hören, wie die verschiedenen Organisten an Bachs Toccata in d scheitern. Trotzdem gibt's da die bestausgebildetsten Sänger und die notentreusten Instrumentalisten. Aber das echte Leben, das eigene Empfinden, den wahrlichen Groove, das blühend Imperfekte und das edle Dreckige findet man eher und in berauschender Artenvielfalt und in erstaunlichem Spielartenreichtum in der U-Musik.

    Darauf möchte ich nie verzichten.

  5. klar gibt es die. MySpace, etc. sind die besten Erfindungen der Zeit.

  6. ... wenn ich E-Musik höre, was die Leute da hin treibt. Bei einigen, glaube ich, ist der Grund, dass sie über viele Jahre U-Musik mit der Musik gleichsetzten, die tagtäglich im Radio gespielt wird. Egal, ob Sie mit "Michael" "Michael Jackson" oder "George Michael" meinen, würde das auch bei Ihnen passen.

    Im Grunde war es nicht die U-Musik, die Sie zur E-Musik getrieben hat, sondern das von Plattenfirmen bestellte Radioprogramm. Eine glitzernde aber ärmliche Variante.

    Gerade beim Repertoire hat das Internet bei vielen Musikliebhabern, die sich auf die Pirsch begeben haben, zu einem Dammbruch geführt, indem Musik, die man früher im Plattenladen hätte bestellen müssen, mit einem Mausklick zugänglich wurde. Voraussetzung aber auch hier, man muss auf die Fährte stoßen. Dazu haben viele last.fm benutzt, andere MP3-Blogs und wieder andere einen der unzähligen Internet-Radiosender, deren Reichweite nur durch die individuelle Aufnahmefähigkeit der Zuhörer begrenzt ist.

    Aus Ihrer Sehnsucht nach Obertönen, lese ich neben ihrem Hang zu Höherem, dass Sie sich vermutlich nie klar gemacht haben, dass gerade geräuschhafte Instrumente die meisten Obertöne haben, sonst wären Sie vermutlich bei Death Metal gelandet.

    Natürlich höre auch ich ab und zu den ein oder anderen E-Musik-Hit. Es macht Spaß zu hören, wie die verschiedenen Organisten an Bachs Toccata in d scheitern. Trotzdem gibt's da die bestausgebildetsten Sänger und die notentreusten Instrumentalisten. Aber das echte Leben, das eigene Empfinden, den wahrlichen Groove, das blühend Imperfekte und das edle Dreckige findet man eher und in berauschender Artenvielfalt und in erstaunlichem Spielartenreichtum in der U-Musik.

    Darauf möchte ich nie verzichten.

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