Sonny Rollins wird 80 Der Glaube an Freiheit, Gerechtigkeit und Jazz
Der Saxofonist Sonny Rollins ist der Vater des politischen Jazz. Zu seinem 80. Geburtstag nimmt ihn die ehrenvolle Academy of Arts and Sciences auf. Eine Gratulation
© Robert Vos/AFP/Getty Images

Noch im Alter beeindruckend: Sonny Rollins im Juli in Rotterdam
Es ist ein grauer Novembermorgen 1961 an der Lower Eastside in New York. Sonny Rollins ist seit zwei Jahren nicht mehr aufgetreten, doch heute Abend möchte er spielen. Für Booker Little, den jungen talentierten Trompeter, der mit nur 23 Jahren starb. Es soll eine Benefizveranstaltung für die Witwe werden, und da Rollins seit zwei Jahren jeden Tag auf der Williamsburg-Brücke geübt hatte, nennt er das Konzert und das nachfolgende Album The Bridge .
Bevor er sich selbst 1959 mit 29 Jahren aus dem professionellen Jazz verabschiedete, hatte Theodore Walter "Sonny" Rollins mit seinem Carnegie Hall Konzert 1957 bereits den Gipfel des Ruhms erreicht. Dieser schüchtern wirkende, schlaksige junge Mann aus Harlem, mit Anzug und schmaler, ordentlich gebundener Fliege, der mit geschlossenen Augen spielte. Danach hatte er das Gefühl, die Welt würde ihm offen stehen. Im Interview erinnert er sich: "In der Carnegie Hall aufzutreten war die höchste künstlerische Weihe in Amerika, ich wurde von der Presse gefeiert. Anschließend versuchte ich, eine Wohnung zu mieten. Ich bekam sie nicht, wegen meiner Hautfarbe. Das brachte mich zurück auf den Boden der Tatsachen."
Daraufhin spielte er 1958 seine Komposition Freedom Suite ein, in den Liner Notes richtete er sich gegen Diskriminierung und Rassismus. Die Aufnahme gilt als erstes politisches Instrumentalstück des Jazz. Seine Haltung jedoch isolierte Sonny Rollins. Ein Jahr später verkündete er seinen Rückzug und suchte sich mit seiner Frau Lucille ein kleines Apartment auf der Grand Street an der Lower East Side.
Doch die Wände waren dünn, hier konnte er nicht üben. "Dann lief ich eines Tages durch die Delancey Street", erzählt er, "und auf einmal sehe ich diese Stufen hinauf zur Williamsburg-Brücke, die sich über den East River spannt. Es gefiel mir dort oben, und ich konnte so laut spielen, wie ich wollte. Niemand würde mich hören, denn unter mir fuhren die Boote und neben mir die Autos und die U-Bahn. Von nun an war ich jeden Tag dort, fünfzehn, sechzehn Stunden lang. Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter".
Rollins war, er ist noch immer ein Besessener auf der Suche nach einer neuen Definition für sich selbst. Das Benefizkonzert für Booker Little in der New Yorker Jazzgallery gab ihm die Zuversicht, in den Jazz zurückzukehren. Zu diesem Zeitpunkt galt Rollins bereits als einer der größten Tenorsaxofonisten, die es im Jazz jemals gab. Legendär wurde sein elegantes, tiefes, sehr artikuliertes, strömendes Spiel, sein Experimentieren mit Metren und musikalischen Formen und auch die Radikalität seiner Solo- und Trio-Aufnahmen, erstmals mit dem Album
Way Out West
von 1957. Auf dem Cover inszeniert ihn der Fotograf William Claxton als schwarzen Ranchbesitzer – allein das war eine Provokation.
In den sechziger Jahren spielte Rollins mit dem Gitarristen Jim Hall und dem Trompeter Don Cherry. Ein YouTube-Video zeigt ihn 1963 bei einem Konzert in Rom, mit millimeterkurzem Haar, schwarzem Kinnbart und weißem Anzug mit breiten Schultern. Er bläht die Backen beim Spielen. Wenige Wochen später nahm er ein Album mit seinem großen Vorbild Coleman Hawkins auf, jetzt bereits mit einem Irokesen-Haarschnitt, um seine Solidarität mit den amerikanischen Ureinwohnern zu zeigen. 1966 komponierte er das Titelstück zum Film Alfie , das als Instrumentalstück in die britischen TopTen kam, bevor er im selben Jahr wieder eine Pause einlegte.
Er reiste nach Japan und Indien, lebte im Kloster, machte Yoga und wurde Buddhist. Fotos aus den Siebzigern zeigten ihn in Schlaghosen und Schlapphut. Er setzte sich mit Folk-Traditionen auseinander, spielte mit dem Dudelsackbläser Rufus Harley, mit dem er bei den Berliner Jazztagen 1974 ausgebuht wurde, und nahm ein Album mit Mary Lou Williams auf, der Ragtime-Pianistin, die in den vierziger Jahren für Duke Ellington arrangierte, Mentorin von Thelonious Monk und Dizzy Gillespie war und zwei Jazzmessen für den Vatikan schrieb.
- Datum 03.09.2010 - 11:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wie schön sieht doch ein Saxophon aus und wie abgrundtief hässlich - nein, ich werde dies komische, unschön anzusehende Variante mit "f" nicht ausschreiben.
Wer sich diesen Schmu wieder ausgedacht hat?
Jetzt wird aus dem Paragraphen der Para(normale)-Graf. So ein Humbug.
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