© Christoph Mett

Melodie: Friedrich Silcher (1789-1860), 1827; Text: vermutlich Simon Dach (1605-1659); aus dem Samländischen ins Hochdeutsche übertragen von Johann Gottfried Herder (1744-1803)

1. Strophe
Ännchen von Tharau ist, die mir gefällt,
sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.
Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
auf mich gerichtet in Lieb und in Schmerz.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.

2. Strophe
Käm alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,
wir sind gesinnt, beieinander zu stahn.
Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein
soll unsrer Liebe Verknotigung sein.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.

3. Strophe
Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,
hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt:
So wird die Lieb in uns mächtig und groß
nach manchen Leiden und traurigem Los.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.

4. Strophe
Würdest du gleich einmal von mir getrennt,
lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt;
ich will dir folgen durch Wälder und Meer,
Eisen und Kerker und feindliches Heer.
Ännchen von Tharau, mein Licht, meine Sonn,
mein Leben schließt sich um deines herum.

Alle Folgen der Serie sowie weiteres Material zum Thema Musikerziehung sammeln wir auf dieser Seite.

"Volkslieder" ist ein Gemeinschaftsprojekt von SWR2, dem Carus-Verlag und ZEIT ONLINE.